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Klinik-Lage bleibt angespannt

Corona-Zahlen in der Region Rosenheim rückläufig - doch die Omikron-Variante lauert bereits

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Die Corona-Fallzahlen befinden sich weiter auf Sinkflug. Und dennoch warnen Experten davor, von einer Entspannung der Corona-Lage in der Region zu sprechen. Denn: Die Belastung auf den Intensivstationen ist unverändert hoch, die „Impflücke“ im Gegenzug groß. Und die Omikron-Variante lauert bereits.

Rosenheim – Die Inzidenz für die Stadt Rosenheim ist inzwischen bei 355 angelangt, für den Landkreis bei 417 (Stand 17. Dezember, 0 Uhr). Seit Mitte der Woche ist bereits die Marke 500 unterschritten. Und dennoch warnen Experten davor, von einer Entspannung der Corona-Lage in der Region zu sprechen. Denn: Die Belastung auf den Intensivstationen ist unverändert hoch; die „Impflücke“ im Gegenzug groß.

25 weitere Corona-Tote

Hinzu kommt eine hohe Anzahl an Corona-Todesfällen: 25 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 hat das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim registriert – und damit eine weitere Steigerung gegenüber der Vorwoche mit damals 24 Corona-Toten. Zwei der zuletzt Verstorbenen waren unter 60 Jahre alt, neun Personen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren. 14 Personen waren über 80 Jahre alt. 17 der verstorbenen Personen waren laut Gesundheitsamt in einem Heim betreut worden.

Die Gesamtzahl der offiziell registrierten Corona-Toten steigt mit dieser Woche auf 684 Personen (Landkreis: 593; Stadt: 91).

Hunderte Neuinfizierte

Die Zahl der Neuinfizierten sinkt nun bereits die dritte Woche in Folge in der Region. In dieser Woche sind laut Gesundheitsamt täglich zwischen 75 und 370 neue Fälle vermeldet worden. Die Gesamtzahl der Neumeldungen binnen einer Woche reduzierte sich von 2184 in der Vorwoche auf aktuell 1309.

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim mit den Neuinfektionen binnen einer Woche (Stand 17. Dezember 2021).

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes, bewertet das als gute Nachricht: „Die Entwicklung der Infektionszahlen ist weiterhin positiv. Die Kontakt- und Zugangsbeschränkungen scheinen zu wirken. Der Gipfel der vierten Welle, einer Delta-Welle, liegt hinter uns.“

Überwiegend Ungeimpfte betroffen

Laut Gesundheitsamt waren weit überwiegend Ungeimpfte bei den neuen Fällen betroffen. Die Auswertung der Fälle seit 1. Dezember ergibt, dass trotz der Impfbemühungen etwa 19 Prozent in der Altersklasse über 60 Jahre betroffen waren, also Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

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Über die Hälfte der Fälle (56 Prozent) lagen im Altersbereich zwischen 18 und 59 Jahren. Acht Prozent der Fälle traten bei Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren auf. Hierl: „Alle diese Infektionsfälle wären grundsätzlich durch eine Impfung vermeidbar.“

13 Prozent der Fälle traten bei Kindern und Jugendlichen von fünf bis unter zwölf Jahren auf und vier Prozent bei Kindern bis unter fünf Jahren.

Ausbrüche in Schulen und Kitas

Betroffen von Ausbrüchen sind nach wie vor Schulen und Kitas. In den Schulen in Stadt und Landkreis ereigneten sich in dieser Woche laut Gesundheitsamt fünf Ausbrüche mit zwölf Folgefällen, in den Kitas fünf Ausbrüche mit zehn Folgefällen.

Zuletzt betroffen waren die Schule im englischen Institut SFZ Wasserburg mit sieben Corona-Fällen, die Franziska-Lechner-Grund- und Mittelschule Edling mit sechs Fällen, die Holnstainer-Grundschule Bruckmühl mit vier Fällen und die Grundschule Bernau sowie das Luitpold-Gymnasium Wasserburg mit jeweils drei Fällen.

Neben zahlreichen Einzelfällen waren zuletzt folgende Kitas betroffen: das Kinderhaus KiWest Feldkirchen-Westerham (vier Fälle) und das Katholische Kinderhaus Spatzennest Schechen, das Haus für Kinder Sternschnuppe Söchtenau sowie das Integrative Haus für Kinder Schatztruhe in Oberaudorf mit je zwei Fällen.

Ausbrüche in Heimen

Davon abgesehen herrscht laut Gesundheitsamt weiterhin ein „diffuses Ausbreitungsgeschehen“ vor. Darüber hinaus ereignen sich größere Ausbrüche in Pflege- und Behindertenheimen und Kliniken. Ein Problem bleiben Infektionsübertragungen auf Mitarbeiter und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen. Aufgrund des hohen Anteils vollständig geimpfter Bewohner bei den positiven Fällen besteht nach den Worten von Behörden-Chef Hierl weiterhin dringender Bedarf für Nachhol- und Boosterimpfungen.

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Positive Fälle sind in dieser Woche in 26 Alten- und Pflegeheimen aufgetreten. Betroffen ware 179 Bewohner (131 geimpft, 42 ungeimpft, drei unvollständig geimpft, drei unbekannt) und 88 Mitarbeiter (47 nicht geimpft = 53 Prozent, 21 geimpft, einer unvollständig geimpft, 19 unbekannt). 13 Heimbewohner (sechs davon ungeimpft) mussten hospitalisiert werden.

Besorgnis wegen Omikron groß

Überdies ist bei Experte Hierl die Besorgnis wegen der hochansteckenden Omikron-Variante groß. „Jeder Bürger ist daher aufgerufen, im Alltag alle nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren und Reisen zu vermeiden. Sofern Kontakte nicht gemieden werden können, sollten Masken getragen, Mindestabstände eingehalten und die Hygieneregeln beachtet werden.“ Gleichzeitig müsse die Impfrate in der Region enorm gesteigert werden. „Die Impfung ist für mich persönlich absolute ethische Verpflichtung. Da hilft kein Schönreden und kein Beharren auf der persönlichen Freiheit. Diejenigen, die noch für Argumente offen sind, müssen jetzt handeln und einen Impftermin zur Nachholimpfung und zur Boosterung vereinbaren“, so Hierl.

Die Impfquote in der Region im Vergleich (Stand 17. Dezember).

Neben den Hausärzten steht das Impfzentrum für Impfungen zur Verfügung. Die Registrierung ist möglich unter www.impfzentren.bayern oder unter Telefon 0 80 31/365-88 99. Impfungen im Impfzentrum können aktuell ohne vorherige Terminvereinbarung durchgeführt werden. Um Wartezeiten zu vermeiden, wird eine Anmeldung allerdings empfohlen.

Reiserückkehrer aus Südafrika

In der Region angekommen ist bereits die Omikron-Variante: Seit 24. November sind laut Gesundheitsamt insgesamt 79 Personen mit Wohnsitz in Stadt und Landkreis Rosenheim aus einem Virusvariantengebiet im südlichen Afrika eingereist (+9). In 54 Fällen war das Reiseland Südafrika, in 25 Fällen Namibia und einmal Simbabwe. 76 der Reiserückkehrer wurden negativ getestet. Zwischenzeitlich haben sich 31 Personen nach Absolvierung der Quarantäne freigetestet. Sechs Personen wurden bislang mittels Genomsequenzierung positiv auf die Omikron-Variante getestet (+4). Darunter befinden sich eine Person, die ihren Hauptwohnsitz in einem anderen Landkreis hat, und ihre beiden Familienmitglieder aus dem Landkreisgebiet, bei denen sie die häusliche Isolierung verbracht hat.