Die Infektionslage in der Region

Coronavirus in der Stadt Rosenheim: Nach kurzer Entspannung springt Inzidenz über 200

Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Stadt und Kreis Rosenheim vom Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Stadt und Kreis Rosenheim vom 8. Januar.
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Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Stadt und Kreis Rosenheim vom Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Stadt und Kreis Rosenheim vom 8. Januar.
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Einen klaren „Trend für eine Abschwächung des Infektionsgeschehens“ sah das Gesundheitsamt Rosenheim bei der Entwicklung der Corona-Fallzahlen noch Ende vergangener Woche. Während die Inzidenz im Landkreis weiter auf niedrigem Niveau bleibt, springt die Stadt am 11. Januar über eine kritische Marke.

Update 11. Januar, 15.30 Uhr

Mit steigender Inzidenz fällt Rosenheim unter die Sonderregel

17 Corona-Neuinfektionen sind es am heutigen 11. Januar in der Stadt Rosenheim mehr im Vergleich zu vergangenem Montag – „die reichen aus, um den Inzidenzwert über 200 zu treiben“, sagt Michael Fischer, Sprecher des Landrats- und des Gesundheitsamtes. Die letzte vermeldete Zahl vom Freitag lag noch bei 166,6. Am Dienstag, den 5. Januar, waren in der Stadt Rosenheim 10 neue Fälle gemeldet worden, „wenn es morgen 11 sind, steigt der Wert nochmal, sind es nur 9, dann fällt er etwas“, erläutert Fischer. Die Stadt Rosenheim sei da auch ein wenig „Opfer der geringen Einwohnerzahl“, weil ihre rund 63.500 Einwohner auf 100.000 hochgerechnet werden.

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Fischer verweist darauf, dass die Zahl der Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Beginn des Jahres generell etwas niedriger war, als in den Wochen zuvor. Ob das an einer geringeren Zahl von Test gelegen habe oder ob es tatsächlich weniger Fälle seien, könne man derzeit nicht sagen. 

Christian Schwalm, Pressesprecher der Stadt Rosenheim bestätigt, dass damit für Rosenheim die 15-Kilometer-Regel gilt, Rosenheimer sich also privat nicht mehr als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen dürfen. Entsprechende Informationen seien auch auf der Homepage der Stadt bekannt gemacht worden.

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Die Erstmeldung vom 8. Januar

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass seit dem 30.12. ein klarer Trend für eine Abschwächung des Infektionsgeschehens in der Region zu erkennen ist. In der Stadt Rosenheim wurde der Wert der 7-Tage-Inzidenz von 200 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen seit dem 1. Januar kontinuierlich mit fallender Tendenz unterschritten und lag am 7. Januar bei 130,6. Im Landkreis zeigte sich ebenfalls eine deutliche fallende Tendenz. Am 7. Januar lag der Wert im Landkreis bei 106,8.

„Endlich eine richtungsweisende Veränderung bei den Fallzahlen“

Seit dem letzten Wochenbericht wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 14 und 126 neue Fälle gemeldet. Allerdings sind die Meldezahlen um die Feiertage mit Vorsicht zu interpretieren.

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„Somit ist es in der Stadt und im Landkreis Rosenheim endlich zu einer richtungsweisenden Veränderung bei den Fallzahlen gekommen“, sagt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes. „Wir gehen davon aus, dass die harten Beschränkungsmaßnahmen der Staatsregierung Früchte tragen.“ Allerdings sei die Zahl der gemeldeten Todesfälle seit dem letzten Wochenbericht am 28. Dezember um 48 gestiegen. „Das bereitet uns Sorge“, sagt Hierl.

Gesundheitsamt kann wieder Quellen von Corona-Infektionen ermitteln

Infektionsübertragungen ereignen sich weiterhin überwiegend im privaten Umfeld, berichtet das Landratsamt Rosenheim in seiner wöchentlichen Einschätzung der Lage. Eine besondere Bedeutung haben auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen. Es komme auch vereinzelt zu sogenannten Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern.

Kommentar:

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Durch die abgesunkenen täglichen Meldezahlen falle es nunmehr leichter, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen. Das Gesundheitsamt Rosenheim kann die positiv Gemeldeten weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen.

35 mit dem Coronavirus infizierte Menschen verstorben

Auch die engen Kontaktpersonen können nach Angaben der Behörden zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden. Das Personal des Gesundheitsamtes wurde in der Vergangenheit deutlich aufgestockt und wird auch durch Soldaten der Bundeswehr und Polizeibeamte unterstützt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.

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„Seit Mitte Oktober haben wir leider wieder täglich zwischen null und acht Todesfälle an und mit einer COVID-Infektion zu beklagen. Allein seit dem letzten Wochenbericht sind weitere 35 Bürgerinnen und Bürger, die vornehmlich in stationären Pflegeeinrichtungen betreut wurden, verstorben“, berichtet Gesundheitsamtsleiter Hierl. „Nach wie vor sehe ich die Situation in der Region Rosenheim sehr kritisch. Insbesondere die Zahl der Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereitet uns Sorgen.“

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Bis zum 8. Januar konnten Impfungen in 23 Alten- und Pflegeheimen verabreicht werden, 18 davon befinden sich im Landkreis Rosenheim. Sobald eine neue Impfstofflieferung eingetroffen ist, könnten weitere Pflegeeinrichtungen geimpft werden.

Die Entwicklung der Fallzahlen in Stadt und Kreis Rosenheim

Seit dem letzten Wochenbericht, in dem alle Fälle bis einschließlich 27. Dezember erfasst sind, wurden dem Gesundheitsamt 818 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 11.408 Coronavirus-Infektionen in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 8.979, Stadt: 2.429). Mittlerweile wurde bei mindestens 8.370 Personen eine Genesung dokumentiert. 390 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt an und mit der Erkrankung gestorben (Landkreis: 350, Stadt: 40).

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Von den Verstorbenen waren 9 (am 27.12.: 9) Personen unter 60 Jahren. 270 (am 27.12.: 232) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden 35 Personen gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Hiervon waren 28 Personen über oder gleich 80 Jahren und sieben Personen zwischen 60 und 80 Jahren. 31 dieser Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.

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