Coronavirus: Der Landkreis Rosenheim rüstet auf

Extra-Platz für Abstriche:Mitarbeiter des Malteser-Hilfsdienstes haben zwei Zelte vorm Romed-Klinikum in Rosenheim aufgestellt. Schlecker
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Während noch um den ersten Corona-Toten getrauert wird, bereitet sich der Landkreis auf den Katastrophenfall vor. Gut vorbereitet sieht der oberste Feuerwehrler die Region. Die Romed-Kliniken wiederum wollen kräftig ausbauen.

Rosenheim – Noch ausreichende Kapazitäten für den Moment, dringenden Bedarf für die Zukunft – so beurteilt das Romed-Klinikum in Rosenheim die Situation. Man habe etwa ausreichend Mundschutzmasken und Schutzkleidung, doch sei nach wie vor „ressourcenschonender Umgang angezeigt“, berichtete eine Sprecherin auf Anfragen der OVB-Heimatzeitungen. Eine gewisse Entspannung zeichnet sich in diesem Bereich ab, seit Ministerpräsident Söder (CSU) die Verteilung von Schutzmasken in großem Umfang angekündigt hat. Wann die Lieferungen in Rosenheim ankommen, ist allerdings noch nicht bekannt.

Beatmungsplätze verdoppeln

Die vorhandenen Beatmungsplätze bei Romed werden nach Auskunft der Klinik deutlich erhöht. „Mittelfristig wollen wir die Beatmungsplätze bei Romed mehr als verdoppeln“, sagte die Sprecherin. Im RoMed Klinikum Rosenheim sind derzeit fünf Stationen für Corona-Patienten vorgesehen. Ziel sei es, ein ganzes Bettenhaus für Covid-19-Patienten in Reserve zu halten. Romed ist außerdem der Aufforderung von Gesundheitsminister Spahn (CDU) nachgekommen, Prioritäten zu setzen. Alle planbaren und nicht unmittelbar notwendigen Operationen wurden verschoben, heißt es seitens der Klinik.

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Mit dem Personal droht man an die Kapazitätsgrenze zu gelangen. Romed hat sich daher mit einem dringenden Appell vor allem an Medizinstudenten und Pflegekräfte gewandt. „Viele aus der Bevölkerung melden sich, um zu helfen - Mediziner, Studenten und auch Nichtmediziner“, sagt Priv.-Doz. Dr. Christoph Knothe, Medizinischer Direktor der Romed Kliniken. „Ein sehr solidarisches Verhalten ist hier spürbar.“

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Pragmatisch will die Klinik auf Fälle in den eigenen Reihen zugehen. Gemäß der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts muss der infizierte Mitarbeiter unter häuslicher Quarantäne gestellt werden, sofern sein Gesundheitszustand dies zulässt. „Enge Kontaktpersonen unter den Mitarbeitern dürfen gemäß den RKI-Richtlinien unter bestimmten Voraussetzungen und Schutzvorkehrungen weiterarbeiten, solange sie nicht selbst erkranken“, heißt es seitens des Klinikums. Damit wäre die Schließung ganzer Stationen wegen eines erkrankten Mitarbeiters vom Tisch.

Für den Katastrophenfall gerüstet sieht Kreisbrandrat Richard Schrank, oberster Feuerwehrler im Landkreis, die Region. Was Führungs- und Kommunikationsstrukturen angeht, alles vorbereitet. „Wir sind betriebsbereit“, bestätigt er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Strukturen für den Ernstfall

Kommt es zum Ernstfall, stehen die Strukturen fest: Insgesamt acht Personen haben den Status „örtlicher Einsatzleiter“, darunter neben Schrank selbst weitere Vertreter von Feuerwehren (Kreisbrandinspektoren), der Bergwacht, des Rettungsdienstes und des Technischen Hilfswerks (THW). Entsprechend einem Schichtplan wird durchgewechselt. „All das neutral, ohne einer Organisation zugeordnet.“

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Zustände wie in Deggendorf, wo eine Dreifachturnhalle mit Feldbetten ausgestattet wurde, um für den Ernstfall gerüstet zu sein, wird es nach den Worten des Kreisbrandrats im Raum Rosenheim so schnell nicht geben. Hier wird im Notfallplan in erster Linie auf Liegenschaften des Landkreises zurückgegriffen, darunter Ausbildungsstätten mit ihren Unterkunftsräumen. „Wir haben das ein oder andere Gebäude, das wir für viele hundert Patienten nutzen könnten“, erklärt Schrank.

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Ein Beispiel: In der Stadt Wasserburg wird nun ein Schülerwohnheim für Quarantänemaßnahmen genutzt. Hier werden insbesondere ausländische Bürger untergebracht, die aufgrund der Grenzschließungen keine Möglichkeiten haben, zu Hause ihre Quarantäne anzutreten. Noch sind hier die Kapazitäten ausreichend: Aktuell sind, so weiß es Schrank, lediglich zwei der insgesamt 60 Betten belegt.

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