Gesundheitsamt: Warnung für Risikogruppen

Corona-Lage im Raum Rosenheim: 873 neue Infektionen binnen 7 Tagen

Im Tragen von Alltagsmasken sieht das Gesundheitsamt weiter eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen das Coronavirus.
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Im Tragen von Alltagsmasken sieht das Gesundheitsamt weiter eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen das Coronavirus.

Die Corona-Lage in Stadt und Landkreis Rosenheim ist weiterhin äußerst angespannt. Binnen einer Woche wurden dem zuständigen Landratsamt Rosenheim nun 873 neue Infektionsfälle mit dem Coronavirus gemeldet. Vier Covid-19-Patienten liegen aktuell auf einer Intensivstation.

Rosenheim – Bisher sind insgesamt 5507 Coronavirus-Infektionen in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 4284, Stadt: 1223). Mittlerweile wurde bei mindestens 3322 Personen eine Genesung dokumentiert. 230 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 207, Stadt: 23).

Corona-Übertragung überwiegend privat oder in Schulen

Von den Verstorbenen waren 7 Personen unter 60 Jahren. 150 Verstorbene waren über 80 Jahre alt. 50 COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich vier Patienten auf einer Intensivstation.

Die aktuelle Lage bewertet das Gesundheitsamt Rosenheim wie folgt: Infektionsübertragungen ereignen sich überwiegend im privaten Umfeld und in Schulen. Zunehmend ereignen sich aber auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften. Es kommt aber auch vereinzelt zu Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern.

Infektionsketten kaum noch nachzuverfolgen

Zunehmend fällt es schwerer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen. Trotz des Anstiegs der Fallzahlen versucht das Gesundheitsamt Rosenheim, die Fälle weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion zu informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anzuordnen.

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Es wird jedoch immer schwieriger, daran anschließend die engen Kontaktpersonen zeitnah zu kontaktieren und ebenfalls eine häusliche Quarantäne anzuordnen. Das Personal des Gesundheitsamtes wurde in der Vergangenheit deutlich aufgestockt und wird seit dieser Woche durch Soldaten der Bundeswehr unterstützt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.

Lage in der Region „besorgniserregend und dramatisc“

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim, ist beunruhigt. Er sagt: „Der anhaltend exponentielle Anstieg der Fallzahlen in Stadt und Landkreis ist besorgniserregend und dramatisch.“ Es sei zu befürchten, dass zunehmend Menschen aus Risikogruppen einer Infektionsgefahr ausgesetzt werden. Im Gesundheitsamt stemme man sich mit aller Macht gegen die zweite Coronavirus-Welle.

Hierl bittet um Unterstützung durch die Bevölkerung. Und diese Unterstützung bestehe im Wesentlichen in einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Situation: das Befolgen der Abstands- und Hygieneregeln sowie das Tragen einer Alltagsmaske und das regelmäßige Lüften geschlossener Räume, in denen sich mehrere Personen aufhalten.

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