Corona-Tests in Kiefersfelden und Bergen: In der 1. Woche waren nur wenig Infizierte bekannt

Rund 14.000 Reiserückkehrer hatten ehrenamtliche Helfer bei Bergen alleine in der ersten Woche der Teststationen an den Rastanlage Inntal Ost bei Kiefersfelden und Hochfelln-Nord auf das Coronavirus getestet. Ein Detail der Zwischenbilanz überrascht.

Update 19. August:

Wir die Testpanne zum Skandal?

In Bayern muss nach der Corona-Testpanne bei Urlaubsrückkehrern Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) im Landtag erneut Rede und Antwort stehen. Auf Initiative der Opposition kommt dazu am Mittwochnachmittag der Gesundheitsausschuss zu einer Sondersitzung zusammen. Zuvor war bekannt geworden, dass Huml und ihr Ministerium bereits am Montag vergangener Woche per E-Mail über die Verzögerungen bei den Ergebnis-Übermittlungen informiert worden war. Söder und der Öffentlichkeit hatte Huml dies aber erst zwei Tage später mitgeteilt. Hier halten wir Sie aktuell auf dem Laufenden!

6. August:

Bis zum 5. August allein knapp 14.000 Tests in Kiefersfelden/Bergen

Kiefersfelden/Bergen – Rund 14.000 Reiserückkehrer haben ehrenamtliche Helfer der Teststationen an den Rastanlage Inntal Ost bei Kiefersfelden und Hochfelln-Nord bei Bergen bisher auf das Coronavirus getestet. Seit 30. Juli können sich Urlauber dort auf den Erreger testen lassen

In der Teststation bei Kiefersfelden wurden Stand 5. August, 23.59, Uhr 5.979 Tests durchgeführt. Bei der Rastanlage Hochfelln-Nord waren es bis zu diesem Zeitpunkt 8119 Abstriche, wie BRK-Pressesprecher Sohrab Taheri-Sohi mitteilte. Das Angebot wird gut angenommen, die Menschen zeigen sich verantwortungsbewusst“, so der BRK-Sprecher. Der Ablauf an den Testzentren verlaufe weitgehend positiv.

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Corona-Tests durch Ehrenamtliche aus der Region

Doch das war nicht von Anfang an so. Laut Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, ist der Beginn eher holprig verlaufen. Das sei der kurzen Vorlaufzeit geschuldet gewesen. Mittlerweile habe sich das Verfahren mit Probenahme vor Ort, Labordiagnostik und Übermittlung der Ergebnisse aber gut eingespielt.

Das BRK greift für die Testzentren auf lokale Kräfte zurück. In Kiefersfelden beispielsweise testen ehrenamtliche Mitarbeiter des BRK-Kreisverbandes Rosenheim, der Ambulanz Rosenheim, der DLRG Bad Aibling, der Johanniter Unfallhilfe Wasserburg, des Malteser Hilfsdienstes Rosenheim und des Technischen Hilfswerks Rosenheim. Alle arbeiten ehrenamtlich an den Teststationen. „Die Leute sind den Kräften dankbar“, berichtet Taheri-Sohi. „Viele wissen nicht, dass es Ehrenamtliche sind, die die Abstriche nehmen.“

Im Schutzanzug in der prallen Sonne

Die Abstriche werden dabei nicht nur zu bestimmten Zeiten gesammelt, sondern rund um die Uhr – jeden Tag, 24 Stunden lang. „Die körperliche Belastung für die Ehrenamtlichen ist groß“, weiß Taheri-Sohi. Vor allem durch die massive Sonneneinstrahlung und der Tatsache, dass dort keine Bäume Schatten spenden.

Das bestätigt auch Matthias Baumann vom BRK Rosenheim. „Es ist wetterbedingt äußerst anstrengend“, sagt er. Jeder Mitarbeiter müsse einen Schutzanzug, Maske und Handschuhe sowie ein Schutzvisier tragen. „Wie ein Skianzug“, sagt Taheri-Sohi. Deshalb dauert der Einsatz jeder Schicht laut Baumann nur 20 bis 25 Minuten. Dann muss eine Pause gemacht werden. Niedrigere Temperaturen gab es durch den Regen während der vergangenen Tage. „Da ist schlechtes Wetter für die Einsatzkräfte sogar angenehmer“, sagt Baumann und lacht.

Bayerischer Innenminister besucht Teststation

In Kiefersfelden arbeiten in der Regel 35 bis 38 Ehrenamtliche. Sie nehmen Baumann zufolge im Durchschnitt 820 Abstriche innerhalb von 24 Stunden. In der Station Hochfelln-Nord testen 30 bis 38 Mitarbeiter. Dort will sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am kommenden Sonntag selbst ein Bild von der Testaktion machen.

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Bis Montag, 10. August, wird das BRK an den Corona-Teststationen in der Region noch im Einsatz sein. Um 7 Uhr wird dann der letzte Abstrich genommen. Anschließend übernimmt ein kommerzieller Anbieter, die Firma Eurofins, die Teststationen.

Unklarheit bei Umzug von Teststation

Unklar ist derzeit noch, wann der beabsichtigte Umzug der Teststation Kiefersfelden an den Rastplatz Heuberg an der A 93 erfolgen wird. Weder das Bayerische Gesundheitsamt noch das BRK konnte dazu eine Auskunft geben. Seitens des Rosenheimers Landratsamt wurde ebenfalls nur mitgeteilt, dass die Teststation Inntal-Ost „zu einem späteren Zeitpunkt“ durch eine Teststation am Rastplatz Heuberg abgelöst wird.

Dafür liegen dem Gesundheitsamt mittlerweile die ersten Testergebnisse von 2.193 Einreisenden vor, die sich im Testzentrum in Kiefersfelden testen ließen. Laut Hierl wurden am gestrigen Donnerstag acht positive Fälle durch das Labor übermittelt. „Das entspricht einer Positivrate von 0,4 Prozent“, sagt Hierl. Sechs der Urlauber stammen aus Bayern, einer aus Hamburg und einer aus Nordrhein-Westfalen. Hierl zufolge hielt sich keiner der positiv Getesteten in einem Risikogebiet auf. Sie kamen aus Österreich, Italien und Frankreich. Das Gesundheitsamt habe die positiven Ergebnisse an die betroffenen Personen ermittelt und eine Quarantäne angeordnet.

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