Corona-Tests auf Rosenheims Loretowiese: Langes Warten auf die Ergebnisse

Teststation auf dem Prüfstand: Landrat Otto Lederer (links) und Oberbürgermeister Andreas März (Mitte) im Zelt an der Loretowiese.
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Teststation auf dem Prüfstand: Landrat Otto Lederer (links) und Oberbürgermeister Andreas März (Mitte) im Zelt an der Loretowiese.
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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Es dauerte, bis es nicht mehr so lang dauerte: Bei der Wiederaufnahme der Corona-Tests auf der Loretowiese in Rosenheim musste man allzu lange auf Resultate warten. Der Ärger war groß.. Jetzt läuft der Laden, endlich. Warum Tempo im Kampf gegen die Pandemie so wichtig ist.

Rosenheim – Bayern hat eine Teststrategie gegen Corona. Aber geht die auch auf? Rosenheim hat in den vergangenen zehn Tagen eigene, gemischte Erfahrungen damit gesammelt. Wie schon bei den Teststationen an den Autobahnen gibt es auch nach Tests auf der Loretowiese im Herzen Rosenheims Klagen: Die Zeit, bis Ergebnisse vorliegen, wurde gerade in der Anfangszeit beträchtlich überschritten. Das meldeten Leser, das ergab aber auch der Selbstversuch von Reportern der OVB-Heimatzeitungen: Statt der versprochenen 24 bis 48 Stunden dauerte es fünf Tage, bis das (negative) Testergebnis vorlag.

Als Selbstständiger ist man der Oberdepp

Immerhin hat das Verfahren mittlerweile Betriebstemperatur erreicht. Thomas Bugl, Sprecher der Stadt, sagt: „Inzwischen ist der hier vorliegende Kenntnisstand, dass die Testate ganz überwiegend innerhalb von zwei Tagen bei den Testpersonen vorliegen.“

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Tom Ottitsch („Tatis Bar“ in Rosenheim) machte die Erfahrung des Wartens. Er und einige Spezln hatten Kontakt mit einem Freund mit corona-typischen Symptomen gehabt, einer so genannten Risikoperson. Also nichts wie hin zum Test – und dann langes Warten. Fünf Tage dauerte es, bis er sein Ergebnis im E-Mail-Postfach vorfand: negativ, kein Corona!

Alles okay also. Bis auf die Zeit, die zwischen Abstrich und vergangen ist. Für ihn als Selbstständigen besonders ärgerlich: Für Personal und Wirt bedeutet jeder Tag längeren Wartens in Quarantäne einen Tag weniger, an denen man mit Gästen zu tun haben darf. Gastronomie ist nun einmal das Gegenteil von Homeoffice. „Ich als selbstständiger Gastronom bin eh der Oberdepp. Da hält man sich wirklich vorbildlich an alle Regeln und wird dann nach allen Regeln verarscht.“

Bayern setzt konsequent auf Tests, da kommen Pannen schlecht

Zu lange für die Zwecke der Teststrategie ist die Frist allemal. „Tests sind die Grundvoraussetzung dafür, Infektionsketten zu durchbrechen“, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Was an sich stimmt, aber nur dann Früchte trägt, wenn die Infektionsketten in der Zwischenzeit nicht zu lang geworden sind.

Selbstversuch: An der Station in Rosenheim lief‘s gut

An der Teststation an der Loretowiese lief es mit Wiederaufnahme des Betriebs gut. Reporter der OVB-Heimatzeitungen konnten bestätigen, dass man – auch dank Online-Anmeldung nicht lange warten musste und dass die Mitarbeiter von Rosenheimer Ambulanz und Eurofins das Verfahren freundlich, professionell und effizient durchzogen.

Täglich rund 300 Menschen nahmen die Tester an der Loretowiese Abstriche ab, die Kapazitäten würden sogar bis 1000 reichen. Landrat Otto Lederer (CSU) und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU) überzeugten sich erst kürzlich bei einem Besuch auf der Loretowiese davon, dass die Anlage funktioniert.

Firma kam offenbar mit Analysen nicht nach

Aber wo hakte es dann? Thomas Bugl unterstreicht, dass Stadt und Landkreis Rosenheim selbst davon ausgegangen seien, dass die Testergebnisse nach 24 bis 48 Stunden vorliegen. Doch habe es eine „auffallende Anzahl“ von Testungen gegeben, „bei denen die vorhin genannten Zeitvorgaben offensichtlich nicht eingehalten werden“. Man habe Eurofins daher um Aufklärung gebeten. Offenbar mit Erfolg. Zuletzt kamen die Ergebnisse deutlich schneller, wie auch Rosenheims Katastrophenschützer Hans Meyrl berichtet: „Die Rückmeldungen sind mittlerweile hervorragend.“

Warum der zweite Test so wichtig ist

Wie wichtig eine Beschleunigung des Verfahrens ist, geht daraus hervor, dass ein erster negativer Test noch keine endgültige Entwarnung sein muss – wegen der bis zu 14-tägigen Inkubationszeit des Virus. Wer wirklich sichergehen will, sollte nach sechs und dann nochmals nach 14 Tagen weitere Corona-Tests machen.

„Viren haben 14 Tage Inkubationszeit“

Viele Mediziner sehen einen zweiten Test sogar als dringend geboten an. So wie Manfred Beushausen (68) aus Stephanskirchen. „Die Viren haben 14 Tage Inkubationszeit. Selbst nach einem negativen Erstergebnis kann man noch an Covid-19 erkranken“, sagt er.

Dr. Manfred Beushausen ist für den Zweittest.

Für Reiserückkehrer gelten strenge Regeln

Dem hat sich die Stadt Rosenheim in ihrer Allgemeinverfügung an die Adresse von Reiserückkehrern angeschlossen. Wer aus einem Risikogebiet in die Stadt zurückkehrt, muss in Quarantäne. Und zwar so lange, bis ein weiter Corona-Test vorgelegt wird, der am fünften bis siebten Tag nach der Einreise vorgenommen wurde. Der erste Test kann noch im Urlaubsland absolviert werden, darf bei der Einreise aber nicht älter als 48 Stunden sein. Anmelden sollte man sich auf der Homepage des Gesundheitsamts Rosenheim.

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