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Ein Jahr Pandemie

Als das Coronavirus in der Region Rosenheim Fahrt aufnimmt – und viele Opfer fordert

Ein Jahr Corona-Pandemie in der Region Rosenheim: Im April die lokalen Hotspots Bad Feilnbach, Nußdorf und Aschau (links oben); im Sommer die Entspannung mit vielen weißen Flecken auf der Landkreiskarte (rechts oben); ab Mitte Oktober explodierende Fallzahlen und eine neue Hochphase Mitte Dezember (rechts unten).
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Ein Jahr Corona-Pandemie in der Region Rosenheim: Im April die lokalen Hotspots Bad Feilnbach, Nußdorf und Aschau (links oben); im Sommer die Entspannung mit vielen weißen Flecken auf der Landkreiskarte (rechts oben); ab Mitte Oktober explodierende Fallzahlen und eine neue Hochphase Mitte Dezember (rechts unten).
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Es war der 29. Februar 2020, als das neuartige Coronavirus in der Region Rosenheim ankam – und seither das Leben beherrscht. Wir blicken auf ein außergewöhnliches Jahr zurück, mit vielen Höhen und noch mehr Tiefen, mit Hoffnung und Rückschlägen. Ein Jahr, das in die Geschichte eingehen wird.

Rosenheim – Bei Patient „null“ beziehungsweise Fall Nummer 1 in Stadt und Landkreis Rosenheim handelt es sich um einen Rückkehrer vom Skiurlaub in Südtirol, 55 Jahre alt. Am 29. Februar schlug das positive Testergebnis im Gesundheitsamt Rosenheim auf.

So erging es „Patient null“

Doch der Mann hatte Glück: Seine Infektion verlief ohne jegliche Symptome. Und weil er sich offenbar sogleich in Quarantäne gegeben hatte, scheint er auch das Virus nicht weitergegeben zu haben.

Was auf den Einzelfall folgte

Was erst wie ein Einzelfall anmutete, änderte sich schnell: Bereits Anfang März traten weitere Corona-Fälle auf, die Meldungen mehrten sich von Tag zu Tag. Von Mitte März an explodierten die Fallzahlen in der Region regelrecht.

Hotspots der ersten Stunde

„Hotspots“ der ersten Stunde waren Nußdorf, Aschau und Bad Feilnbach mit im Vergleich zur übrigen Region überdurchschnittlich vielen Fällen bezogen auf die Einwohnerzahl. Die Ursachen für den Ausbruch in der Gemeinde Bad Feilnbach ergründet seit Sommer das Robert-Koch-Institut im Rahmen einer Studie.

Forschen nach den Ursachen

Ursache für das Ausbreiten des Virus in den ersten Tagen und Wochen waren offenbar Veranstaltungen, in manchen Orten auch die Kommunalwahlen. Denn trotz erster Warnungen aus dem Gesundheitsamt wurde in der ersten März-Hälfte noch das ein oder andere Fest in der Region gefeiert.

Starkbierfest trotz warnender Worte

Prominentes Beispiel: das Rosenheimer Starkbierfest, das erst nach dem Eröffnungswochenende abgebrochen wurde. Zu dieser Zeit befand man sich nur wenige hundert Meter weiter im Klinikum Rosenheim bereits in Alarmbereitschaft: Die ersten Covid-Patienten wurden eingeliefert, die Besorgnis stieg. Krisensitzungen wurden einberufen, wenige Tage später erfolgte bereits der Umbau des Bettenhauses 6 in eine Covid-Station.

Katastrophenfall ausgerufen

Am selben Tag, dem 16. März, rief Bayern den Katastrophenfall aus. Die Steuerung der Klinikbetten in der Region ging damit an eine Koordinierungsgruppe im Landratsamt Rosenheim über. An den Nerven zehrte zudem der extreme Mangel an Schutzausrüstung für Kliniken und Einrichtungen.

Wochen am Limit im Klinikum

Von Ende März an lagen im Klinikum Rosenheim schließlich die Nerven regelrecht blank: Bis Mitte April versorgten Ärzte und Pflegekräfte bis zu 196 Covid-Patienten pro Tag – ein Arbeiten am Limit, wie Romed-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram und Ärztlicher Leiter Dr. Hanns Lohner resümierten.

Entspannung Ende April

Eine vorsichtige Entspannung der Lage setzte Ende April ein, bei leicht rückläufigen Fallzahlen und vorsichtigen Lockerungen nach dem ersten Lockdown (seit 20. März). Mitte Juni endete schließlich der Katastrophenfall, einen Monat später war der vorerst letzte Corona-Tote zu verzeichnen (1. Welle: gesamt 222 in Stadt und Landkreis).

Im Herbst rollt die 2. Welle an

Doch die Verschnaufpause war nicht von langer Dauer. Im August beunruhigten die Infektionszahlen von Reiserückkehrern, von Mitte September an breitete sich das Virus in den Schulen aus – und spätestens Mitte Oktober nahm die zweite Welle vollends Fahrt auf. Was folgte: nächtliche Ausgangssperren, Beschränkungen, Maskenpflicht – und teils massive Ausbrüche in Kliniken und Heimen. Die Zahl der Corona-Toten schwoll an (gesamt: 474).

Winter-Lockdown zeigt Wirkung

Der Winter-Lockdown zeigte schließlich Mitte Januar seine Wirkung, die Lage entspannte sich – um aktuell, ein Jahr nach den ersten Fällen, nun wieder anzusteigen. Corona beherrscht somit weiter das Leben - in der Region und nahezu in aller Welt.

Die Entwicklung der Corona-Todeszahlen im Überblick

Die Zahl der beim Gesundheitsamt registrierten Covid-19-Verstorbenen steigt seit Herbst weiter an. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie in Stadt und Landkreis 474 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet (Stadt: 53; Landkreis: 421).

Den ersten Corona-Toten in der Region meldete das Gesundheitsamt am 20. März. Dabei handelte es sich um den Dirigenten Sepp Mangstl (54; Dreder Musi, Höhenrainer Blaskapelle).

Die Altersstruktur und die Verteilung der Corona-Toten seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr auf die jeweiligen Altersgruppen.

Bis zum Ende der ersten Welle lagen die Todeszahlen bei 222.

Mit der zweiten Welle stieg die Anzahl der Verstorbenen von Mitte Oktober an um weitere 252 Fälle. Die Altersverteilung: ein Fall unter 34 Jahre; 13 zwischen 35 und 59 Jahre; 134 zwischen 60 und 79 Jahre; und 326 über 80 Jahre. Insgesamt 292 Verstorbene lebten in einem Alten- oder Pflegeheim.

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