Neuer Rekordansturm am Covid 19-Testzentrum in Bergen

  • vonAxel Effner
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Innerhalb von 24 Stunden wurden an der A8 10.000 Proben genommen.  Um mit dem Testen nachzukommen, wurde eine zusätzliche Teststraße eingerichtet – für Fußgänger. 

Nach der Ausweisung neuer Covid 19-Risikogebiete in Kroatien Ende letzter Woche verzeichnete die Corona-Teststation an der Raststätte Hochfelln Nord in Bergen an der A8 am Wochenende einen neuen Rekordansturm. Vor eineinhalb Wochen war dort die Datenerfassung auf digitale Abwicklung umgestellt worden.

Ausfahrt Bergen musste sogar gesperrt werden

Freitagnachmittag (21. August) musste die Ausfahrt nach einem drohenden Rückstau auf die Autobahn sogar kurzfristig für eineinhalb Stunden gesperrt werden. Das bayerische Gesundheitsministerium ordnete deshalb aufgrund des zu erwartenden erhöhten Rückreiseverkehrs für das Wochenende vorsorglich die Einrichtung einer weiteren Teststraße für Fußgänger ein. 

Diese wurde von Kräften des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) betreut. Die Logistik übernahm das Technische Hilfswerk. „Mit 10.000 Tests innerhalb von 24 Stunden ab Samstag um Mitternacht haben wir über dreimal soviel Proben genommen wie an normalen Tagen“, erklärte am Sonntag, 23. August, ein Sprecher des Dienstleisters Eurofins in Bergen. 

Digitale Datenerfassung: Mithilfe von QR-Codes, Handy-Scans und Barcode sollen die Reiserückkehrer innerhalb von 48 Stunden über das Ergebnis ihres Corona-Tests informiert werden. 

Eurofins-Mitarbeiter arbeiten unter extremen Bedingungen

Das Unternehmen betreibt die drei Covid 19-Testcenter an den Autobahnen A3, A8 und A93 sowie in den Flughäfen München und Nürnberg. „Unsere Kräfte in Vollschutzanzügen mussten mit extremen Situationen zurechtkommen wie dem Gewitterregen und Temperaturen zum Teil über 35 Grad am Samstag“, erläuterte der Eurofins-Sprecher. Das Personal an den Teststationen musste spätestens nach 40 Minuten ausgetauscht werden. 

An der Teststation in Heuberg an der A93 soll die „unter dem Testzelt gemessene Temperatur“ zeitweise sogar bis auf 50 Grad geklettert sein. Mit insgesamt 72 Einsatzkräften in zwei Schichten war das BRK von Freitag- bis Sonntagnacht im Covid 19-Testcenter in Bergen im Einsatz, wie Kreisbereitschaftsleiter Jakob Goёss gegenüber unserer Zeitung erläuterte. 

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Die von DLRG und dem Malteser Hilfsdienst unterstützte Rettungsorganisation nahm die Proben in einem mobilen Testzelt für Fußgänger. „Das haben wir für Rückreisende eingerichtet, falls an unseren vier Teststreifen für Autofahrer die Kapazitäten nicht mehr ausreichen“, erläuterte der Eurofins-Sprecher ergänzend. Deren Team war über das Wochenende mit 200 Mitarbeitern im Einsatz. 

Vier Sprachen, digitale Datenerfassung 

Bewährt habe sich dabei die Multinationalität des vielsprachigen Teams, „so dass wir vielen Rückreisenden, die nicht gut Deutsch sprechen, weiterhelfen konnten“. Hochbetrieb herrschte am Wochenende auch im Logistikzentrum für die Covid 19-Tests in Ebersberg, wo-hin die Probenröhrchen alle paar Stunden gebracht werden. Inwiefern die Benachrichtigung über die Testergebnisse durch die Umstellung auf digitale Datenerfassung inzwischen reibungslos verläuft, diese Frage konnte das zuständige Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Sonntag nicht beantworten. 

Mit rund 10.000 Probenentnahmen innerhalb von 24 Stunden verzeichnete das Covid 19-Testzentrum an der Autobahnraststätte Hochfelln Nord in Bergen am Wochenende einen neuen Rekordansturm. In Abstimmung mit den Hilfsorganisationen von BRK und THW wurde eine zusätzliche Teststraße für Fußgänger eingerichtet. 

Empfänger konnten Mails nicht öffnen

Laut Vorgabe sollen die Reiserückkehrer innerhalb von 48 Stunden über die Testergebnisse informiert wer-den: per Mail, sollte die Covid 19-Probe negativ ausfallen, per Anruf in Abstimmung mit den örtlichen Gesundheitsämter, sollte der Corona-Test positiv ausfallen. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums erläuterte am Sonntag, fallweise habe die Benachrichtigung über die Testergebnisse längere Zeit in Anspruch genommen, weil die verschlüsselten Mails vom Empfänger nicht geöffnet werden konnten. „In diesem Fall wurden die Testergebnisse auf dem Postweg zugestellt, was naturgemäß zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen kann.“ 

Hilfsdienste als Lückenfüller für Fehlplanungen?

Zur Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen mit dem Dienstleister Eurofins am Testcenter in Bergen erklärte BRK-Bereitschaftsleiter Jakob Goёss: „Die Teams haben sehr gut zusammengearbeitet und sich unterstützt. Nur muss nochmal ausdrücklich betont werden, dass die Hilfsorganisationen nicht die Lückenfüller für Fehlplanungen der Politik sein dürften.“ 

Der Sprecher von Eurofins ergänzte: „Die Situation der Covid 19-Pandemie ist außergewöhnlich und stellt alle Beteilig-ten täglich vor immer neue Herausforderungen. Von den Reiserückkehrern haben wir sehr viel positives Feedback erhalten. Die meisten kommen mit der digi-talen Datenerfassung gut zurecht. Einige haben gesagt, in anderen Bundesländern hätte die Organisation der Testcenter wohl nicht so reibungslos funktioniert.“

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