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Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln

Falscher Arzt bei Corona-Impfung: Josef Mischi aus Prien wird vom Impfling zum Zeugen

Der vermeintliche Arzt Stefan H. (rechts) klärt Impfkandidat Josef MIschi auf und spricht die Modalitäten ab. Die medizinische Fachangestellte Cäzilia Rott verabreichte die Corona-Schutzimpfung.
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Der vermeintliche Arzt Stefan H. (rechts) klärt Impfkandidat Josef MIschi auf und spricht die Modalitäten ab. Die medizinische Fachangestellte Cäzilia Rott verabreichte die Corona-Schutzimpfung.
  • Silvia Mischi
    vonSilvia Mischi
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Auf Hochtouren laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei Rosenheim sowie der Staatsanwaltschaft Traunstein gegen Stefan H. Der falsche Arzt war in den Corona-Impfzentren Rosenheim und Karlsfeld gegen Entgelt beschäftigt.

Rosenheim/Prien – Der 49-Jährige hat laut Polizei keine gültige Zulassung/Approbation als Arzt und hat sich durch seinen medizinischen Einsatz vom Januar bis März strafbar gemacht. Rund 1400 Patienten hat der falsche Arzt bei den Corona-Impfungen beraten oder die Spritze verabreicht.

Vernehmungen persönlich und per Post

Aktuell werden diese Impflinge als Zeugen befragt. Anhand der sichergestellten Unterlagen wurden die Zeugen ermittelt. Neben persönlichen Vernehmungen erhalten die Betroffenen Schreiben der Kriminalpolizei samt vierseitigem Fragebogen. Einer der Zeugen ist der Vater der Autorin. Über dessen Impftermin und Erfahrungen im Rosenheimer Impfzentrum gab es eine ausführliche Reportage samt Fotos.

Von Impftermin, Medikationen und Einverständniserklärung

„Angst aufzufliegen, hatte er wohl keine. Anders lässt es sich nicht erklären, dass er sich für die Fotos und mit Namen für den Bericht bereit erklärt hat“, sagt Josef Mischi, der überrascht von dem Schreiben der Kriminalpolizei war. Er muss zum einen generelle Fragen rund um den Impftermin, Medikationen und die Einverständniserklärung zur Impfung beantworten. Dann geht es an die Beschreibung des Impfprocederes.

Fragen der Kriminalpolizei kommen per Post

Die Kriminalpolizei will unter anderem wissen: Wie hat sich der „Arzt“ vorgestellt? Welche Tätigkeiten hat dieser bei Ihnen vorgenommen? Welchen Einruck hatten Sie vom Arzt? Wurden persönliche Unterlagen vor der Durchführung der Impfung mit/von von dem Impfarzt durchgesehen? Traten während oder nach der Impfung körperliche Beschwerden auf? Konnten Sie bei dem „Arzt“ aus Ihrer Sicht fachliche Mängel oder Laienhaftigkeit feststellen?

Wie es abgelaufen ist, ist im Impf-Artikel vom März wie folgt dokumentiert: .“.... Ist der Film zu Ende, wird der Impf-Kandidat abgeholt und zur Impfstation gebracht. In diesem Raum sind drei Personen. Die erste Helferin nimmt die Papiere und Aufklärungsschreiben entgegen. Der Arzt, bei uns Dr. Stefan H., führt noch einmal ein Aufklärungsgespräch durch, fragt Medikamente und allergische Reaktionen ab. Derweil richtet Cäzilia Rott als medizinische Fachangestellte bereits alles her und desinfiziert den Arm von Josef Mischi. Der 84-Jährige hat sich für den linken Arm entschieden. Auch das wird vermerkt. Und sitzen will er, wenn der Piks kommt....“.

In Rosenheim keine Spritzen gesetzt

Im Impfzentrum Rosenheim wirkte Stefan H. von Anfang Januar 2021 bis 24. März an über 1300 Impfungen mit, wobei er jeweils die zu impfende Person aufklärte, aber die Verabreichung des Impfstoffs an eine medizinische Fachkraft delegierte. Eine eigenhändige Verabreichung von Impfstoff durch den Beschuldigten in Rosenheim ist bislang nicht bekannt. In Karlsfeld dagegen hat der falsche Arzt auch zur Spritze gegriffen.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Stefan H. befindet sich aktuell in Untersuchungshaft. Gegen den aus dem Landkreis München stammenden Mann kam nach einer Anzeige des Malteser Hilfsdienstes der Verdacht auf, dass der 49-Jährige über keine Zulassung als Arzt verfügt und seine Einstellung mittels einer gefälschten Approbationsurkunde erschlichen hat. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand kam es bei den Geimpften dabei zu keinen gesundheitlichen Komplikationen, die nicht typische Nebenwirkungen einer Corona-Schutz-Impfung waren.

15 Jahre Gefängnis möglich: Verdacht auf Betrug, Körperverletzung und Urkundenfälschung

Es wird unter anderem wegen Verdacht der Urkundenfälschung, Betrug und Körperverletzung gegen Stefan H. ermittelt. Der Verdacht der Körperverletzung besteht, da der Beschuldigte nicht über die erforderliche Qualifikation als Arzt verfügt und damit bereits die (angeblich) ärztliche Mitwirkung an einer Impfung beziehungsweise die Verabreichung der Injektionen juristisch unter den Tatbestand der Körperverletzung fällt, auch wenn es zu keinerlei Schädigungen der Geimpften kam. 

Dem Beschuldigten droht Gesamtfreiheitsstrafe bis zu 15 Jahre.

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