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Nach Drosten-Aussage zum Ende der Pandemie

Aus und vorbei? Weshalb Corona nun auch in der Region Rosenheim auf der Hinterbank landet

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim zum Jahresende 2022.
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim zum Jahresende 2022.
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Virologe Christian Drosten hat die Pandemie für beendet erklärt - und Rosenheim schließt sich dem an. Die Corona-Lage entspannt sich zusehends. Nach knapp drei Jahren Ausnahmezustand kehrt Normalität ein. Ein Überblick aus dem Gesundheitsamt - und weshalb der Lagebericht nun eingestellt wird.

Rosenheim - Nahezu drei Jahre vereinnahmte die Corona-Pandemie die Region Rosenheim, die es gleich zu Beginn im März 2020 heftig traf. Mit Hotspots in Bad Feilnbach, Aschau im Chiemgau und Nußdorf. Mit Seniorenheimen, die evakuiert werden mussten. Mit Kliniken am Limit und vielen Todesopfern.

Das Ende des Corona-Lageberichts

Ein regelmäßiger Begleiter in diesen Zeiten: der Lagebericht des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, in dem dessen Leiter Dr. Wolfgang Hierl erst wöchentlich und zuletzt zweiwöchentlich einen Überblick über die Lage in Stadt und Landkreis gegeben hat - und sich mitunter auch mahnend oder gar warnend an die Bevölkerung gewandt hat. Dieser Lagebericht wird nun zum Jahresende eingestellt - die Pandemie hat ihren Schrecken verloren, Normalität kehrt ein. Selbst Virologe Christian Drosten hat die Pandemie inzwischen für beendet erklärt. Gleichzeitig werden die ersten Warnungen laut vor einer neuen Omikron-Variante aus China: BF.7. Sie überrollt aktuell das Land und sorgt für eine angespannte Lage in weiten Teilen Chinas.

686 neue Fälle

Zum Jahresende 2022 meldet das Gesundheitsamt für den Berichtszeitraum ab dem 16. Dezember 686 neue Fälle für Stadt (135) und Landkreis Rosenheim (551; 2. bis 15. Dezember: gesamt 778 Fälle). Die 7-Tage-Inzidenz für die Stadt Rosenheim liegt zum Jahresende bei 85,03 (15. Dezember: 121,24), für den Landkreis bei 83,53 (15. Dezember: 117,33).

Zu den regionalen „Hotspots“ zählen aktuell neben der Stadt Rosenheim mit 135 neuen Fällen von Mitte Dezember an die Marktgemeinde Bruckmühl mit 48 Fällen, Bad Aibling mit 39 und Wasserburg mit 32 neuen Fällen. Gefolgt von Raubling und Bad Endorf mit je 30 Fällen, Kolbermoor und Feldkirchen-Westerham mit 28 und Stephanskirchen mit 23 neuen Fällen.

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim mit den Neuinfektionen in den Städten und Gemeinden seit 15. Dezember (Stand 30. Dezember 0 Uhr).

Bewertung der Lage

Rosenheims Gesundheitsamtsleiter Dr. Wolfgang Hierl schätzt die aktuelle Lage wie folgt ein: „Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus ist seit einigen Monaten auf einem niedrigen Niveau stabil. Aktuell verursachen hauptsächlich Influenzaviren sowie RSV die hohe Zahl an akuten Atemwegserkrankungen, die im ambulanten Bereich zu Arztbesuchen führen, und nur noch zu einem geringeren Teil die Coronaviren.“

Viele Atemwegserkrankungen

Was Hierl zufolge auffällig ist: Dass Kinder und jüngere Erwachsene besonders von Influenza- und RSV-Infektionen betroffen seien. Der weitere Verlauf der akuten Atemwegserkrankungen und der Schutz von Risikogruppen Gruppen hänge nun wesentlich von der Inanspruchnahme der angebotenen Impfungen gegen Corona und Influenza und dem Verhalten der Bevölkerung durch gegenseitige Rücksichtnahme ab, mahnt Hierl einmal mehr. 

Corona: Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz in der Region Rosenheim

Die Zahl der Corona-Toten

Die Lage entspannt sich auch bei den Corona-Todeszahlen, die sich von sechs an oder mit Covid-19-Verstorbenen in der ersten Dezemberhälfte auf zuletzt drei Verstorbene reduziert haben. Zum Überblick: Von den seit Pandemiebeginn 954 in der Region verstorbenen Personen mit positivem Covid-19-Nachweis waren 46 Personen unter 60 Jahren. 270 Personen gehörten wiederum der Altersgruppe zwischen 60 und 80 Jahren an. Und 638 Verstorbene waren bislang über oder gleich 80 Jahre alt.

Seit dem Covid-19-Lagebericht von Mitte Dezember wurden dem Gesundheitsamt drei verstorbene Personen gemeldet, zwei Personen sind in den vergangenen 14 Tagen verstorben. Und weiter: Zwei verstorbene Personen waren laut Gesundheitsamt in einem Heim betreut worden.

Die Lage in den Kliniken

Leichte Entspannung kehrt in den Kliniken der Region ein - zumindest was die Corona-Lage anbelangt. Seit Mitte Dezember, heißt es aus dem Gesundheitsamt, habe sich in den Kliniken in Stadt und Landkreis Rosenheim die Zahlen der gemeldeten belegten Betten auf Normalstationen und Intensivstationen von Patienten mit Covid-19-Nachweis vorerst stabilisiert. Aufgrund von Ausbruchsgeschehen besteht laut Gesundheitsamt derzeit lediglich in einer Klinik im Landkreis Rosenheim ein Aufnahmestopp - allerdings nicht in einem Romed-Haus, wie Klinik-Sprecherin Elisabeth Siebeneicher auf OVB-Anfrage betont.

RSV-Welle in der Kinderklinik

Seitens des Gesundheitsamtes heißt es weiter: Wegen der sehr aufwändigen Isolations- und Hygienebedingungen zusammen mit der krankheitsbedingt deutlich angespannten Personalsituation im ärztlichen und pflegerischen Bereich bestehe weiterhin eine hohe Belastung für den Romed-Klinikverbund. Die Zentralen Notaufnahmen seien durchgängig stark belastet. Aufgrund der angestiegenen RSV-Fälle bei Kindern befinde sich die Kinderklinik am Romed-Klinikum Rosenheim weiterhin an ihrer Kapazitätsgrenze. Wobei sich auch hier leichte Entspannung einstellt, wie die Klinik-Sprecherin gegenüber dem OVB ergänzt: „Die Zahlen in der Kinderklinik sind aktuell rückläufig, der Höchststand scheint überschritten, das hoffen wir zumindest“, so Elisabeth Siebeneicher.

Die Lage in den Altenheimen

In den Heimen in Stadt und Landkreis ereigneten sich bei Bewohnern und Mitarbeitern weiterhin Infektionen, insgesamt ist die Infektionsaktivität in den Einrichtungen nach Angaben des Gesundheitsamtes seit Mitte Dezember annähernd gleichgeblieben. Die Verlaufsformen sind laut der Behörde in der Regel milde und es erfolgten sechs Hospitalisierungen bei Bewohnern. Aktuell bestehen Covid-19-Infektionsgeschehen in 18 (vor zwei Wochen: 19) Alten- und Pflegeheimen. In zwei Einrichtungen ereigneten sich dabei Ausbrüche mit mehr als zehn Fällen bei Bewohnern. Betroffen waren insgesamt 77 (vor zwei Wochen: 77) Bewohner und 20 (vor zwei Wochen: 16) Mitarbeiter. Zusammenfassend ist das Hygienemanagement der Einrichtungen etabliert. Engmaschige Reihentestungen zeigten schnell Infektionsgeschehen auf, sodass Pandemiebeauftragte rasch tätig werden könnten, zeigt man sich im Gesundheitsamt zufrieden.

Impfzentrum stellt Betrieb ein

Eine weitere Ära geht dieser Tage zu Ende: Nach nahezu zwei Jahren stellt das gemeinsame Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim zum Jahresende den Betrieb ein. In den vergangenen Monaten ist die Impfnachfrage im Impfzentrum spürbar zurückgegangen. Bürger können ab dem 1. Januar 2023 die Impfangebote der niedergelassenen Praxen der haus- und fachärztlichen Versorgung, der Betriebsärzte und der Apotheken wahrnehmen.

Die Impfquote in der Region Rosenheim (Stand 30. Dezember).

Seit dem 31. März 2021 bis einschließlich 26. Dezember 2022 haben niedergelassene Ärzte insgesamt 293.178 Erst-, Abschluss- und Auffrischungsimpfungen in der Region Rosenheim durchgeführt. Die Arztpraxen handeln unabhängig vom Impfzentrum Rosenheim.

Die Impfquote in Stadt- und Landkreis ist weiter unterdurchschnittlich: mit 64,39 Prozent bei den Erstimpfungen und 66,18 Prozent bei den Zweitimpfungen (siehe Grafik). Die erste Auffrischung haben 152.930 Personen, die zweite Auffrischung 29.432.

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