Aktuell elf Mitarbeiter positiv getestet

Corona-Todesfälle am Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg: „Neue Dynamik“

Die parkähnliche Anlage mit Klinikpavillons erleichtert im Inn-Salzach-Klinikum die Isolation von Stationen, wenn es hier zu Corona-Ausbrüchen kommt. Weithofer, kbo
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Die parkähnliche Anlage mit Klinikpavillons erleichtert im Inn-Salzach-Klinikum die Isolation von Stationen, wenn es hier zu Corona-Ausbrüchen kommt. Weithofer, kbo
  • Heike Duczek
    vonHeike Duczek
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Corona hat auch das Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburgs Stadtteil Gabersee wieder fest im Griff. Der Ärztliche Direktor spricht angesichts vermehrt positiv getesteter Mitarbeiter und Patienten, die mit sowie an Corona verstorben sind, von einer „neuen Dynamik“.

Wasserburg – Auch am kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg in Gabersee hat die Corona-Pandemie eine „neue Dynamik“ entwickelt, wie Ärztlicher Direktor Professor Dr. Peter Zwanzger auf Anfrage mitteilt. Routinetests am Zentrum für Altersmedizin stellten am Dienstagabend fest, dass elf Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert sind. Auch Patienten sind in den vergangenen 14 Tagen gehäuft an oder mit Corona verstorben – bis gestern lag ihre Zahl „im unteren einstelligen Bereich“, so die Klinikleitung. Genauere Zahlen nannte sie auf Anfrage nicht.

Altersmedizin: Besuche nur noch in Ausnahmen möglich

Das Zentrum für Altersmedizin – vier Stationen mit 120 Betten – hat als Folge die Besuchsregelung verschärft: Angehörige dürfen nicht mehr kommen. Ausnahmen sind, so der Ärztliche Direktor, jedoch in Einzelfällen möglich – nach Absprache mit den zuständigen Chef- und Oberärzten. Dies gilt auch für die Neurologie. In allen anderen Stationen ist pro Tag und Patient ein Besucher erlaubt, nach Anmeldung und Registrierung.

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Nach einem Frühjahr und Sommer, in dem es kaum Corona-Fälle im kbo-Inn-Salzach-Klinikum gab, befindet sich das psychiatrische Fachkrankenhaus, ein Kommunalunternehmen des Bezirks Oberbayern, seit Beginn der zweiten Welle wieder im Krisenmodus. Alle Patienten durchlaufen vor der Aufnahme einen festgelegten Prozess: zuerst Aufnahmezentrum, dort Schnelltest, dann Isolierstation, hier PCR-Test. Ist auch dieser negativ, geht es auf die weiterführende Station. Für Infizierte steht laut Zwanzger eine eigene Covid-Station zur Verfügung. Für Patienten, die negativ getestet worden seien, aber Symptome aufweisen würden, gebe es den Umweg über eine Verdachtsstation.

Professor Dr. Peter Zwanzger Ärztlicher Direktor

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Trotzdem sagt der Ärztliche Direktor: „Es bleibt nicht aus bei 10 000 Aufnahmen aus vier Landkreisen im Jahr, dass es zu Infektionen kommt.“ Kritischer Punkt: Das Zeitfenster bei Patienten oder Mitarbeitern, die negativ getestet wurden, weil sie sich erst kurz zuvor angesteckt haben und dies noch nicht nachweisbar ist. „Da sind wir machtlos“, bedauert Zwanzger.

Trotz aller Hygieneregeln bleibe es nicht aus, dass sich auch Mitarbeiter infizieren würden. Im Zentrum für Altersmedizin wird jeder jeden Tag getestet. Eine solche Routineprüfung hatte auch die Nachricht ergeben, dass elf Mitarbeiter in der Gerontopsychiatrie erkrankt sind – eine Massivität, die die Alarmglocken schrillen ließ.

Der Ausfall sei eine personelle Herausforderung, so Zwanzger. „Die Versorgung ist jedoch gesichert“. Mitarbeiter aus anderen Abteilungen würden einspringen.

Die Pandemie belastet die Klinik besonders, bedauert der Ärztliche Direktor. Es gebe Patienten, denen die Hygieneregeln nur schwer zu vermitteln seien. Dies gelte vor allem für das Zentrum für Altersmedizin: Hier werden hochbetagte, schwer psychisch und oft auch körperlich erkrankte, meist verwirrte Menschen medizinisch und therapeutisch betreut. Auch bereits an Covid-19 erkrankte Patienten mit psychischen Erkrankungen kommen ins Inn-Salzach-Klinikum.

Von einem möglichen Aufnahmestopp noch weit entfernt

Die Isolation werde durch die Struktur erleichtert: Auf einem parkähnlichen Gelände sind die Klinikgebäude im Pavillonstil verteilt. Hier lassen sich nach Angaben von Zwanzger Stationen relativ gut von anderen trennen. Von einem Aufnahmestopp sei das Inn-Salzach-Klinikum aufgrund der Tatsache, dass nur einzelne Stationen betroffen wären, derzeit noch weit entfernt.

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