Lokale Hotspots

Corona-Lagebericht für die Region Rosenheim - Fallzahlen steigen wieder, 11 neue Todesfälle

Die Entwicklung der Corona-Fallzahlen in den Städten und Gemeinden in der vergangenen Woche (seit 13. November).Klinger
+
Die Entwicklung der Corona-Fallzahlen in den Städten und Gemeinden in der vergangenen Woche (seit 13. November).Klinger
  • Rosi Gantner
    vonRosi Gantner
    schließen

Die Fallzahlen steigen in Stadt und Landkreis Rosenheim wieder an, ebenso die 7-Tage-Inzidenz – von einer Trendwende und gar einer Entspannung der Corona-Lage ist keine Spur mehr. Im Gesundheitsamt ist man alarmiert. Einmal mehr kristallisieren sich lokale Hotspots heraus. Und: Es gibt weitere Covid-Tote.

Rosenheim – Von einer Trendwende, einer Entspannung der Lage ist keine Spur mehr. Zu diesem Schluss kommt auch Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim. Den aktuellen (Wieder-)Anstieg beurteilt er als „sehr kritisch“.

Die aktuelle Entwicklung

Blick auf die jüngste Entwicklung in Stadt und Landkreis: Auf den vorläufigen Höhepunkt mit einem Inzidenzwert von über 300 (10. November) folgten Tage der Entspannung. Der Anstieg der Fallzahlen reduzierte sich zu Wochenbeginn weiter, die Inzidenz sank deutlich. Die Stadt Rosenheim unterschritt gar für einige Tage die Marke von 200 (190 am 17. November).

Die Wende zur Wochenmitte

Die erneute Wende dann zur Wochenmitte: Seither steigen die Werte in der Stadt und auch im Landkreis wieder leicht an und befinden sich zurück auf hohem Niveau (Stadt 214 und Landkreis 247; Stand 19. November). Fazit des Gesundheitsamtes: Der Trend einer „deutlichen Abschwächung“ der neu gemeldeten Fallzahlen „ist gestoppt“. Täglich würden der Behörde zwischen 160 und 200 neue Fälle gemeldet. Hierl ergänzt: „Bislang konnten die Maßnahmen der Staatsregierung mit dem Teil-Lockdown in der Region das Infektionsgeschehen nicht wie erhofft abbremsen.“

Die aktuellen Corona-Fallzahlen für die Region

Der Anstieg der Fallzahlen

Die aktuelle Lage: Seit dem jüngsten Wochenbericht (Stand 12. November) wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim 781 neue Fälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie ist damit auf 7146 registrierte Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim gestiegen (Landkreis 5627; Stadt 1519). Dem gegenüber steht die dokumentierte Genesung von mindestens 3840 Personen.

Die aktuellen Corona-Entwicklungen im Newsticker

Die betroffenen Altersgruppen

Die Altersstruktur der jüngsten Covid-Erkrankten (seit 1. November): An der Spitze liegen die 35- bis 59-Jährigen mit 38 Prozent, gefolgt von den 15- bis 34-Jährigen mit 33 Prozent und den 60- bis 79-Jährigen mit 14 Prozent. Über-80-Jährige: 5 Prozent. Kinder: 10 Prozent.

Die Altersstruktur der aktuellen Covid-Fälle (Erkrankte gesamt) und der Corona-Todesfälle.

Das sind die lokalen Hotspots

Die größten Zuwächse binnen einer Woche vermeldet das Gesundheitsamt neben der Stadt Rosenheim mit +133 für Kolbermoor und Raubling mit jeweils 37 neuen Fällen sowie Bad Aibling und Stephanskirchen mit jeweils 32. Ebenso zu den lokalen „Hotspots“ zählen derzeit die Gemeinden Flintsbach (+31), Prien (+29) und Samerberg (+27).

Ebenfalls im zweistelligen Bereich bei den Neumeldungen lagen diese Woche: Rohrdorf (+22), Oberaudorf (+20), Kiefersfelden (+19), Wasserburg und Bad Endorf (+18), Feldkirchen-Westerham und Bruckmühl (+17), Brannenburg (+16), Bernau (+13), Bad Feilnbach, Tuntenhausen, Riedering, Prutting und Babensham (je +12) sowie Amerang, Halfing, Griesstätt (jeweils +11) und Soyen (+10). Eine Reihe weiterer Gemeinden liegt bei Zuwächsen im einstelligen Bereich.

Wieder neue Todesfälle

Ein deutlicher Anstieg ist seit dieser Woche bei den Todeszahlen zu verzeichnen. Bis zuletzt sind insgesamt 244 Personen (+11) an oder mit Covid-19 verstorben (Landkreis 221 (Vorwoche 210), Stadt 23). Die jüngsten Sterbefälle betreffen insbesondere die Altersgruppe über 80 Jahre mit 158 Verstorbenen (+7) sowie die 60- bis 80-Jährigen (+4).

Lesen Sie auch: Corona-Ausbruch im Kloster Gars: 16 positive Fälle - zwei Brüder in der Klinik

Infektionen im privaten Umfeld

Die Übertragungen ereignen sich nach den Erhebungen des Gesundheitsamtes überwiegend im privaten Umfeld, aber auch in Schulen. Weiter nur vereinzelt käme es zu „Superspreading-Ereignissen“ durch private Feiern. Sorgen bereiten der Behörde die zunehmenden Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften. Zuletzt schreckte das Romed-Klinikum Rosenheim mit einem Corona-Ausbruch im Bettenhaus 5 auf.

Lesen Sie auch: Corona-Ausbruch: 38 von 50 Bewohnern positiv in Siegsdorfer Altenheim St. Hildegard

So steht es um die Nachverfolgung

Es fiele zwar zunehmend schwerer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen, doch trotz der hohen täglich gemeldeten Fallzahlen könne man – durch enorme Kraftanstrengung – die Fälle weiterhin tagesaktuell über ihre Infektion informieren und die Infektionsschutzmaßnahmen anordnen, heißt es seitens der Behörde. Auch die engen Kontaktpersonen könnten zeitnah kontaktiert und die Quarantäne angeordnet werden. „Dies ist insbesondere dem großen Einsatz der Unterstützungskräfte der Bundeswehr zu verdanken“, betont Hierl. Seit Kurzem wird das Gesundheitsamt durch Soldaten der Bundeswehr und Polizeibeamte unterstützt.

Dr. Wolfgang Hierl in Sorge

Die aktuelle Entwicklung bereitet dem Amtsleiter Sorgen: „Trotz der ergriffenen Infektionsschutzmaßnahmen konnte das Infektionsgeschehen in der Region bislang nicht wie erhofft eingedämmt und auf ein niedriges Niveau abgebremst werden. Der aktuell wieder aufgetretene Anstieg der Fallzahlen ist sehr kritisch.“

„Überlastung der Kliniken vermeiden“

Das Gesundheitsamt will sich mit allen Unterstützungskräften weiter mit aller Macht gegen diese zweite Welle stemmen und versuche, so Hierl, durch deutliche Aufstockung des Personals ein Wiederaufflammen der unkontrollierten Ausbreitung in der Region zu verhindern. „Wir hoffen, dass die von der Staatsregierung beschlossenen Maßnahmen doch noch eine deutlichere Wirkung entfalten. Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser vermeiden.“

Die Lage in den Kliniken

Aktuell vermelden die Roemd-Kliniken 55 Covid-Patienten (Vortag 54), davon neun auf Intensivstation (-1).

Mehr zum Thema

Kommentare