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Liftbetreiber in großer Sorge

Corona-Beschränkungen: Bleiben die Skigebiete in der Region Rosenheim wieder geschlossen?

Ob es in dieser Saison Skibetrieb am Hocheck weiß noch keiner. Die Schneekanonen sind noch nicht im Einsatz, gingen aber für unseren Fotografen schon mal in den Probebetrieb.
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Ob es in dieser Saison Skibetrieb am Hocheck in Oberaudorf gibt, weiß noch keiner. Die Schneekanonen sind noch nicht im Einsatz, gingen aber für unseren Fotografen schon mal in den Probebetrieb.

Bereits im vergangenen Jahr konnten alle Skibegeisterten nur aus dem Tal auf die Berge blicken: Trotz präparierter Pisten und Seilbahnen mussten die Skigebiete geschlossen bleiben. Nun schlagen die Liftbetreiber auch für die bevorstehende Saison Alarm.

Von Kilian Schmöller

Rosenheim „Wir alle sind verzweifelt und wissen nicht mehr weiter“, meint Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld. Grund dafür sind die neuen Infektionsschutzvorgaben in Sachen Corona: Sie verlangen eine 2G-plus-Regelung für Seilbahnen.

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Die Betreiber fühlen sich damit aber vor den Kopf gestoßen, wie Matthias Stauch, Präsident des Verbands Deutscher Seilbahnen, in einer Pressemitteilung klagt: „Bei uns herrscht völliges Unverständnis, warum für den Sport im Freien strengere Regeln gelten sollen als für den Aufenthalt in Innenräumen.“

Lockdown durch die Hintertür

Der stellvertretende Vorstand des Verbandes, Peter Lorenz, bezeichnet die Regelung sogar als „Lockdown durch die Hintertür“ und fordert die Politik auf, den Skibetrieb unter einem 2G-Konzept zu ermöglichen. Nichtsdestotrotz laufen die Vorbereitungen in den Skigebieten der Region bereits auf Hochtouren. Schließlich brauchen die aufwendigen Arbeiten einige Wochen Vorlauf, bevor die ersten Skifahrer über die Pisten brettern dürfen.

Wartungskosten ohne Ausgleich

In den Skigebieten Sudelfeld und Hocheck werden deshalb die ersten Schneekanonen für weißen Glanz in den Bergen sorgen. Hannes Rechenauer, Geschäftsführer der Hocheck Bergbahnen, hofft dabei, dass sich die Geschichte nicht wiederholt: „Im letzten Jahr konnten wir die hohen Revisionskosten aus dem November nicht mehr ausgleichen, da es zu keiner Öffnung der Skigebiete mehr kam.“

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Auch für dieses Jahr sei schon ein Großteil der Arbeiten, wie die Wartung der Seilbahnen und Pistenraupen, erledigt. „Wir sind auf Knopfdruck bereit“, ergänzt Stadler. Bei einer erneuten Schließung käme es zur gleichen Situation wie im vergangenen Jahr. Der Saisonkartenvorverkauf sei bereits zum Erliegen gekommen, jetzt bleibe nur noch die Hoffnung, dass die Lifte nicht dasselbe Schicksal ereilt.

Besucher aus Hochinzidenzgebieten

Derzeit halten die Skigebiete aber an einem Start Mitte Dezember fest. Schließlich befindet sich die Region Rosenheim vorerst nur bis 15. Dezember im Lockdown. Für das Sudelfeld und das Skigebiet Wendelstein tun sich dadurch aber weitere Probleme auf: Beide Gebiete sind vom Landkreis Rosenheim und Miesbach zu erreichen.

Ob es in dieser Saison am Sudelfeld unter den derzeitigen Corona-Bedingungen Skifahrer auf die Piste locken wird, ist derzeit ungewiss.

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Bei unterschiedlichen Inzidenzen könne es also zu einer einseitigen Öffnung kommen, wie Florian Vogt, Geschäftsführer der Wendelsteinbahn, anmerkt. Im jetzigen Fall könne er nur mit der Seilbahn von Bayrischzell aus, nicht aber mit der Zahnradbahn in Brannenburg eine Bergfahrt anbieten.

Start im Dezember ungewiss

Der Start im Dezember sei aber noch lange nicht gewiss, meint Stadler. Falls bis zu diesem Zeitpunkt weiterhin die 2G-plus-Regelung gelte, sei eine Wiedereröffnung nicht wirtschaftlich, da viele Menschen vom erhöhten Aufwand abgeschreckt würden. Nach der Meinung Stadlers hätte eine Öffnung unter 2G auch die Impfbereitschaft gesteigert: „Viele Ski-Freunde sind auf uns zugekommen und haben gesagt, sie würden sich für den Sport impfen lassen. Der zusätzliche Test stellt da wieder eine Hemmschwelle dar.“

Österreich lässt die Pisten offen

Hinzukommt die abweichende Regelung unserer Nachbarn: In Österreich wird nämlich – trotz landesweiten Lockdowns – kein zusätzlicher Test von den Skifahrern verlangt. „Als Bayer, mit einem so kurzen Weg nach Österreich wie wir ihn haben, fährt man natürlich lieber in Tirol als unter den erschwerten Bedingungen in der Heimat Ski“, sagt Stadler. Peter Lorenz geht sogar so weit, die unterschiedlichen Regelungen als wirtschaftlichen und ökologischen Unsinn zu bezeichnen.

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Für den Fall, dass sich die Corona-Lage auch in den kommenden Monaten nicht entschärft und es keine Möglichkeiten zur Öffnung geben wird, blicken die Betreiber auf eine düstere Zukunft. „Wenn der Wintersportbetrieb am Wendelstein zum dritten Mal ausfällt, ist das für unser Skigebiet existenzgefährdend“, sagt Vogt. Das Licht am Ende des Tunnels ist also noch weit entfernt, wird aber immer notwendiger, um die Skisaison zu retten.

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