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Behörden melden immer neue Negativ-Rekorde

Erstmals mehr als 1000 Neu-Infektionen in Stadt und Kreis Rosenheim: der Corona-Lockdown kommt

  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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In der Nacht auf Donnerstag, 0 Uhr, geht die Region in einen Lockdown. Gastronomie, Kultureinrichtungen und Sportstätten bleiben geschlossen. Die Zahl der Neu-Infektionen mit dem Coronavirus erreicht immer neue Rekorde.

Update 24. November, 10.34 Uhr: Lockdown ab Donnerstag, 0 Uhr

Die Region Rosenheim steuert auf eine lange dunkle „stade Zeit“ zu: Mit dem Erreichen wird für die Region wie auch für Nachbarlandkreise wie Traunstein Markus Söders „harte Notbremse“ ausgelöst. Mit Donnerstag, 0 Uhr, geht die Region in einen Lockdown. Gastronomie, Kultureinrichtungen und Sportstätten bleiben geschlossen. Das ergibt sich aus den neu im Dashboard des Robert-Koch-Institus veröffentlichten Werten. Der Lockdown soll zunächst bis 15. Dezember dauern.

Erstmals meldeten am Mittwoch (24. November) Stadt und Landkreis zusammen über 1000 Infektionen – genau 1098 Ansteckungen an einem Tag stellen einen absoluten Tiefpunkt der Pandemie dar. Am Dienstag waren mit 795 am Dienstag und 769 am Freitag die Höchstwerte registriert worden.

Damit springen die Stände der 7-Tageinzidenz deutlich über 1000, genau 1358,3 für den Landkreis und 1168,4 für die Stadt. Laut 15. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die am heutigen Mittwoch in Kraft tritt, sind damit amtliche Verlautbarungen fällig, eine Allgemeinverfügung von Stadt und Landkreis ist für den Lockdown nicht mehr nötig.

OB März ruft auf: Impfen, impfen, impfen

Der Landkreis Traunstein hatte bereits am Dienstag (23. November) den Lockdown für den folgenden Donnerstag ausgerufen. Auch in der Region Rosenheim hatte sich an verantwortlicher Stelle niemand mehr Illusionen hingegeben.

Landrat Otto Lederer (CSU) zeigt Verständnis für die Regelverschärfungen für ganz Bayern und den Lockdown für die Hotspot-Regionen. „Die vom Bayerischen Landtag beschlossenen Maßnahmen führen hoffentlich dazu, die außerordentlichen Belastungen im Gesundheitswesen in der Region zu mildern“, sagte Lederer. „Die Belegungszahlen auf den Intensiv- und Normalstationen in den Kliniken und die damit verbundenen erheblichen Belastungen für das Klinikpersonal dürfen auf gar keinen Fall so etwas wie ein Normalzustand werden.“

Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März sprach von einem „Tal der Tränen“, aus dem nur noch ein Weg heraushelfe: „Impfen, Impfen, Impfen“.  Die Impfquoten in der Region liegen weiterhin deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt zurück.

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RosenheimSteht die Region noch einen Schritt vorm Lockdown? Oder war sie schon am Dienstag, 23. November, jenseits der Schwelle? Das Zahlen-Chaos bei den 7-Tage-Inzidenzen machte die Pandemie-Lage für Stadt und Landkreis Dienstag noch komplizierter, als sie kurz vor dem Hotspot-Lockdown ohnehin schon ist. Die Hoffnung, die durch die niedrigen Zahlen des Robert-Koch-Instituts aufkeimte, dürfte aber nur von kurzer Dauer sein.

Fehler macht den großen Unterschied

Nach den Zahlen des Landratsamtes hatten die kreisfreie Stadt Rosenheim und der Landkreis die kritische Marke mit Anlauf gerissen. Im Landkreis lag die Zahl bei 1141,30, in der Stadt 1026,90. Noch höher sind die Zahlen übrigens nach Auskunft des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit.

Jenseits der kritischen Marke: Die Inzidenzzahlen von Stadt und Landkreis Rosenheim haben laut Landratsamt die Lockdown-Linie bereits überschritten. Klinger

Entscheidend aber für Lockerungen und Verschärfungen sind die Zahlen des RKI. Das sagt das bayerische Gesundheitsministerium. Nach der offiziellen Statistik des Instituts lagen die Zahlen bei 916,2, beziehungsweise bei 809,9 – und damit unter der kritischen Grenze.

Lesen Sie den Aufruf im Wortlaut: Hunderte Ärzte in der Region Rosenheim appellieren an Impfzauderer

Dass Stadt und Landkreis am Dienstag (23. November) noch nicht zu den zehn Hotspot-Regionen im Freistaat gezählt wurden, beruht aber wohl lediglich auf falschen Daten. Das Landratsamt Rosenheim machte – anders als die Stadt – auf seiner Homepage auf die Differenz aufmerksam und nannte einen „technischen Übertragungsfehler“ als Ursache.

RKI räumt mögliche Unterschätzung der Inzidenz ein

Die Nachricht, dass die Zahlen für die Region des Landkreises am Dienstag zu niedrig lagen, nahm das RKI nicht zum Anlass für Korrekturen. „Die Behörden im Land- oder Stadtkreis verfügen immer über die aktuellsten Zahlen“, hieß es auf Anfragen der OVB-Heimatzeitungen.

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Dass es zu Unschärfen kommen kann, wollte das RKI weiterhin nicht ausschließen. Die 7-Tageinzidenz basiere auf dem Meldedatum der Fälle. Durch Verzug bei der Übermittlung der Daten könne es „zu einer Unterschätzung“ der Inzidenz kommen. Diese Gefahr bestehe insbesondere bei dynamischen Entwicklungen.

OB März sieht Stadt im „Tal der Tränen“

Ob es auch am Mittwoch (24. November) zu einer Unterschätzung kommt? Es wäre wohl die einzige, winzige Möglichkeit, den Lockdown noch aufzuschieben. Eine Trendwende ist unwahrscheinlich. So wie sich die Zahlen am Dienstag (23. November) auf der Seite des Landratsamtes darstellten, macht die Region am Donnerstag weitgehend dicht. Als erste gehen die Saurier in den Winterurlaub: Das Ausstellungszentrum Lokschuppen in Rosenheim ruft ab Mittwoch die vorweihnachtliche Zwangspause aus, die Ausstellung „Saurier – Giganten der Meere ist damit vorzeitig beendet.

Michael Fischer, Sprecher des Landratsamts, schildert das weitere Vorgehen: Sollte der Landkreis Rosenheim am Mittwoch laut RKI-Dashboard eine 7-Tageinzidenz von 1000 und höher aufweisen, werde das Landratsamt Rosenheim dies im Laufe des Tages formal in einer Bekanntmachung feststellen. „Dies ist Voraussetzung, damit der regionale Hotspot-Lockdown einen Tag später, also am Donnerstag, in Kraft treten kann.“

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Dazu braucht es, wie wiederum die Stadt Rosenheim mitteilt, auch keine Allgemeinverfügung mehr. „Eine amtliche Bekanntmachung, die das Überschreiten der 1000er-Marke feststellt, ist ausreichend“, sagt Sprecher Christian Schwalm.

Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU) hat sich bereits dreingeschickt. Die Verschärfung der Corona-Regelungen sei angesichts der Lage in den Intensivstationen unvermeidlich. Jede andere Entscheidung wäre im Hinblick auf das Funktionieren des Gesundheitssystems „nicht zu verantworten“. Er hoffe, dass der Hotspot-Lockdown die vierte Infektionswelle breche, die Kliniken entlaste und Menschenleben rette. Auf lange Sicht sei „der einzige Weg, der uns aus diesem Tal der Tränen wieder herausführt: Impfen, impfen, impfen“.

Traunstein meldet am Donnerstag Lockdown

Auch der Landkreis Traunstein gibt sich keinen Illusionen hin. Für die Landkreise, die am heutigen Mittwoch die Grenze von 1000 überschreiten – „darunter auch der Landkreis Traunstein“ – gelte ab Donnerstag der Lockdown. Diese Maßnahme gelte so lange, bis fünf Tage in Folge der Wert von 1000 wieder unterschritten werde. Dass dieser Zeitpunkt so schnell kommt – daran scheint OB März nicht zu glauben; Er fürchte, der Lockdown werde „in drei oder vier Wochen noch nicht vorüber sein“.

Rubriklistenbild: © Hans Punz/dpa

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