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Apothekerkammer beklagt „Goldgräbermentalität“

Werden in der Region Rosenheim wegen Omikron die PCR-Tests knapp?

Spürt in seinem Labor bereits die fünfte Welle: Dr. Thomas Schulzki.
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Spürt in seinem Labor bereits die fünfte Welle: Dr. Thomas Schulzki.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Werden nun auch noch die Corona-Tests knapp? Angesichts steigender Infektionszahlen und der 2G-Plus-Regel für Teile des öffentlichen Lebens hat die Nachfrage nach Tests stark angezogen. Eine Folge: Es dauert länger, bis die Ergebnisse vorliegen.

Rosenheim – Eine „Goldgräbermentalität“ beobachtet Elke Wanie von der Bayerischen Apothekerkammer auf dem Markt für Tests, „die werden zur Zeit immer teurer“. Der Grund: Wegen der explodierenden Inzidenzzahlen testen sich immer mehr Menschen regelmäßig, etwa vor Besuchen bei älteren Verwandten. Und daher steigen die Preise, von unter drei Euro auf mittlerweile über vier Euro, berichtet Wanie.

„Goldstandard“ in Sachen Nachweis

Die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus setzt auch die Labore in der Region unter Druck. Sie untersuchen die PCR-Tests, sozusagen der „Goldstandard“ in Sachen Corona-Nachweis, fällig unter anderem dann, wenn es gilt, nach einem positiven Antigen-Schnelltest einen sicheren Nachweis zu liefern. Mehr Infektionen heißt mehr positive Schnelltests – und damit auch ein erhöhter Bedarf nach diesen aufwendigeren Prüfverfahren.

Ergebnis binnem 48 Stunden

Aufgrund der aktuellen hohen Testzahlen habe sich die gewohnte Zeitspanne von der Testung bis zur Übermittlung der Ergebnisse verlängert, meldet Sprecher Christian Schwalm fürs Testzentrum auf der Loretowiese. „Der vorgegebene Rahmen von bis zu 48 Stunden wird jedoch immer noch eingehalten.“

Das Medizinische Labor Rosenheim spürt bereits die fünfte Welle, bestätigt dessen Leiter Dr. Thomas Schulzki. „Wir merken, dass es stark anzieht.“ Täglich seien 1800 Tests zu analysieren gewesen, „wie in der Woche 44 vergangenes Jahr, als es ganz schlimm wurde“. Ob sein Labor bald an seine Grenzen stößt? „Das werden wir sehen.“ Voraussagen sind schwierig.

Speziell auf Corona-Varianten ansprechende Tests, sogenannte VOC-spezifische Tests, habe man wegen der erhöhten Belastung des Labors bereits aufgegeben. Zuletzt arbeiteten die Labor-Mitarbeiter mal von sechs Uhr bis 22 Uhr. „Wir werden alles versuchen, um nicht eine Triage anzuwenden“, sagt er, und berichtet von Labors in anderen Teilen Deutschlands, die bereits Triage – in diesem Fall das Priorisieren „wichtigerer“ Tests – anwenden. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat das für PCR-Tests etwa von Pflegekräften ins Spiel gebracht.

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„Wir kommen momentan noch hin“, versichert Dr. Birgit Mergen, Ärztliche Leiterin der Krankenhaushygiene im Romed-Klinikum Rosenheim. „Aber die Luft ist dünn.“ Auch wegen der Labore, die wegen der Vielzahl der eingesandten Proben unter Druck geraten. Denn im Klinikum werde außerordentlich viel getestet, routinemäßig, aber auch „anlassbezogen“, etwa wegen des Kontakts von Mitarbeitern zu Infizierten. . „Wir testen aus ganz kleinem Anlass heraus, um sicherzugehen“, sagt Mergen. 1000 PCR-Tests kommen so allein bei den Mitarbeitern pro Woche zusammen. Und manchmal noch mehr, wie in der vergangenen Woche, als sich über 100 Mitarbeiter in den vier Romed-Häusern infizierten.

Siegeszug der Omikron-Variante

In den Labors lässt sich der Siegeszug der neuen Variante verfolgen. Je ansteckender ein Virus ist, desto größer ist sein Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Delta habe sich im Sommer vergangenen Jahres sehr flott durchgesetzt, sagt Professor Dr. Norbert Ahrens, Ärztlicher Leiter des „amedes MVZ für Laboratoriumsdiagnostik Raubling“, was für die Durchschlagskraft dieser zuerst in Indien entdeckten Variante spricht, auch wenn die Fallzahlen seinerzeit niedrig waren.

Dass dieses „fitte Virus“ innerhalb von gut vier Wochen von Omikron nahezu verdrängt worden sei, mache ihm Sorgen, sagt Ahrens. Der Anteil der Omikronproben im Raublinger Labor ist mit gut 90 Prozent sogar noch höher als beim Medizinischen Labor in Rosenheim.

Pandemie verlaufe „punktuell“

„Derzeit sind wir noch ein Stück vom Höhepunkt der jüngsten Welle entfernt“, sagt Professor Ahrens. Aber er stellt auch fest, dass die Pandemie „punktuell“ verläuft. Die einstigen Hotspots, darunter die Region Rosenheim, liegen weit hinter Regionen im Norden Deutschlands, die zuvor kaum aufgefallen waren.

Sollte sich die fünfte Welle der Pandemie ähnlich aufbauen wie zuerst im Norden, „mache ich mir Sorgen“, sagt Ahrens. „Dann ist ein Engpass absehbar.“Damit meint Ahrens die Materialen für die Tests, die Reagenzien. Aber Corona kann auch die Kapazität des Labors treffen. „Die Frage ist, wie lange geht der Kelch am Team vorbei?

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