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Schul-Präsenzpflicht wegen Corona aussetzen? Vorschlag des Bayerischen Elternverbands sorgt für Kritik

Am eigenen Schreibtisch, statt in der Klasse: Der Bayerische Elternverband fordert in einem offenen Brief an Bayerns Staatsregierung, die Präsenzpflicht an Schulen auszusetzen.
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Am eigenen Schreibtisch, statt in der Klasse: Der Bayerische Elternverband fordert in einem offenen Brief an Bayerns Staatsregierung, die Präsenzpflicht an Schulen auszusetzen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Mit Blick auf die derzeitige Corona-Lage fordert der Bayerische Elternverband, die Präsenzpflicht an Schulen auszusetzen. Eltern, die ihre Kinder zu Hause unterrichten können, sollten dies auch tun. Auf Gegenliebe stößt dieser Vorschlag weder bei den Schulen, noch beim Kultusministerium.

Rosenheim – Der Bayerische Elternverband (BEV) fordert, die Präsenzpflicht an Schulen coronabedingt wieder auszusetzen. Eltern mit der Möglichkeit, ihre Kinder zu Hause beim Homeschooling zu betreuen, sollten ihre Kinder auch ohne ärztliche Bescheinigung daheim lassen dürfen.

Risiko selbst abwägen können

„Wir erinnern an diese Forderung und halten ausdrücklich an ihr fest!“, schreibt der Landesvorsitzende des BEV, der Rosenheimer Martin Löwe, an Bayerns Kultusminister Michael Piazolo. Den Familien müsse unter den gegenwärtigen Umständen wieder ermöglicht werden, Kinder ohne Attest zu Hause lernen zu lassen. „Dies ist notwendig, um selbst zwischen Risiken und Nutzen des Schulbesuchs abzuwägen“, schreibt der BEV-Vorsitzende an Piazolo, aber auch an Ministerpräsident Markus Söder.

Keine Verlängerung der Weihnachtsferien

Beim Elternverband hätten sich die E-Mails und Anrufe besorgter Eltern inzwischen gehäuft, berichtet Löwe. „Hier herrscht offenbar ein großer Leidensdruck, den ich gut nachvollziehen kann“, sagt er. Er findet: Hätte Bayern alles getan, was hätte getan werden müssen, um die Schüler vor einer Corona-Infektion zu schützen, müsste man die Anrufe und Mails der Eltern wohl anders bewerten.

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„Da das nicht geschehen ist, verstehe ich die Sorgen der Eltern.“

Auf der anderen Seite will der Verband keine Verlängerung der Weihnachtsferien, wie von der Wissenschaftsakademie Leopoldina vorgeschlagen. Dies stehe dem Bildungsauftrag des Staates für die Schüler entgegen. Zu lange habe man die Entwicklungsbedürfnisse der Schüler beschränkt, vor den Kinder- und Jugendpsychiatrien bildeten sich inzwischen lange Warteschlangen. „Überdies scheint fraglich, ob vorgezogene Ferien die Ausbreitung des Virus nennenswert bremsen. Schließlich sind Kinder und Jugendliche die am besten kontrollierte Altersgruppe.“

Schulen nicht den Schwarzen Peter zuschieben

Keine Verlängerung der Weihnachtsferien – zumindest diesem Punkt kann der Schulleiter des Ignaz-Günther-Gymnasiums, Dieter Friedel, zustimmen. Beim Rest der Forderungen des Bayerischen Elternverbands hält sich seine Zustimmung jedoch in Grenzen. „Der Aussetzung der Präsenzpflicht an Schulen kann ich nichts abgewinnen“, sagt Friedl. Bei einer Abwägung von Nutzen und Risiko sieht er in der Präsenzpflicht eher den Nutzen. Er ist sich sicher: Die Kinder steckten sich nicht in der Schule an. Auch von den geforderten „situationsangepassten Lösungen“ hält Friedel gar nichts. Hier werde den Schulen der Schwarze Peter zugeschoben. Zumal es für die Lehrkräfte ohnehin eine weitere logistische Herausforderung bedeute, wenn sie plötzlich den Unterricht plötzlich zweigleisig vorbereiten müssten: für den Präsenz- und den Fernunterricht.

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Auch seitens des Kultusministeriums stößt ein Großteil der Ideen des Elternverbands auf Widerspruch: Die Erfahrung aus der Pandemie habe gezeigt, dass Schule für Kinder und Jugendliche enorm wichtig sei. Nicht nur für den Bildungserfolg, sondern vor allem auch für den sozialen Halt und die Persönlichkeitsentwicklung. „Wir wollen daher flächendeckend den Präsenzunterricht“, heißt es aus München. Änderungen bei der Schulpflicht seien nicht geplant.

Präsenzunterricht „enorm wichtig“

Auf die Frage, wie das Kultusministerium zum Vorschlag der Leopoldina steht, die Weihnachtsferien zu verlängern, arbeitet das Kultusministerium ausweichend: „Jeder Tag Präsenzunterricht ist enorm wichtig, das wurde in den vergangenen Monaten immer wieder von allen Seiten betont.

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Eine Schließung der Schulen vor Weihnachten wäre auch in Bezug auf die Eindämmung der Pandemie kontraproduktiv. Infektionen finden nach wie vor im hohen Maße im privaten Bereich statt.“ Zudem habe das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit IZA für Deutschland wissenschaftlich bestätigt, dass verpflichtende Testungen mit Schnell- und Pooltests helfen würden, Corona-Ausbrüche frühzeitig zu erkennen und zu isolieren.

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