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Corona-Lage in der Region Rosenheim

Corona-Lage in der Region Rosenheim - Spanien-Rückkehrer sorgen für Ausbruch mit Delta-Variante

Die aktuellen Corona-Zahlen für die Region Rosenheim.
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Die aktuellen Corona-Zahlen für die Region Rosenheim (Stand 9. Juli, 0 Uhr).
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim ist entspannt, 7-Tage-Inzidenz im einstelligen Bereich. Sorge bereitet allerdings die Delta-Variante, die sich auf dem Vormarsch befindet. Zwei Reiserückkehrer aus Barcelona/Spanien hatten Delta eingeschleppt - und nach ihrer Heimkehr insgesamt zwölf Personen angesteckt.

Rosenheim - Die Corona-Lage in der Region Rosenheim bleibt entspannt – mit lediglich 16 Neumeldungen im Wochenverlauf (Vorwoche +20) und einer 7-Tage-Inzidenz im einstelligen Bereich. Sorge bereitet Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, weiter die Delta-Variante. Insbesondere, da sich die Mutation nun auch im Fall zweier Reiserückkehrer aus Barcelona/Spanien bestätigt hatte, die nach ihrer Heimkehr insgesamt zwölf Folgefälle nach sich gezogen hatten.

Die nachträgliche Sequenzierung der positiven Abstriche der beiden Spanien-Rückkehrer hatte den Verdacht bestätigt: Hier war die hochansteckende Delta-Variante im Spiel. Insgesamt zwölf Folgeinfektionen konnte die Behörde ermitteln, davon sieben Fälle in Privathaushalten, drei Fälle in einem Fußballverein anlässlich eines Public Viewings am 19. Juni sowie zwei Fälle an zwei Arbeitsplätzen.

Die beiden „Quell-Fälle“, wie sie das Gesundheitsamt bezeichnet, waren am 16. Juni aus Barcelona zurückgekehrt. „Die Erfahrungen mit den bislang wenigen bestätigten Fällen in der Region Rosenheim zeigen uns eindrücklich, welch hohes Ausbreitungspotenzial die Delta-Variante in der Gesellschaft hat“, unterstreicht Hierl.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Delta: Appell für Vorsicht und Umsicht

Wie der Behördenleiter das Robert-Koch-Institut (RKI) zitiert, sei anzunehmen, dass es sich bei knapp zwei Drittel der PCR-bestätigten SARS-CoV-2-Fälle um eine Infektion mit der Delta-Variante und bei einem Drittel um eine Infektion mit Alpha handelt. Des Weiteren könnten Infektionen mit der Delta-Variante zu schwereren Krankheitsverläufen führen, was sich nach den Worten von Hierl bis dato im Raum Rosenheim „erfreulicherweise“ noch nicht bewahrheitet hätte. Dennoch appelliert der Amtsleiter weiter zu Vorsicht und Umsicht.

Gute Nachrichten gibt es in Sachen Quarantäne: Vollständig Geimpfte oder Genesene sollen bei Erstkontakt zu einem Delta-Fall künftig wieder von der Quarantänepflicht ausgenommen werden. Dieser neuen Empfehlung des RKI schließt sich nun auch das Rosenheimer Gesundheitsamt an.

Infektionen entstehen meist im privaten Umfeld

Infektionsübertragungen ereignen sich weiterhin überwiegend im privaten Umfeld, das 38 Prozent, und der Freizeit, das 13 Prozent der bekannten Infektionsursachen ausmacht. Aus medizinischen Einrichtungen und dem Arbeitsplatz wurden in dieser Woche keine neuen Fälle gemeldet.

Als Lichtblick sieht das Gesundheitsamt, dass seit Langem kaum mehr Infektionen bei Bewohnern von Heimen auftreten. Etwa sechs Prozent sind Infektionsübertragungen in Schulen und Kitas. Zuletzt war ein Fall (6. Juli) an der Berufsschule II Rosenheim aufgetreten. Für die Kontaktpersonen hat das Gesundheitsamt Quarantäne angeordnet.

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Die Fälle wurden laut der Behörde überwiegend entdeckt bei Reihentestungen (44 Prozent), Testungen im Rahmen der Kontaktpersonennachverfolgung (ca. 25 Prozent) und aufgrund des Auftretens von Symptomen (ca. 13 Prozent).

Die Impfquoten in der Region Rosenheim, Bayern und Deutschland (Stand 8. Juli).

Sorgen bereitet Behördenleiter Hierl die zunehmende Impfmüdigkeit in der Region, die sich seit Kurzem bemerkbar macht. Mit Stand 8. Juli wurden in Stadt und Landkreis Rosenheim durch das Impfzentrum sowie die Arztpraxen 159 763 Erstimpfungen und 118 534 Zweitimpfungen durchgeführt, was einer Impfquote von 49,1 bzw. 36,4 Prozent entspricht. Damit liegt die Region weiter deutlich unter dem bayerischen (56 bzw. 40,2 Prozent) und dem deutschen (57,9 bzw. 41,5 Prozent) Durchschnitt.

So entsteht Herdenimmunität

Dr. Wolfgang Hierl: „Die laut RKI für eine Herdenimmunität aufgrund der Dominanz der Delta-Variante zwingend notwendige Durchimpfungsrate mit einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus von mindestens 85 Prozent der Zwölf- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der über 60-Jährigen ist in der Region noch meilenweit entfernt. Ich rate daher dringend allen Personen, die ein Impfangebot erhalten und bei denen nicht eine medizinische Kontraindikation nach wissenschaftlichen Kriterien besteht, den Impftermin auch wahrzunehmen. Wir dürfen uns nicht täuschen lassen, es werden sich alle Personen, die nicht geimpft sind oder die Infektion nicht schon durchgemacht haben, an dem Virus anstecken.“

Eine Herdenimmunität durch eine hohe Zahl an Geimpften werde nicht dazu führen, dass der Rest der Bevölkerung, der nicht gegen das Coronavirus immun ist, verschont wird. Hierl weiter: „Kein Mensch kann sicher sein, dass bei ihm nicht eine schwere Verlaufsform der Infektion auftritt oder langwierige und belastende Folgesymptome durch Long-Covid verbleiben. Wir müssen sicherstellen, dass vor allem die Kinder und Jugendlichen, für die keine Impfindikation oder Zulassung der Impfstoffe besteht, durch eine hohe Impfrate der Erwachsenen geschützt werden, gerade wenn im Herbst dann der Schulbetrieb im Präsenzunterricht wieder starten soll.“

Den Jüngeren etwas zurückgeben

Der Behördenleiter ergänzt: „Es ist jetzt an der Zeit, dass die Erwachsenen Solidarität mit den Jüngeren zeigen und wir ein Stück von dem an die Gruppe zurückgeben, die bislang für die Vulnerablen in der Gesellschaft massive Einschränkungen in Kauf genommen hat. Diese Impfung ist gerade nicht nur eine persönliche Angelegenheit, sondern wir alle haben eine Verantwortung für die ganze Gesellschaft.“

Gesamtzahl der Corona-Fälle

Die Gesamtzahl der Covid-Fälle stieg für Stadt und Landkreis zuletzt auf 17 878 (Stand 8. Juli; Landkreis: 13.938, Stadt: 3940). Sechs der 16 neuen Fälle entfallen auf die Delta-Variante. Im Verlauf der vergangenen Woche kamen keine weiteren Covid-Todesfälle hinzu (gesamt 529).

Lage in den Kliniken

Die Zahl der Covid-19-Patienten in den Kliniken stagniert bei 35 (Vorwoche: 36), davon befinden sich fünf (Vorwoche: 6) auf einer Intensivstation.

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