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Corona-Fallzahlen explodieren

Dramatischer Anstieg an Corona-Toten in der Region Rosenheim

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Die Corona-Fallzahlen explodieren seit geraumer Zeit in der Region Rosenheim, die Intensivstationen ächzen unter der Überbelastung. Die prekäre Lage schlägt sich nun auch auf die Todeszahlen nieder: Die Zahl der Corona-Toten in Stadt und Landkreis Rosenheim steigt dramatisch an.

Rosenheim – Die Negativ-Rekorde überschlagen sich geradezu, was die Corona-Lage in der Region Rosenheim angeht: So viele Neuinfizierte pro Tag wie noch nie, die 7-Tage-Inzidenz deutlich über 1000 (1437 Landkreis; 1203 Stadt) und auch die Zahl der Covid-Todesopfer steigt dramatisch an. Insgesamt 20 weitere Corona-Tote kamen diese Woche in Stadt und Landkreis Rosenheim hinzu (Vorwoche: 12), was die Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie auf 615 ansteigen lässt.

Zwei Corona-Tote unter 60

Dabei trifft das potenziell tödliche Virus nun auch vermehrt die jüngere Generation. Zwei der zuletzt Verstorbenen waren in der Altersgruppe unter 60, drei zwischen 60 und 80 Jahre alt. Die übrigen Corona-Toten in dieser Woche, insgesamt 15, waren über 80 Jahre alt. Zehn der Verstorbenen waren laut Gesundheitsamt in einem Heim betreut worden.

Ausbrüche in Altenheimen

In eben diesen Einrichtungen, aber auch in Kliniken- und Rehaeinrichtungen, scheint das Coronavirus massiv zu wüten. Aktuell sind laut Gesundheitsamt 25 Alten- und Pflegeheime in der Region von Infektionen und Ausbrüchen betroffen. Insgesamt 230 Heimbewohner und 141 Mitarbeiter waren im Wochenverlauf positiv getestet worden. Was Gesundheitsamtsleiter Dr. Wolfgang Hierl besonders besorgt: der hohe Anteil an vollständig geimpften Bewohnern unter den Positivfällen (75 Prozent) und den Hospitalisierten (80 Prozent). Ein weiterer Beleg für das Nachlassen des Impfschutzes und die Notwendigkeit einer Booster-Impfung.

Kliniken und Reha-Einrichtungen betroffen

Äußerst angespannt ist die Situation in den Kliniken. Abgesehen von bis an die Kapazitätsgrenze ausgelasteten Intensivstationen häufen sich offenbar Ausbrüche in den Akut- und Reha-Einrichtungen. Aktuell betroffen ist unter anderem das Romed-Klinikum Rosenheim mit Ausbrüchen auf zwei Stationen, die vorerst geschlossen sind (Allgemeinchirurgische Station und Unfallchirurgische Station).

Damit einhergehend: Personalausfälle durch Quarantäne und Krankenstand, was die ohnehin angespannte Personalsituation weiter verschärft. Eingeschleppt würden die Infektionen oftmals durch das Personal, betroffen seien sowohl geimpfte oder genesene Mitarbeiter und Patienten als auch Ungeimpfte, wie es aus dem Gesundheitsamt heißt.

+++ Hier der dramatische Hilferuf der Romed-Kliniken +++

Die Entwicklung der Neuinfektionen binnen einer Woche in der Region Rosenheim (Stand 25. November 2021).

Ausbruch in Waldorfschule Prien

Ein weiterer Faktor im regionalen Infektionsgeschehen: Ausbrüche in Schulen und Kitas. Negativ-Rekordhalter in dieser Woche: die Waldorfschule Prien. Mit 30 positiv getesteten Schülern (Stand 24. November) hat die Freie Waldorfschule Prien überdurchschnittlich viele Corona-Fälle. Schulleiterin Dr. Evelyn Bukowski schreibt das zum einen dem „sehr akribischen Meldeverfahren“ zu. In die Statistik fließen ihr zufolge auch Fälle mit ein, bei denen Kinder zuhause oder an Wochenenden positiv getestet würden.

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Abgrenzung von Corona-Leugnern

Die Direktorin vermutet auch, dass sich viele im Urlaub in den Herbstferien infiziert hätten und nun krank geworden seien. Die Hygienemaßnahmen im Haus seien nochmals verschärft worden. So lägen bis 8.30 Uhr jetzt jeden Tag die Testergebnisse aller 600 Schüler im Haus vor. Bezüglich der Impfquote auch im Kollegium konnte Bukowski auf OVB-Anfrage keine exakten Zahlen nennen, sagte aber: „Da sind wir ein Abbild der Gesellschaft.“ Die Schulleiterin betonte außerdem, die Freie Waldorfschule Chiemgau grenze sich deutlich von Corona-Leugnern und Impfgegnern ab.

Vielzahl an Einzelfällen

Hinzu kommen neben einer Vielzahl an Einzelfällen Mehrfachinfektionen unter anderem an der Realschule Bruckmühl (sieben Fälle), an der Grundschule Schloßberg (Stephanskirchen) und am Gymnasium Raubling (je vier Fälle). Überdies sind eine ganze Reihe Kitas in Stadt und Landkreis betroffen.

Tausende Neuinfektionen

Die Gesamtzahlen in der Region scheinen regelrecht zu explodieren. Dem Gesundheitsamt Rosenheim wurden in dieser Woche täglich durchschnittlich etwa 650 neue Fälle gemeldet – insgesamt 4529 Neumeldungen (Vorwoche: 2896). Trauriger Rekord war am Mittwoch mit 1066 Neuinfizierten. Dienstag wurde die „Hotspot-Marke“ von 1000 in der 7-Tage-Inzidenz, verbunden mit einer Datenpanne beim RKI (Robert-Koch-Institut) erstmals gerissen – und seither täglich überschritten.

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Überwiegend Ungeimpfte betroffen

Laut Gesundheitsamt sind weit überwiegend Ungeimpfte bei den neuen Fällen betroffen. Knapp zwei Drittel der positiv Getesteten liegen im Altersbereich zwischen 18 und 59 Jahren. Acht von zehn Fällen wären durch eine (zeitgemäße) Impfung grundsätzlich vermeidbar gewesen.

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Corona-Ausbruch in JVA Bernau

Der Behörde zufolge herrscht weiterhin ein „diffuses Ausbreitungsgeschehen“. Neben Ausbrüchen in Pflege- und Behindertenheimen sowie Kliniken beschäftigte die Behörde überdies ein Ausbruch in der Justizvollzugsanstalt Bernau mit 38 Positiv-Fällen. Hierl: „Diese sind aber nicht maßgeblich für das extrem hohe Infektionsgeschehen.“

Die Impfquote in der Region Rosenheim im Vergleich.

Impf-Nachfrage steigt

Was das Impfen angeht, steigt die Nachfrage in der Region – insbesondere, was Booster-Impfungen betrifft. Um Wartezeiten zu vermeiden, wird nun wieder eine Terminvereinbarung empfohlen (www.impfzentren.bayern). Zudem ist eine Terminvereinbarung auch telefonisch unter der Rufnummer 08031/ 365 8899 möglich. Auf diesen Wegen können Termine für Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen vereinbart werden. Impfungen im Impfzentrum können aktuell nicht mehr ohne vorherige Terminvereinbarung durchgeführt werden. Das Impfzentrum Rosenheim ist nun täglich von 8 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr, geöffnet. Derzeit werden die Kapazitäten des Impfzentrums Rosenheim erweitert.

Überdies sind weitere dezentrale Sonderimpftage für alle ab zwölf Jahren in verschiedenen Gemeinden geplant (hier die Termine).

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