Corona in der Region Rosenheim: Das sind die Hotspot-Gemeinden mit den meisten Infizierten

Erstmals gibt es die Corona-Fallzahlen in Stadt und Landkreis mit den Infizierten in den Gemeinden. dpa
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Die Corona-Pandemie hat die Region Rosenheim überrollt. Skifahrer und die Grenznähe ließen Stadt und Landkreis zum „Corona-Hotspot“ werden. Erstmals gibt das Gesundheitsamt nun die Zahl der Infizierten in den Gemeinden heraus – auf Drängen der OVB-Heimatzeitungen.

Rosenheim – Eine Flut an Zuschriften erreichte in den vergangenen Tagen und Wochen die OVB-Heimatzeitungen – und dabei immer wieder die Frage der Leser: Wieso wird die Zahl der Covid-19-Infizierten nicht auf die Städte und Gemeinden des Landkreises aufgeschlüsselt?

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Zähes Ringen hatte Erfolg

Nach zähem Ringen nun der Durchbruch: Freitagnachmittag (17. April) präsentierte das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim (Landratsamt) erstmals neben den regionalen Zahlen (gesamt 2102 Fälle/+63) die aufgeschlüsselten Daten für die Städte und Gemeinden. Gesamt 47 inklusive der Stadt Rosenheim.

Hotspots: Nußdorf, Bad Feilnbach und Aschau

Dabei zeigt sich: Manch eine Gemeinde ist kaum betroffen, andere sind wahre „Hotspots“. Zu den am stärksten betroffenen Gemeinden zählen: Nußdorf, Bad Feilnbach und Aschau. Wobei Nußdorf mit insgesamt 52 Covid-19-Infizierten, was umgerechnet auf 1000 Einwohner eine Fallzahl von 20 ergibt, aktuell Spitzenreiter im Landkreis ist (Stand 16. April, 24 Uhr).

An zweiter Stelle: Bad Feilnbach mit 148 positiv Getesteten und einer Fallzahl von 18 je 1000 Einwohner. Bad Feilnbach hatte zuletzt unter anderem durch die Corona-bedingte Räumung eines Pflegeheimes für Schlagzeilen gesorgt.

Stark betroffen: Riedering und Soyen

Ebenfalls stark betroffen: die Gemeinde Aschau im Chiemgau mit 99 registrierten Covid-19-Infizierten und damit einer Fallzahl von 17 je 1000 Einwohner.

Weitere Hotspots im Landkreis sind: die Gemeinden Riedering (71 Fälle) und Soyen (36) mit einer Fallzahl von jeweils 13 Infizierten je 1000 Einwohner; Edling mit 52 Positivfällen und einer Fallzahl von elf; sowie Wasserburg (122 Fälle), Kiefersfelden (68) und Albaching (18) mit einer Fallzahl von jeweils zehn Covid-Fällen pro 1000 Einwohner.

Bad Aibling und Kolbermoor

In den größeren Städten und Gemeinden des Landkreises sind die Fallzahlen, bezogen auf die Einwohnerzahl, teils deutlich niedriger. Bad Aibling und Kolbermoor liegen mit 148 und 140 positiv Getesteten bei einer Fallzahl von acht; Bruckmühl (66) und Stephanskirchen (47) mit einer Fallzahl von vier; und Prien kommt mit 31 Fällen gar nur auf eine Fallzahl von drei pro 1000 Einwohner.

Die Zahlen in der Stadt Rosenheim

Die Stadt Rosenheim bewegt sich mit 344 positiv Registrierten (63.324/Stand 2019) mit einer Fallzahl von fünf je 1000 Einwohner im Mittelfeld. Der Durchschnitt im Verantwortungsbereich des Gesundheitsamtes Rosenheim, das die Stadt und den Landkreis umfasst, liegt nach den aktuellen Erhebungen von 2102 registrierten Covid-19-Fällen bei einer Fallzahl von sieben Infizierten je 1000 Einwohner.

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Hinsichtlich der Verteilung der Fälle auf die Gemeinden betont der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Wolfgang Hierl, dass es durch Ausbrüche zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen könne als in umliegenden Gemeinden. „Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, sodass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen.“

Zahl der Todesfälle weiter steigend

Denn hierbei würden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Hierl: „Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den jeweiligen Gemeinden ziehen.“

Deutlich steigend ist in der Region die Zahl der Todesfälle, die in Verbindung mit Covid-19 stehen: Insgesamt 99 Personen sind bislang – nachweislich, da laut Gesundheitsamt post mortem nicht getestet wird – an der Erkrankung gestorben (Stand 16. April 24 Uhr); damit ein Plus von 14 gegenüber dem Vortag. Von den Verstorbenen waren vier Personen unter 60 Jahren. Mehr als die Hälfte waren über 82 Jahre alt.

52 Patienten auf der Intensivstation

Insgesamt 294 Covid-19-Patienten (+31 gegenüber dem Vortag) werden aktuell stationär behandelt. Hiervon befinden sich 52 Patienten (+7) auf einer Intensivstation. Wobei die Vertreter der Kliniken wie auch der Ärztliche Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz, Dr. Michael Städtler, nicht müde werden zu betonen, dass die Anzahl an Intensivbetten deutlich aufgestockt wurde und man sich gut gerüstet fühle. Mitte der Woche (15. April) waren etwa 60 Prozent der zur Verfügung stehenden Intensivbetten belegt. 40 Beatmungsplätze waren zu diesem Zeitpunkt im Rettungszweckverband Rosenheim und Miesbach, der beide Landkreise sowie die Stadt Rosenheim umfasst, noch frei.

429 Personen genesen

Und es gibt weitere gute Nachrichten: Das Gesundheitsamt hat inzwischen bei mindestens 429 Personen eine Genesung dokumentiert.

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