Täglich zwischen 150 und 170 neue Meldungen

Corona-Lage in der Region Rosenheim: Deutlicher Anstieg der Fallzahlen

Die aktuellen Fallzahlen aus den Städten und Gemeinden in der Region binnen einer Woche.
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Die aktuellen Fallzahlen aus den Städten und Gemeinden in der Region binnen einer Woche.
  • Rosi Gantner
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Die Fallzahlen in der Region Rosenheim steigen wieder an – und das noch dazu deutlich. Gegenüber der Vorwoche ist ein Anstieg von rund 15 Prozent zu verzeichnen. Stadt und Landkreis liegen nun beide über der Marke 200. Das bedeutet: eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr.

Rosenheim– Stadt (211) und auch Landkreis (214) liegen aktuell beide in der 7-Tage-Inzidenz über der Marke 200 (Stand 11. Dezember), was verschärfte Maßnahmen zur Folge hat – insbesondere eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr.

Täglich bis zu 170 neue Fälle

Aktuell werden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 150 und 170 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der seit dem jüngsten Lagebericht (4. Dezember) gemeldeten Fälle liegt bei 693 und ist somit um 91 und damit knapp 15 Prozent höher als in der Vorwoche (602).

Das sind die regionalen Hotspots

Erneut gibt es in der Region zahlreiche lokale Hotspots. Neben der Stadt Rosenheim mit 131 Neumeldungen binnen einer Woche sticht insbesondere die Stadt Aibling mit 71 neu registrierten Fällen heraus. Die Gründe für den enormen Anstieg konnten bis Redaktionsschluss nicht geklärt werden. Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) waren zumindest keine Ausbrüche in Einrichtungen bekannt.

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Hohe Zahlen in Bad Aibling und Kolbermoor

Ebenfalls hohe Zahlen weisen Kolbermoor und Wasserburg auf mit jeweils 42 registrierten Neuinfizierten. In Wasserburg ist der Anstieg unter anderem auf die Ausbrüche in den beiden Kliniken zurückzuführen. Rätselraten indes um Kolbermoor: Bürgermeister Peter Kloo (SPD) sind keine Hotspots in der Stadt bekannt, erklärte er auf Anfrage.

Gemeinden mit vielen Neuinfektionen

Weitere Gemeinden mit hohen Neuinfektionszahlen sind: Soyen mit 34, Bruckmühl 32, Edling 20, Bad Feilnbach 18, Bad Endorf 17, Kiefersfelden und Raubling 14, Stephanskirchen 13, Feldkirchen-Westerham und Bernau zwölf, Prien elf sowie Prutting und Tuntenhausen zehn. Hinzu kommt eine ganze Reihe weiterer Gemeinden mit Zuwächsen im einstelligen Bereich.

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Für den Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl, steht fest: Durch den Teil-Lockdown sei es nicht gelungen, das Infektionsgeschehen in der Region Rosenheim auf ein niedriges Niveau abzubremsen. Die Infektionsübertragungen sieht der Behörden-Chef nach wie vor überwiegend im privaten Umfeld, aber auch in den Schulen. Hinzu kämen Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften.

Ausbrüche in Kliniken

Zuletzt machten Ausbrüche in Kliniken Schlagzeilen, allen voran im Kreiskrankenhaus Wasserburg und im Kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg (Gabersee). Im Kbo-Zentrum für Altersmedizin waren elf Mitarbeiter infiziert. Außerdem ist laut Klinikleitung eine „einstellige Zahl an Patienten an oder mit Covid-19 verstorben“. Genaue Angaben verweigerte die Klinikleitung.

So steht es um das Krankenhaus Wasserburg

Im Kreiskrankenhaus Wasserburg waren zunächst ein Arzt und fünf Patienten betroffen, über die Klinik wurde ein Aufnahmestopp verhängt (Ausnahme: Notfälle in der Geburtshilfe). Reihentestungen förderten weitere Fälle zutage. Insgesamt sind nun 20 Mitarbeiter und Patienten betroffen. Den Patienten geht es laut Romed „den Umständen entsprechend gut“. Romed-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram: „Die hohe Erkrankungsrate covid-positiver Menschen in der Gesamtbevölkerung zeigt sich natürlich auch bei Reihentestungen in Krankenhäusern. Alle Patienten werden zwar bei Aufnahme getestet. Leider wissen wir, dass ein Teil dieser Patienten erst zwei bis drei Tage später corona-positiv werden kann“, erklärt er in Hinblick auf unvermeidbare Ungenauigkeiten bei den Testungen. Konsequenz bei Romed: Es werden noch mehr Tests in kürzeren Abständen durchgeführt, um Positiv-Fälle aufzuspüren.

Todesfälle in Schechener Pflegeheim

Zwei Todesfälle und 18 Corona-Fälle ist diese Woche die traurige Bilanz eines Ausbruchs in einem Schechener Pflegeheim.

Zahl der Todesfälle steigt

Sorgen bereiten Hierl gerade die steigenden Todeszahlen, zuletzt 14 weitere binnen einer Woche. „Seit Mitte Oktober haben wir wieder täglich zwischen null und vier Todesfälle an und mit einer Covid-Infektion zu beklagen.“

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim: „Seit Mitte Oktober haben wir wieder täglich zwischen null und vier Todesfälle an und mit einer Covid-Infektion zu beklagen.“

Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie in der Region 283 Personen (Vorwoche 269/+14) an oder mit Covid-19 verstorben (Landkreis: 257/+13, Stadt: 26/+1). Von den Verstorbenen waren neun (Vorwoche 9) Personen unter 60 Jahren. 189 (Vorwoche 177/+12) Verstorbene waren über 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden zehn Personen gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind (Differenz: Meldeverzögerungen aus der Vorwoche). Hiervon waren neun Personen über und eine Person unter 80 Jahren. Acht der Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.

Hierl: „Situation sehr kritisch“

Hierl betont deshalb: „Nach wie vor sehe ich die Situation in der Region Rosenheim sehr kritisch, insbesondere die Zahl der Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereitet uns Sorgen.“

Hinzu kommen die gestiegenen Behandlungszahlen von Covid-19-Patienten in den Kliniken der Region. 84 Covid-19-Patienten werden aktuell (Stand 11. Dezember) im Romed-Verbund stationär behandelt (Vortag: 84). Hiervon befinden sich elf Patienten (Vortag 11) auf einer Intensivstation. Hierl mahnt deshalb: „Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden. Das gelingt aber nur, wenn sich alle streng an die Hygieneregeln halten, auch an den kommenden Fest- und Feiertagen. Weihnachten und Silvester müssen dieses Jahr Feste im engsten Familienkreis bleiben, besinnliche Feste im wahrsten Sinne des Wortes.“

So steht es um die Kontaktverfolgung

Die Kontaktverfolgung verlangt dem Gesundheitsamt nach wie vor viel ab. Denn es falle zunehmend schwerer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen, bekennt Hierl. Dennoch könnten bislang alle Fälle tagesaktuell über ihre Infektion informiert werden.

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