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Kampf gegen die Pandemie im Raum Rosenheim

Quarantäne auch für geimpfte Kontaktpersonen: Wegen Delta-Variante strengere Corona-Regeln

Die Entwicklung der Ansteckungszahlen in der Region Rosenheim. Grafik Klinger
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Die Entwicklung der Ansteckungszahlen in der Region Rosenheim. Grafik Klinger
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Die Zahl der Corona-Infektionen im Raum Rosenheim sinkt, die Sorgen der Experten wachsen: Die Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante führt zur Ausweitung der Isolations-Regeln: Auch geimpfte Kontaktpersonen von Delta-Fällen müssen in Quarantäne. Und das schon im Verdachtsfall.

Rosenheim – In Stadt und Landkreis Rosenheim gelten schärfere Regeln im Umgang mit Kontaktpersonen von Corona-Infizierten. Der Grund: Auch in der Region ist nach den Worten von Gesundheitsamtsleiter Dr. Wolfgang Hierl von einem deutlich steigenden Anteil der hoch ansteckenden Delta-Variante auszugehen.

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Das Amt richtet sich daher nach den Empfehlungen des bayerischen Gesundheitsministeriums vom Donnerstag. Wer enge Kontaktperson eines Menschen ist (etwa im selben Haushalt lebt), der sich mit einer besorgniserregenden Variante angesteckt hat, wird demnach in Quarantäne geschickt. Und das schon im Verdachtsfall, auch dann, wenn er oder sie genesen oder geimpft ist. Ausgenommen sind allerdings die sehr häufigen Fälle einer Infektion mit der Alpha-Variante.

Der Verschärfung für die anderen Mutanten liegen Erfahrungen auch aus der Region zugrunde: Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes haben nach Auskunft von Landratsamtssprecher Michael Fischer zwei Impfdurchbrüche in Zusammenhang mit der Delta-Variante festgestellt. Mindestens eine weitere Ansteckung war die Folge.

Klecker rät zu Anreizen fürs Impfen

Mit der Taktik der frühen Eindämmung soll der gute Trend der vergangenen Wochen verstetigt werden. Die Sieben-Tagesinzidenz ist weiterhin niedrig, sie liegt bei 3,15 für die Stadt und bei 6,89 für den Landkreis Rosenheim, lediglich 20 Neuansteckungen wurden in Stadt und Landkreis festgestellt, so viel wie in der Vorwoche.

Doch diese Fortschritte im Kampf gegen die Pandemie sind bedroht. Nicht allein durch die Delta-Variante, sondern auch durch zunehmende Impfmüdigkeit. Aufgrund der hohen Ansteckungskraft der indischen Variante müssten wenigstens zwei Drittel, vielleicht aber bis zu 80 Prozent der Menschen immunisiert sein, damit man das Virus unter Kontrolle halten kann.

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„Wenn wir nicht die nächste Welle mit dem hochansteckenden Delta-Virus abbekommen wollen, müssen wir schleunigst mit den dagegen schützenden mRNA-Impfstoffen die Impfquote erhöhen“, fordert Dr. Nikolaus Klecker aus Rosenheim, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbands. Als Anreize für den Impfeifer bringt er Bonussysteme der Krankenkassen, Gutscheine oder „staatliche Vergünstigungen“ ins Spiel. „Das kommt alle billiger, insbesondere die Wirtschaft, als ein neuer Lockdown.“

Genügend Impfstoff, zu wenige Registrierungen: Derzeit stagniert die Impfquote. Grafik Klinger

Corona-Zahlen für Stadt und Landkreis

Seit Freitag, 24. Juni, 0 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 20 Fälle (Vorwoche: 20) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 17 864 Fälle von Covid-19 in Stadt und Landkreis aufgetreten (Landkreis: 13 929, Stadt: 3 935). Fast die Hälfte aller neuen Fälle gehört der besonders mobilen und aktiven Altersklasse zwischen 15 und 34 Jahren an. Drei von vier Infizierten gehören zum Alterssegment von 15 bis 59 Jahren.

Mittlerweile wurde bei mindestens 17 071 Menschen eine Genesung dokumentiert. 529 Menschen, einer mehr als in der Vorwoche, sind an oder mit der Erkrankung gestorben (Landkreis: 462, Stadt: 67).

Großkarolinenfeld zählt die meisten Corona-Fälle

Jeweils eine Infektion registrierte das Amt beim Kindergarten Märchenhaus und der Kinderkrippe Sternschnuppe in Flintsbach. Die höchste Zahl an Ansteckungen (7) wird aus Großkarolinenfeld gemeldet. Bürgermeister Bernd Fessler kann sich einen Ausbruch in einer Familie vorstellen, „aber das ist reine Spekulation“.

In der Gesamtzahl der bestätigten Fälle von besorgniserregenden Varianten – 3.072 Fälle, (Landkreis 2.340, Stadt 732) ist die britische Alpha-Variante die mit Abstand häufigste. In einem Fall handelt es sich um die südafrikanische oder Beta- Variante, in 15 Fällen um Gamma (brasilianische) in zwölf Fällen um die Delta- (indische) Variante. Seit Freitag wurden dem Gesundheitsamt ein Fall der Alpha- und zwei Fälle der Delta-Variante gemeldet.

36 (Vorwoche: 44) Covid-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt, sechs davon (vergangene Woche: sieben) auf einer Intensivstation.

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