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Corona-Lage in Stadt und Landkreis

Naht die dritte Welle? Corona-Fallzahlen in der Region Rosenheim steigen wieder

So sieht die Corona-Lage in den Gemeinden aus.
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So sieht die Corona-Lage in den Gemeinden aus.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Seit Jahresbeginn ging‘s bergab mit den Corona-Fallzahlen und vorsichtig bergauf mit der Laune. Jetzt droht der Stimmmungsknick: Die Fallzahlen steigen wieder. Wie Corona den Frühling vermiesen könnte. Und was die Mutationen damit zu tun haben.

Rosenheim – Ein Superspreader, ein überexponentieller Anstieg, eine Viren-Explosion? Von 1 auf 187 stieg im Verlauf der vergangenen Woche in der Region die Zahl der bestätigten Fälle von Infektionen mit Corona-Varianten. Erst am vergangenen Montag hatte das Landratsamt erstmals die britische Variante bestätigt, und dann gleich in 74 Fällen. Seitdem hat das Gesundheitsamt 112 neue Fälle feststellen können. Länger liegt bereits eine Infektion mit der südafrikanischen Variante zurück.

Die Mutationen sind in der Region Rosenheim angekommen

Der heftige Anstieg ist nicht auf eine über Nacht verschärfte neue Pandemielage, sondern auf eine Änderung in der offiziellen Sprachregelung zurückzuführen. Was im variantenspezifischen PCR-Test als britische Variante nachgewiesen wurde, gilt seit Kurzem auf Anweisung des Bayerischen Gesundheitsministeriums auch ohne weitere aufwendige Sequenzierung als bestätigter Fall der Variante B.1.1.7. Noch nicht festgestellt wurde in der Region die brasilianische Variante.

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„Große Sorge bereitet uns die Verbreitung der besorgniserregenden Varianten“, sagt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim. Die mutierten Virenformen können den Verlauf der Pandemie verschlimmern, zu einer schnelleren Verbreitung der Infektionen, zu schwereren Verläufen und zu einer Überlastung der Intensivstationen führen.

Für die Betroffenen gelten strengere Regeln: Sie müssen 14 Tage in häuslicher Isolation verbringen, benötigen nach Ablauf der Frist ein negatives Testergebnis. Das gilt auch für die engen Kontaktpersonen.

Inzidenzen in Stadt und Landkreis Rosenheim haben wieder kräftig angezogen

Ebenso viel Besorgnis wie die Zahl der Fälle mit Mutationen lösen die aktuellen Fallzahlen aus. Mit Beginn des neuen Jahres schwächte sich das Infektionsgeschehen in der Region ab; dieser Trend ist für den Moment gestoppt. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Fälle bezogen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, steigt seit dem Lagebericht vom 19. Februar wieder an.

„Wir sehen seit dieser Woche einen Wiederanstieg der Fallzahlen und der 7-Tage-Inzidenz“, sagt Hierl. „Um von einer Trendumkehr zu sprechen, ist es noch zu früh, es liegen aber erste Hinweise darauf vor.“ Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz für die Stadt bei 66,09 (am vergangenen Freitag: 36,19), für den Landkreis Rosenheim bei 84,95 (51,66).

Wo stecken sich die Menschen an?

Offensichtlich ereignen sich viele Infektionen noch immer in der Familie und im Kreis der Freunde. Immer häufiger zu finden sind Infektionen an Schulen und vor allem Kitas. Darauf sind auch die hohen Zahlen an Neuinfektionen etwa in Bad Aibling (52) und Bruckmühl (31) zurückzuführen. Ein Lichtblick: Es treten aktuell kaum Infektionen bei Bewohnern von Heimen auf. „Dies ist ein großer Erfolg der Impfungen in den Einrichtungen“, sagt Hierl.

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Hinzu kommt Testen als wichtiges Instrument im Kampf gegen Corona. Das zeigen die Statistiken des kommunalen Testzentrums Rosenheim: Vor Weihnachten erreichte das Testpensum die Rekordmarke von fast 1800 Menschen an einem Tag. Eine ähnliche Spitze ist vor Ostern zu erwarten.

Nicht Spitze mit der Spritze: Wie der Rest von Deutschland hinkt die Region Rosenheim hinterher.

Wesentlich langsamer als in anderen Ländern: der Fortschritt der Impfkampagne. 4,8 Prozent der Menschen in der Region haben die erste Impfung hinter sich. Damit befindet sich Rosenheim genau zwischen dem deutschen (4,5 Prozent) und dem bayerischen Schnitt (5,0) .

Impfungen: Nur langsam nimmt die Kampagne Fahrt auf

Rosenheim hinkt Bayern auch bei der finalen zweiten Impfung hinterher. Im Gleichschritt mit Deutschland liegt Rosenheim auf 2,4 Prozent, der Bayernschnitt liegt bei 2,6 Prozent. Damit man für eine Impfung an die Reihe kommt, muss man sich registriert haben. Die Anmeldung sollte in der Regel online erfolgen, in Ausnahmen ist auch eine Registrierung bei der Impfhotline unter Telefon 0 80 31/ 36588 99 möglich.

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Für eine Aufnahme in eine dringlichere Gruppe sind Gesundheitsamt oder Impfzentren übrigens nicht die richtigen Adressen. Menschen mit seltenen Erkrankungen, die in der Impfverordnung noch nicht berücksichtigt wurden, können ab Montag Anträge bei der Impfkommission einreichen.

Die Pandemie in der Region Rosenheim: Trends und Zahlen

Seit Freitag, 19. Februar, wurden dem Gesundheitsamt 264 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Zuvor waren es noch 158 neue Fälle gewesen. Bisher sind insgesamt 13 469 Fälle von Covid-19 in Stadt und Landkreis aufgetreten (Landkreis: 10 605, Stadt: 2864). Bei 12 388 Menschen wurde eine Genesung dokumentiert. 474 Menschen sind an oder mit der Erkrankung gestorben, zwei mehr als vergangene Woche (Landkreis: 421, Stadt: 53).

Die Anzahl der Corona-Tests im Testzentrum Loretowiese seit Ende November.

97 Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt 18. Februar 99). Hiervon befinden sich zwölf Patienten auf einer Intensivstation, drei weniger als zuletzt.

Zahlen, die Hoffnung machen. Aber: Auch am Romed-Klinikum macht man sich laut Geschäftsführer Jens Deerberg-Wittram Sorgen, dass es mit der nächsten, dann der dritten Welle losgehen könnte. Schon jetzt stellen die Mutationen die Kliniken vor neue Herausforderungen: So genannte Kohortenbelegungen, also Mehrfachbelegungen mit Corona-Infizierten, sind in der ersten Phase des Klinikaufenthalts derzeit nicht möglich. Man müsse davor erst sichergehen, dass man nicht zwei Patienten mit unterschiedlichen Virus-Typen zusammenlege, sagte Deerberg-Wittram.

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