Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


DIE SITUATION IN DEN IMPFZENTREN

Nicht genug Biontech: Kaum noch Erstimpfungen in der Region Rosenheim / Traunstein

Engpässe in Sicht: Damit Erstgeimpfte die dringend fällige Zweitimpfung erhalten, fahren die Impfzentren die Erst-Termine stark zurück.
+
Engpässe in Sicht: Damit Erstgeimpfte die dringend fällige Zweitimpfung erhalten, fahren die Impfzentren die Erst-Termine stark zurück.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
    schließen

Der Mangel an Nachschub drosselt das Tempo bei der Impfkampagne. Die Impfzentren ziehen daraus die Konsequenz. Eine Folge: Erstimpfungen in den Einrichtungen in Rosenheim und Traunstein werden zur Mangelware.

Rosenheim/Traunstein – Erstimpfungen an den Impfzentren werden in den kommenden Wochen Mangelware. Die Landratsämter in Rosenheim, Traunstein und Mühldorf haben übereinstimmend gemeldet, Erstimpfungen an den Impfzentren in den kommenden Wochen nur noch eingeschränkt vornehmen zu können.

Es werde verimpft, was verimpft werden könne. Das hatte Rosenheims Landrat Otto Lederer (CSU) den OVB-Heimatzeitungen zuletzt auf Anfragen geantwortet. Wie sich mit zunehmender Klarheit herausstellt, hakt es genau dort: an der Menge, die verimpft werden kann.

Der Nachschub an die Impfzentren fällt nicht reichlich genug aus, um Erstimpfungen im gewünschten oder notwendigen Umfang vornehmen zu können. Die Erstimpfungen werden daher in den kommenden Wochen stark zurückgehen. Zu Gunsten der Zweitimpfungen.

Wegen der Frist: Konzentration auf Zweitimpfung

Ab Montag, 24. Mai, wird es eng. Ab diesem Tag wird der Impfstoff „vollumfänglich für Zweitimpfungen benötigt“, heißt es aus dem Landratsamt Traunstein. In den Impfzentren in Altenmarkt an der Alz und in der Chiemgau-Halle in Traunstein werden dann nach Angaben der Behörde durchschnittlich 5500 Zweitimpfungen pro Woche durchgeführt. Damit scheint das Kontingent weitestgehend aufgebraucht.

Erstimpfungen im Kreis Mühldorf48.605
Quote Erstimpfungen42,17%
Zweitimpfungen im Kreis Mühldorf15.191
Quote Zweitimpfungen13,18%

Datenstand 14. Mai / Quelle: Landratsamt Mühldorf

Man gehe aktuell davon aus, dass Erstimpfungen voraussichtlich bis in die Kalenderwoche 25 hinein – das bedeutet, bis über den 15. Juni hinaus – „nur in sehr geringem Umfang möglich sind“, heißt es in einer schriftlichen Antwort des Landratsamtes auf die Nachfragen der OVB-Heimatzeitungen.

„Die Zweitimpfungstermine müssen eingehalten werden“

Dabei folgen die Mitarbeiter in den Impfzentren nicht etwa Weisungen von oben. „Eine Anweisung über den Stopp der Erstimpfungen vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat es nicht gegeben“, sagt eine Sprecherin des Landratsamtes Traunstein. Eine derartige Meldung aus zwei oberfränkischen Landkreisen hatte am 18. Mai für Verwirrung gesorgt.

Lesen Sie auch:

Erstimpfungen abgesagt? So ist das Impfzentrum in Ainring betroffen

Es ist Termindruck, die zur Bevorzugung der Zweitimpfungen und zu Einschränkung bei den Erstimpfungen bewegt. Tatsächlich empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (Stiko) für Biontech-Pfizer einen Abstand von sechs Wochen zwischen erster und zweiter Impfung.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

„Jetzt müssen erstmal die Zweitimpfungstermine eingehalten werden“, sagt daher Christian Schwalm als Sprecher der Stadt Rosenheim, die federführend für das von Stadt und Landkreis gemeinsam getragene Impfzentrum an der Loretowiese ist. Da gebe es auch keinen Spielraum, betont der Sprecher: „Die Termine sind fest.“

In Rosenheim weniger als halb so viele Erstimmpfungen wie normal

Immerhin: Niemand, der noch einen Termin fürs erste Mal ergattert hat, muss um seine Dosis fürchten. Man habe sich darauf eingestellt und von vornherein weniger Termine vereinbart, heißt es wiederum übereinstimmend aus dem Rathaus der kreisfreien Stadt Rosenheim und dem Landratsamt in Traunstein.

Lesen Sie auch:

Warum die Hausärzte in der Region Rosenheim auf die Barrikaden gehen

Der Schwund ist aber beachtlich. Rund 6500 Erstimpfungen wurden etwa in der vergangenen Woche im Rosenheimer Impfzentrum vorgenommen; ab kommender Woche soll die Zahl zunächst auf 2900 sinken, damit rund 7100 Menschen ihre dringend benötigte zweite Dosis Biontech-Pfizer empfangen können.

Insgesamt fehlt es einfach an Nachschub

Es kommt offenbar weiterhin nicht so viel Impfstoff bei den Impfzentren an, wie gebraucht wird. Das Bundesgesundheitsministerium verweist auf die Zuständigkeit der Länder. Die Planung und Durchführung der Impfungen liege in deren Verantwortung.

Erstimpfungen im Kreis Traunstein66.833
Quote Erstimpfungen37,74%
Zweitimpfungen im Kreis Traunstein17.181
Quote Zweitimpfungen9,70%

Datenstand: 19. Mai / Quelle: Landratsamt Traunstein

„Die Länder organisieren und betreiben die Impfzentren und die mobilen Impfteams“, der Freistaat sei also die richtige Adresse. Nach Auskünften der Regierung von Oberbayern werden die Impfdosen gemäß Bevölkerungsanteil verschickt. Was in Bayern ankommt, weist die koordinierende Stelle Impfstoff am Landesamt für Gesundheit in Erlangen den Regierungsbezirken zu. Die Koordinierungsstelle an der Regierung von Oberbayern wiederum teilt diese Kontingente je nach Bevölkerungsanteil den Impfzentren zu.

Ebenfalls interessant:

Corona-Impfung für Kinder: Rosenheimer Ärzte beobachten Zulassungsverfahren

Nach den Worten von Staatsminister Klaus Holetschek (CSU) liegt der Zurückhaltung bei den Erstimpfungen in den kommenden Wochen ein Plan zugrunde. Bayern habe wie die anderen Bundesländer auch auf eine hohe Impfrate an Erstimpfungen gesetzt, um möglichst vielen Menschen schon mit einer ersten Impfung einen gewissen Schutz zu geben.

Gerade in den Wochen seit 5. April seien „nahezu ausschließlich“ Erstimpfungen durchgeführt worden. Die dazu fälligen Zweitimpfungen würden nun verabreicht, mit 1,1 Millionen Zweitimpfungen in ganz Bayern für die kommenden vier Wochen.

Engpässe bei den Hausärzten

Die Corona-Erstimpfungen seien in Bayern weiterhin möglich, sagt Holetschek, sie würden aber schwerpunktmäßig durch niedergelassene Haus- und Fachärzte angeboten. Die bekommen aber nach wie vor viel weniger Impfstoff, als sie eigentlich verimpfen könnten. Das ergaben kürzlich Recherchen der OVB-Heimatzeitungen.

Nicht genug, dass sie weit weniger Dosen erhalten, als sie für die Erstimpfungen vergeben könnten, klagten zuletzt zahlreiche Hausärzte darüber, nicht einmal die Dosen für die bereits längst vereinbarten zweiten Impftermine zu erhalten. Wie berichtet, sagte eine Reihe von Ärzten bereits Termine ab.

Hausärzte üben Kritik

Hausärzte in der Region Rosenheim erneuern daher ihre Kritik an der Zuteilung des Impfstoffs. Wie das ganze Verfahren ablaufe, sei einer Demokratie nicht würdig, sagt Dr. Nikolaus Klecker, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbands mit Praxis in Rosenheim. Es sei „intransparent und nicht nachzuvollziehen“.

Vielleicht steigen die Impfzentren nach der Premieren-Diät wieder voll ein. Davon scheint zumindest die Stadt Rosenheim auszugehen. Im Bürgerhaus E-Werk bietet sie ab sofort Hilfe be der Registrierung für einen Termin in den Impfzentren an.

Kommentare