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Kampf gegen die Pandemie

10.000 Dosen gegen Corona: In der Region Rosenheim kommt die Impfkampagne auf Touren

Die Entwicklung der Pandemielage: Corona-Neuinfektionen in Stadt und Landkreis. Grafik Klinger
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Die Entwicklung der Pandemielage: Corona-Neuinfektionen in Stadt und Landkreis.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Die Inzidenzzahl in Rosenheim steigt wieder, aber die Impfkampagne sorgt für Hoffnung: Allein in der kommenden Woche sollen im Impfzentrum 10.000 Dosen verabreicht werden. Wie sich die Pandemielage in der Region entwickelt.

Rosenheim – Die Bayern-Karte des Robert-Koch-Instituts färbt sich mit immer mehr tiefrot, mit immer mehr Landkreisen jenseits einer 7-Tage-Inzidenz von 100. Dem Trend trotzt in der Woche nach Ostern allerdings der Landkreis Rosenheim: Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 86,1 (Stand 9. April, 0 Uhr) gehört er zu dem guten Dutzend Landkreisen im Freistaat, die aktuell nicht die Notbremse ziehen müssen.

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Damit ist in der kommenden Woche an den Schulen im Landkreis auch Präsenz- oder Wechselunterricht möglich. Dagegen ist der Wert der Stadt Rosenheim erneut erheblich gestiegen auf nunmehr 124,3 – was für die Schulen im Stadtgebiet Distanzunterricht (bis auf die Abschlussklassen), für die Kitas weiterhin Notbetreuung bedeutet.

Weg von Astrazeneca

Da kommt die Nachricht, dass die Impfkampagne auf Touren kommt, zum rechten Zeitpunkt. In der kommenden Woche von 12. bis 19. April sollen im Impfzentrum Rosenheim 10.000 Impfungen vorgenommen werden. Wenn man bedenkt, dass in den 14 Wochen seit Beginn der Impfkampagne in Stadt und Landkreis Rosenheim rund 37.500 Menschen mit der ersten und etwa 20.600 mit der zweiten Impfung versehen wurden, wird das Ausmaß der Steigerung deutlich.

Dabei stellt auch das Impfzentrum auf der Loretowiese um – weg von Astrazeneca, das von der ständigen Impfkommission (Stiko) für Menschen unter 60 nur eingeschränkt empfohlen wird, und hin zu Biontech-Pfizer.

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Hans Meyrl, Leiter des Impfzentrums an der Loretowiese, betont, dass Astrazeneca nur noch am 15., 16. und 18. April verimpft wird, und zwar ausschließlich für über 60-Jährige. Für diese drei Tage stehen nach Meyrls Worten 4770 Impfdosen zur Verfügung. Ab 19. April verabreichen den schwedisch-britischen Impfstoff nur noch Haus- und Fachärzte. Die haben im Lauf der vergangenen Woche in Stadt und Landkreis bereits 2215 Impfungen durchgeführt und melden noch Luft nach oben – entsprechenden Nachschub an Impfstoffen vorausgesetzt.

Da scheit es in der Region mitunter zu haken. Mit einer Impfquote von 6,3 bei den Zweitgeimpften liegen Stadt und Landkreis Rosenheim zwar nur knapp hinter Bayern (6,4 Prozent) und deutlich vor Deutschland (5,8). Bei den Erstimpfungen aber hinkt die Region mit 11,5 Prozent krass hitner Deutschland (14,7) und Bayern (14,6) hinterher.

Zur Corona-Lage in der Region: Seit 31. März wurden dem Gesundheitsamt 357 neue Fälle für Stadt und Landkreis gemeldet.

Damit sind bisher insgesamt 15 405 Fälle in der Region Rosenheim registriert worden (Landkreis: 12 037, Stadt: 3368). Mittlerweile wurde bei mindestens 13 666 Personen eine Genesung dokumentiert. 490 Personen sind bislang an oder mit Covid-19 gestorben, das sind drei mehr als vor einer Woche (Landkreis: 435, Stadt: 55). Einer der drei Verstorbenen war unter 60 Jahre alt.

Impfquote in der Region Rosenheim

Infektionsquelle ist oftmals unbekannt

Wo sich die Menschen anstecken, kann offenbar auch das Gesundheitsamt oft nicht nachverfolgen. Bei einer Inkubationszeit von 14 Tagen sei es schwierig, sich an einen Anlass zu erinnern, bei dem man sich angesteckt haben könnte, heißt es aus der Behörde. Bei jedem zweiten Fall heißt es daher: Infektionsquelle unbekannt.

Bei der anderen Hälfte geht der Großteil – fast 40 Prozent aller neuen Fälle – auf eine Ansteckung im Privathaushalt zurück. Auffällig ist außerdem: Drei von vier Ansteckungen seit Anfang März entfallen auf die Altersklassen zwischen 15 und 34 Jahre (33 Prozent) und zwischen 35 und 59 Jahre (40 Prozent).

Auch regional ergeben sich Unterschiede. Rosenheims Zuwachs von 96 Corona-Fällen innerhalb einer Woche ist auch gemessen an der Größe der kreisfreien Stadt erheblich. Aber auch Gemeinden wie Bad Aibling (20), Raubling (18), Kolbermoor (17) und Bruckmühl (16) in direkter Nachbarschaft Rosenheims haben vergleichsweise hohe Infektionszahlen, ebenso wie Prien (21) und Bernau (18).

Hierl warnt vor Lockerungen

In der Regel lasse sich die Ursache für zunehmende Neuinfektionen aber nicht allein auf lokal begrenzte Ausbrüche zurückführen, betont der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes, Dr. Wolfgang Hierl. Die Ausbreitung erfolge in der aktuellen Pandemie weitgehend diffus und „leider zum Teil auch unbemerkt im Rahmen von alltäglichen Mensch-zu-Mensch-Kontakten“.

Hierl erneuerte seine Mahnung, auch im 13. Monat der Pandemie auf Abstand zu achten sowie Kontakte und Menschenansammlungen zu vermeiden. Weitere Lockerungen, zum Beispiel im Rahmen einer Teilnahme der Stadt an dem Modellprojekt der Staatsregierung, müssten vorsichtig und schrittweise erfolgen sowie durch strenge Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowie durch eine intensive Teststrategie abgesichert werden.

So schnell wird es offensichtlich ohnehin nichts mit der Teilnahme an diesem Modellprojekt: Am Mittwoch verkündete Ministerpräsident Markus Söder (CSU), dass sowohl Lockerungen als auch Modellversuche angesichts der Pandemielage (wir berichteten) zunächst um zwei Wochen verschoben werden.

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