Schulen und Kitas in der Region bleiben auch nach Osterferien größtenteils geschlossen

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Ein Zweitklassler hat zumindest schon wieder seine Grundschule an der Prinzregentenstraße in Raubling im Blick.
  • Janina Sgodda
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Selbst die Experten sind sich nicht einig, wie eine Rückkehr aus der Coronakrise in den Schulalltag aussehen könnte. Große Unsicherheit herrscht vor allem in den Abschlussklassen. Nun steht ein erster Fahrplan für Bayern fest. Regulärer Unterricht rückt mit ihm weiter in die Ferne. 

Update 16. April: 

Regulärer Unterricht ist noch lange nicht absehbar

Ab dem 27. April soll der Unterricht für die Abschlussklassen beginnen, frühestens ab dem 11. Mai ist angedacht, weitere Klassen wieder in die Schulen zu schicken. 

Zum Nachrichtenticker: Coronavirus in der Region

Dabei werden die Klassen maximal die halbe Klassenstärke haben, so Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo in der heutigen Pressekonferenz.  Angedacht ist ein Mindestabstand mit vier Quadratmetern alleine pro Schüler und auch über eine Art Schichtbetrieb werde nachgedacht. 

Es wird auch zunächst keinen Mensabetrieb und keinen Pausenverkauf geben wird. 

Grundschulen und Kindertagesstätten bleiben in Bayern bis auf weiteres geschlossen. Die Notbetreuung soll aber weiter ausgebaut werden, auch im Hinblick auf Alleinerziehende. 

Update 15. April: 

Dänemark öffnet Schulen nach einem Monat wieder

Kopenhagen (dpa) - Deutschlands nördliches Nachbarland Dänemark wagt sich mit der Öffnung seiner Schul- und Tageseinrichtungen für jüngere Kinder an eine erste vorsichtige Lockerung seiner Corona-Maßnahmen. Nach einem Monat mit geschlossenen Türen öffnen ab dem heutigen Mittwoch neben Kinderkrippen und Kindergärten auch die Schulen für die Schüler bis zur fünften Klasse wieder.

Damit sollen in erster Linie Eltern entlastet werden, die ihre jüngeren Kinder in der Corona-Krise bisher neben der Arbeit zu Hause betreuen mussten. Weitere Lockerungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus könnten folgen. 

14. April:

Coronakrise: Schulöffnungen Mittwoch Thema

Merkel und die Ministerpräsidenten beraten am Mittwoch darüber, wie nach dem 19. April mit den Einschränkungen des öffentlichen Lebens in ganz Deutschland verfahren wird. Die Runde hatte am 22. März zunächst für zwei Wochen umfassende Einschränkungen beschlossen. 

Diese wurden dann bis in die Woche nach Ostern verlängert.

Schulen und Kindertageseinrichtungen blieben geschlossen. 

Die Folgen: Der Unterricht von zu Hause ist für viele Eltern eine starke Belastung. Bei einer Online-Umfrage des Bayerischen Elternverbands (BEV) sagten mehr als die Hälfte der teilnehmenden Eltern, es sei "viel Aufwand", "sehr viel Aufwand" oder gar unmöglich. Dadurch komme es verstärkt zu Streit und Stress in den Familien, Eltern würden für die Kinder zu ständig unzufriedenen "Antreibern" in Sachen Schule, schrieb der BEV-Vorsitzende Martin Löwe in einem offenen Brief an Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). 

Der Druck auf die Politik steigt.

Eine Schülerin arbeitet hinter einem Tablet in ihrem Bett für die Schule. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sind die Schulen geschlossen. Doch wie geht es weiter? 

Auf der Suche nach Wegen aus den scharfen Anti-Corona-Maßnahmen warnt Bayerns Regierungschef Markus Söder allerdings vor einem Überbietungswettbewerb. "Wir brauchen einen sicheren und besonnenen Weg aus der Corona-Krise", schrieb der CSU-Chef am Dienstag auf Twitter. 

Öffnen Grundschulen nach den Osterferien wieder? 

Die nationale Wissenschafts-Akademie Leopoldina hatte am Montag für einen "realistischen" Zeitplan zurück zur Normalität plädiert. Die einflussreichen Wissenschaftler empfahlen, Schulen "sobald wie möglich" wieder zu öffnen - angefangen bei Grundschulen sowie Unter- und Mittelstufen. 

Es sollen also zuerst jüngere Schüler wieder unterrichtet werden, unter anderem, weil Jüngere mehr auf persönliche Betreuung, Anleitung und Unterstützung angewiesen seien.

Das Robert Koch-Institut ist anderer Meinung.

Jugendliche sollen laut RKI zuerst wieder in die Schule

Anders als die Leopoldina regt das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) an, Schulen zuerst wieder für die höheren Jahrgänge zu öffnen. Es gehe dabei um die Annahme, dass Jugendliche Abstandsregeln besser einhalten könnten, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler.

Chancengleichheit ohne Schule – geht das? 

Auch zwei Raublinger Gymnasiastinnen, Eva Herrmann und Regina Eisenschmidt, haben sich in die Diskussion eingeschaltet. Nach eigenen Angaben haben sie einen offenen Brief an Politiker geschrieben, "die gerade über die Zukunft unseres Abiturs entscheiden", darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Markus Söder und Kultusminister Michael Piazolo.

Sie fordern darin, "die diesjährigen Abiturprüfungen entfallen zu lassen". Selbst "zu den Besten in unserer Klasse" gehörend, finden die jungen Frauen für ihren Wunsch, das auch für sie anstehende Abitur 2020 in Bayern zu streichen, mehrere Gründe.

Regina Eisenschmid.

Wegen Corona kein Abitur 2020 in Bayern?

Der vollständige Brief liegt der Redaktion der OVB Heimatzeitungen vor. 

Derzeit sind die Abiturprüfungen in Bayern ab Ende Mai geplant.

Zu diesem Zeitpunkt, so führen die Schülerinnen an, herrsche aller Voraussicht nach noch immer ein hohes Gesundheitsrisiko und es stelle sich die Frage, ob die "geforderten Hygienestandards tatsächlich von jeder Schule eingehalten werden können, da es oftmals an Desinfektionsmitteln und Masken fehlt".

Das Risiko betreffe vor allem Familienmitglieder der Schüler. 

Eva Herrmann.

Coronakrise: Mentale Belastung für Schüler

Außerdem sprechen die Gymnasiastinnen in ihrem offenen Brief die mentale Belastung an, der die Schüler seit Beginn der Coronakrise und der damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen ausgeliefert sind: "Während man in den Wochen vor den Abiturprüfungen normalerweise seine ganze Energie in die Vorbereitungen steckt, ist dies im Moment unmöglich."

Auch finanzielle Schwierigkeiten in den Familien und Todesfälle seien gute Gründe, dass von "von niemandem erwartet werden, sich beispielsweise auf eine Gedichtanalyse zu konzentrieren." 

Die Schülerinnen unterstreichen, dass unter den gegebenen Umständen die gebotene Chancengleichheit in den Vorbereitungen auf das Abitur 2020 nicht mehr gewahrt sei und sei es nur, weil nicht allen Schülern daheim ein eigenes ruhiges Arbeitszimmer beziehungsweise ein Laptop zur Verfügung stehe.

"Außerdem haben wir den Großteil unserer Notenleistungen ohnehin schon während der ebenfalls sehr anspruchsvollen Qualifikationsphase erbracht, indem unser Wissen über den Abiturstoff in zahlreichen schriftlichen und mündlichen Leistungsnachweisen geprüft wurde. Eine Durchschnittsnote wäre also durchaus repräsentativ", so die Schülerinnen.

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