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Abwärtstrend in der Region

Corona-Lage in der Region Rosenheim: Ausbruch im Biergarten - und keine Gästeliste geführt

Die Corona-Lage in Stadt und Landkreis Rosenheim mit den Neuinfektionen binnen einer Woche (Stand 10. Juni). Klinger
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Die Corona-Lage in Stadt und Landkreis Rosenheim mit den Neuinfektionen binnen einer Woche (Stand 10. Juni).
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Der stabile Abwärtstrend bei den Corona-Fallzahlen in der Region setzt sich fort – und dennoch schrillten im Gesundheitsamt Rosenheim die Alarmglocken: Als sich diese Woche ein Ausbruch auf einen Biergarten zurückverfolgen ließ. Vier von sechs Personen an einem Tisch hatten sich angesteckt – und das trotz negativer Antigentests.

Rosenheim – Die Infektion in einem Biergarten in der Region lässt aufhorchen: Vier von sechs Personen an einem Tisch hatten sich angesteckt – und das trotz negativer Antigentests. Allesamt haben laut Gesundheitsamt ernstzunehmende Krankheitsverläufe.

Für Behördenleiter Dr. Wolfgang Hierl Grund genug, seine Warnungen, die Regeln und Vorschriften einzuhalten, zu wiederholen: „Bei aller Freude über die zu Recht wiedererlangten Freiheiten beschleicht mich ein leichtes Unbehagen, wenn ich das wiedererwachte soziale Leben in der Öffentlichkeit und das Treiben in den Fußgängerzonen und Biergärten sehe.“

Biergarten führte keine Gästeliste

Besonders prekär: Im Fall des Biergarten-Infektionsherds habe die Behörde nur durch die „gewissenhafte Ermittlung“ die Neuinfektionen diesem Umfeld zuordnen und als Ausbruch identifizieren können – „denn vorschriftsmäßige Gästelisten wurden nicht geführt“, beklagt Hierl.

Betriebe in der Verantwortung

Der Behördenleiter warnt: „Auch den Betreibern der geöffneten Betriebe kommt hier eine äußerst wichtige Aufsichtsfunktion zu. Jetzt wird die Saat für einen späteren Wiederanstieg des Infektionsgeschehens gelegt.“ Die entscheidende Frage sei, ob es gelinge, durch den Impffortschritt und die Schaffung einer Herdenimmunität einen exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen und damit eine vierte Welle zu verhindern. Nähere Angaben, in welcher Gemeinde sich der betreffende Biergarten befindet, machte die Behörde nicht.

68 Neumeldungen in dieser Woche

Insgesamt gingen beim Gesundheitsamt Rosenheim seit dem letzten Wochenbericht täglich zwischen zwei und 16 neue Fälle (insgesamt 68 Neumeldungen, Stand 10. Juni 24 Uhr; Vorwoche: 98) ein. Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell für die Stadt Rosenheim bei 31,47 (Stand 10. Juni; Vorwoche 29,90), für den Landkreis bei 18,37 (Vorwoche 30,23).

Weitere Corona-Tote

Die Gesamtzahl der Fälle von Covid-19 stieg damit auf 17.781 (Landkreis: 13.853, Stadt: 3928). Als genesen dokumentiert: 16.744. 520 Personen (+6 gegenüber der Vorwoche) sind bislang an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 458, Stadt: 62). Von den zuletzt Verstorbenen waren zwei Personen über oder gleich 80 Jahre alt und vier zwischen 70 und 80. Zwei der Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.

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Brasilianische Variante in der Region

Die besorgniserregenden Varianten des Coronavirus bilden auch in der Region weiter die Mehrzahl der Fälle (im Mai ca. 68 Prozent): Bislang wurden dem Gesundheitsamt 3018 Fälle einer besorgniserregenden Variante gemeldet, wovon 3002 Fälle auf die Alpha-Variante (britische Variante B.1.1.7), elf Fälle auf die Gamma-Variante (brasilianische Variante P.1), vier auf die Delta-Variante (indische Variante B.1.617.2) und ein Fall auf die Beta-Variante (südafrikanische Variante) entfallen.

Gamma-Variante: Neun Fälle

Seit dem letzten Wochenbericht wurden sieben neue Fälle der Gamma-Variante gemeldet, von denen bei sechs Fällen eine Übertragung im privaten Bereich bzw. Arbeitsumfeld detektiert werden konnte. Drei der vier bekannten Fälle der Delta-Variante sind einem Ausbruch im beruflichen Umfeld zuzuordnen.

Die Lage in den Kliniken

Die Belegung der Kliniken in Stadt und Landkreis mit Covid-19-Patienten ist weiterhin leicht rückläufig. Gestern wurden zwölf Patienten auf den Intensivstationen behandelt, wobei es sich laut Gesundheitsamt größtenteils um Patienten mit sehr langen Krankheitsverläufen handelt. Somit sind noch zwölf Prozent aller verfügbaren Intensivplätze mit Covid-19 belegt. Auf den Normalstationen befinden sich noch 36 Patienten mit teilweise ebenfalls sehr langwierigen Verläufen einer Covid-19-Erkrankung.

Infektionsübertragungen

Infektionsübertragungen ereignen sich weiter überwiegend im privaten Umfeld, das 67 Prozent der bekannten Infektionsursachen ausmacht. Etwa fünf Prozent fallen auf den Arbeitsplatz. Als Lichtblick sieht das Gesundheitsamt, dass kaum mehr Infektionen bei Bewohnern von Heimen auftreten. So wurden lediglich zwei Fälle positiv getesteter Mitarbeiter in zwei Heimen gemeldet.

Wieder eine Kita betroffen

Zwei Fälle traten diese Woche in einer Kita auf (St. Margaretha Frasdorf).

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Bei Reihentests entdeckt

Die Fälle wurden entdeckt bei Testungen aufgrund von Symptomen (47 Prozent), im Rahmen von Reihentestungen (28 Prozent) und in Folge von Untersuchungen bei der Kontaktpersonennachverfolgung (21 Prozent).

Die aktuelle Impfquote im Raum Rosenheim.

So steht es um die Impfungen

Fortschritte gibt es weiter beim Impfen: Insgesamt sind bisher in Stadt und Landkreis gut 204.000 Corona-Impfungen durchgeführt worden, davon ca. 136.920 über das Impfzentrum. Hinzu kommen 67.549 Erst- und Zweitimpfungen in Arztpraxen. Die Impfquote in der Region liegt bei 40,3 und 22,6 Prozent bei den Erst- und Zweitimpfungen. Damit hinken Stadt und Landkreis weiter hinter dem bundesdeutschen- und bayernweiten Schnitt hinterher mit 45,7 und 25,9 (Bayern) und 47,5 und 24,8 (Deutschland).

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