Corona-Fälle am Finsterwalder-Gymnasium Rosenheim sorgen für Verkehrschaos am Test-Zentrum

Stau am Gesundheitsamt: Die Reihentestung sorgte für Empörung bei vielen Eltern.
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Stau am Gesundheitsamt: Die Reihentestung sorgte für Empörung bei vielen Eltern.
  • vonAnna Hausmann
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Die Aufregung war vorprogrammiert: Am Wochenende erhielten Eltern die Hiobsbotschaft. Ein Coronafall im Gymnasium. Nach tagelanger Unsicherheit mussten nun 63 Schüler und zehn Lehrkräfte aus Rosenheim in Quarantäne.

Rosenheim – Ein Fall am Rosenheimer Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium sorgt für Furore: Am Wochenende sind zwei Schüler der zehnten Klasse positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Montag mussten sie dem Unterricht fernbleiben, erst am Dienstag folgte eine Reihentestung am Drive-In-Zentrum des Gesundheitsamts in der Herzog-Heinrich-Straße.

Tage der Unsicherheit

Dazwischen: Tage der Unsicherheit, für die Eltern und die Schüler, die im direkten Kontakt mit den Infizierten standen. Das Gesundheitsamt war offenbar am Wochenende nicht erreichbar gewesen. Derzeit befinden sich nach Angaben der Schule insgesamt 63 Schüler und zehn Lehrkräfte in Quarantäne. Statt schulfrei heißt es jetzt für sie: Homeschooling.

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In den Autos: Verdrossene Gesichter

Es sind Szenen des Chaos, die am Mittwoch die Wittelsbacherstraße am Testzentrum prägen: Auto hinter Auto, bis zurück zur Prinzregentenstraße und noch drei, vier Vehikel weit um die Kurve rum. In jedem Auto ein Elternteil, mit verdrossenem Gesicht. Auf der Rückbank ein Kind, ebenso mit verdrossenem Gesicht. Es sind Kinder in Quarantäne, die zur Teststation an der Rückseite des Gesundheitsamtes vorgeladen sind. Und ihre Eltern, schlechter Laune wegen des langen Wartens. Dasselbe Bild offenbar auch am Vortag: „Ein völliges Verkehrschaos“, berichtet ein aufgebrachter Vater.

Gesundheitsamt: Labormeldung erst am Montag

Grund dafür ist die Reihentestung, die das Gesundheitsamt veranlasst hatte. Das Gesundheitsamt habe am Montag, 14. September, die Labormeldung über zwei positive Fälle im Bereich einer Klasse des Finsterwalder Gymnasiums erhalten, teilte Sprecherin Ina Krug auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit.

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Dabei hatten die Eltern des ersten infizierten Kindes das Gymnasium bereits am Freitag über den positiven Bescheid informiert. Sofort hätte man versucht, das Gesundheitsamt zu erreichen, so Studiendirektor Georg Suttner, Mitarbeiter der Schulleitung. Jedoch ohne Erfolg. „Wir haben am Nachmittag eine Mail an die Eltern geschrieben und ihnen die Lage erklärt.“ Die betroffene Klasse sollte vom Schulbesuch ausgeschlossen werden, bis es eine Rückmeldung des Gesundheitsamts gebe. „Alles Weitere war in der Zuständigkeit des Gesundheitsamts.“

Ein zweiter Fall am Sonntag

Dann am Sonntag der zweite Fall, selbes Prozedere wie beim ersten Mal, wieder eine Mail an die Eltern. Mit einer Ausnahme: „Wir haben uns darauf geeinigt, dass die komplette Jahrgangsstufe daheim bleiben soll.“ Am Montag dann die Antwort des Gesundheitsamtes: „Die Behörde hat uns Schreiben an die Eltern formuliert, die wir dann weitergereicht haben.“ Die Informationspflicht liege bei den Gesundheitsämtern, wie ein Pressesprecher des Bayerischen Kultusministerium auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte. „Die Schule kann das Gesundheitsamt unterstützen, da ihr ja auch die Anschriften der Eltern vorliegen.“

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Empörung bei den Eltern

Doch bei den Eltern sorgt der Fall für Unverständnis. Eine Mutter, deren Kind die zehnte Klasse der Schule besucht und nicht öffentlich genannt werden möchte, berichtet: „Mein Kind hatte schon über soziale Medien erfahren, dass es einen Infizierten in der Klasse gibt.“

Die Verunsicherung war groß. Nachdem sie die Mail der Schule erhalten hatte, habe sie versucht, das Gesundheitsamt zu erreichen. „Ich habe mein Kind schließlich an der Autobahn testen lassen.“ Wieder konnte ihr das Gesundheitsamt nicht sagen, ob dieser Test nun ausreiche. Ein zweiter Test folgte am Dienstag. Doch selbst nach einem negativen Testergebnis müssen die Schüler weiter in einer 14-tägigen Quarantäne bleiben, wie das Gesundheitsamt mitteilte.

Regelbetrieb in den Klassen

Alle weiteren Klassen des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums sind derzeit nicht betroffen. Für sie konnte nach Angaben der Schulleitung der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden. Das Gesundheitsamt hat gestern auf Anfrage mitgeteilt, dass man zukünftig das Prozedere optimieren möchte. Die Schulleitungen sollen für das Wochenende einen direkten Kommunikationsweg zur Verfügung gestellt bekommen.

Schule und Kita in Hochstätt betroffen

Weitere Coronafälle sind an der Grundschule Hochstätt und in einer Kindertagesstätte in Hochstätt (Gemeinde Schechen) aufgetreten. Die betroffenen Klassen und Gruppen befinden sich in Quarantäne. Das bestätigten gestern Abend Schulamt und Gesundheitsamt auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

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