Reihentests laufen

Corona-Ausbruch am RoMed-Klinikum in Rosenheim: Strengere Besuchsregeln auch an anderen Standorten

Der Haupteingang des RoMed-Klinikums in Rosenheim
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Der Haupteingang des RoMed-Klinikums in Rosenheim
  • Rosi Gantner
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RoMed Klinikum Rosenheim schränkt Besuche weiter ein: Wie berichtet, kam es zu Infektionen auf zwei Stationen im Haus 5. Wie ist der aktuelle Stand?

Update 25. November, 6.19 Uhr

Rosenheim - Wie das RoMed-Klinikum mitteilt, ist noch ein weiterer Corona-positiver Patient hinzugekommen. „Damit sind jetzt insgesamt 15 Patienten und 4 Mitarbeiter von zwei Stationen des Hauses 5 positiv getestet“, heißt es in einer Pressemitteilung. Diese Woche würden alle Patienten und Mitarbeiter noch einmal getestet. Eine der beiden Stationen könne voraussichtlich Ende dieser Woche wiedereröffnet werden. Die zweite Station öffnet nach derzeitigem Stand voraussichtlich in der nächste Woche.

Besuche an allen Standorten weiter eingeschränkt

In einer weiteren Pressemitteilung des Klinikverbaunds heißt es, die seit Montag, 23. November, im RoMed Klinikum Rosenheim stark eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten würden auf weitere Standorte ausgeweitet. Die RoMed-Standorte Bad Aibling, Prien und Wasserburg am Inn folgen.

„Die hohe Häufigkeit von Corona-Erkrankungen macht uns Sorgen, jeder von uns kann das Virus in sich tragen und infektiös sein ohne es zu merken“, berichtet RoMed-Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram. „Deshalb achten wir verstärkt darauf, dass Kontakte soweit es geht reduziert werden. Wir wissen, wie wichtig Besuche für den Genesungsprozess sind. Doch in der aktuellen Situation werden ab sofort zum Schutz von Patienten, Mitarbeitern und Angehörigen die Besuchsmöglichkeiten weiter eingeschränkt. Dafür bitten wir um Verständnis.“

Grundsätzlich soll auf Patientenbesuche möglichst ganz verzichtet werden. Soweit in Ausnahmefällen Besuche notwendig sind, muss dies vorab mit der jeweiligen Station besprochen werden, sodass ein Besuchsschein ausgestellt werden kann. Die besonderen Umstände in der Geburtshilfe, Kinder-, Intensiv- und Palliativmedizin werden berücksichtigt.

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Update 23. November, 17.24 Uhr

18 Personen betroffen – 14 Patienten, vier Mitarbeiter

Rosenheim – Zwei Stationen waren vergangene Woche von dem Corona-Ausbruch im Bettenhaus 5 des Romed-Klinikums betroffen – und nach wie vor kommen weitere Positiv-Tests hinzu. Aktueller Stand nach einer ersten Reihentestung: 14 Patienten und vier Mitarbeiter, die Corona-positiv sind. Diese Woche sollen die Mitarbeiter und Patienten ein weiteres Mal getestet werden. Nicht von dem Ausbruch betroffen: die Geburtshilfe-Station in Haus 5.

Neben weiter verschärften Hygieneregeln und der Intensivierung der Testungen schränkt das Romed-Klinikum seit Montag, 23. November, die Besuchsmöglichkeiten drastisch ein. „Aufgrund der hohen 7-Tages-Inzidenz kann im Grunde jeder Mensch infektiös sein, ohne es zu wissen. Deshalb sehen wir es als notwendig an, während des Krankenhausaufenthaltes Kontakte weiter zu reduzieren“, betont Ärztlicher Direktor Dr. Hanns Lohner. „Unsere Mitarbeiter versuchen, die Angehörigen telefonisch so gut wie möglich zu informieren.“ Idealerweise griffen Angehörige wie Patienten verstärkt zum Telefon. Über das freie WLAN sei auch das Tablet problemlos nutzbar.

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Auf Besuche sollte möglichst ganz verzichtet werden, so die Maßgabe der Romed-Klinikleitung. Sollten in Ausnahmefällen Besuche notwendig sein, müsse dies vorab mit der jeweiligen Station besprochen werden, sodass ein Besuchsschein ausgestellt werden kann. Die besonderen Umstände in der Geburtshilfe, Kinderklinik, Intensiv- und Palliativmedizin würden dabei berücksichtigt.

Stabil ist die Anzahl der Covid-19-Patienten im Romed-Verbund. Zuletzt wurden 53 Patienten stationär behandelt (Stand 23. November; -2 gegenüber Freitag), davon sieben auf Intensivstation (-2).

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Update, 20. November 2020, 18 Uhr

Rosenheim - Weitere Testergebnisse liegen zwischenzeitlich vor. Es stellte sich heraus, dass noch zwei weitere Patienten und zwei weitere Mitarbeiter positiv sind. Insgesamt sind somit, Stand heute, 20.11.2020, 13 Patienten positiv getestet, von denen bei zweien die Infektion vor dem Krankenhausaufenthalt stattgefunden hat. Insgesamt sind aktuell drei Mitarbeiter infiziert. Zwischenzeitlich wurden alle Patienten und Mitarbeiter einmal getestet, es stehen noch einige Ergebnisse aus. Zudem erfolgen Anfang nächster Woche erneute Testungen von allen Patienten und Mitarbeitern.

Für die beiden Stationen gilt weiterhin ein Aufnahmestopp. Die nicht belegbaren Betten werden innerhalb des RoMed Klinikums Rosenheim nach Möglichkeit kompensiert. Die geburtshilfliche Station im Haus 5 ist covid-frei.

Besuchsmöglichkeiten werden weiter eingeschränkt 

Auch zum Schutz von Patienten, Mitarbeitern und Angehörigen werden die Besuchsmöglichkeiten im RoMed Klinikum Rosenheim weiter eingeschränkt. Ab Montag, 23.11.2020 sind Besuche nur noch in Ausnahmefällen gestattet.

Auf Besuche sollte möglichst ganz verzichtet werden. Sollten in Ausnahmefällen Besuche notwendig sein, muss dies vorab mit der jeweiligen Station besprochen werden, sodass ein Besuchsschein ausgestellt werden kann. Die besonderen Umstände in der Geburtshilfe, Kinderklinik, Intensiv- und Palliativmedizin werden berücksichtigt.

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„Aufgrund der hohen 7-Tages-Inzidenz kann im Grunde jeder Mensch infektiös sein ohne es zu wissen. Deshalb sehen wir es als notwendig an, während des Krankenhausaufenthaltes Kontakte weiter zu reduzieren“, betont Ärztlicher Direktor Dr. Hanns Lohner. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versuchen die Angehörigen telefonisch so gut wie möglich zu informieren.“ Idealerweise greifen Angehörige wie Patienten verstärkt zum Telefon. Über das freie WLAN ist auch das Tablet problemlos nutzbar.

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Update,19. November 2020, 16.35 Uhr

Rosenheim - Der Corona-Ausbruch in Haus 5 im Klinikum Rosenheim zieht weitere Positiv-Fälle nach sich. Inzwischen liegen die ersten Ergebnisse einer Reihentestung vor. Stand heute Abend (19. November) sind laut Klinikum drei weitere Patienten mit positivem Testergebnis hinzugekommen. Die Gesamtzahl der Betroffenen erhöht sich damit auf elf Patienten und einen Mitarbeiter. Weitere Ergebnisse stehen noch aus.

Die Testungen von Pflegekräften, Ärzten, Reinigungspersonal, Physiotherapeuten, Diabetesberatern laufen noch und sollen bis Freitag, 20. November, abgeschlossen sein. Die Klinikhygiene sei überdies in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, erklärt eine Romed-Sprecherin. Die betroffenen Patienten habe man teils in häusliche Quarantäne entlassen können, teils auf die Covid-Stationen verlegt.

Am Klinikum rätselt man weiter über die Ursache. „Wie es zu den Infektionen kam, ist noch nicht vollständig geklärt. Eine Möglichkeit: Obwohl jeder Patient bei Aufnahme getestet wird, kann dieser infiziert sein, aber aufgrund geringer Viruslast das Testergebnis negativ sein. Das bedeutet, dass ein vermeintlich negativ Getesteter tatsächlich positiv ist“, so Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram. Deshalb würden, wie berichtet, die Hygiene- und Schutzmaßnahmen weiter verschärft. Beispielsweise würden Patienten künftig während ihres Aufenthaltes erneut getestet.

Zudem sollen künftig auch Patienten bei körpernahen Pflegemaßnahmen eine FFP2-Maske – welche auch den Träger schützt – bekommen. Überdies wird in Haus 5 die Belegung der Drei-Bett-Zimmer auf zwei Patienten reduziert. Die nicht belegbaren Betten würden nach Möglichkeit innerhalb des Klinikums kompensiert, sodass die Notfallversorgung weiter gewährleistet sei.

Weiter auf einem stabilen Niveau ist die Covid-Lage im Romed-Verbund: Stand Donnerstag (19. November) waren 54 Corona-Patienten in stationärer Behandlung, davon zehn auf Intensivstation.

Der Original-Artikel vom 18. November 2020:

Rosenheim - Nächste Hiobsbotschaft für die Romed-Kliniken: Am Standort Rosenheim ist es im Betthaus V zu einem Corona-Ausbruch gekommen – nur wenige Tage nach Bewältigung des Ausbruchsgeschehens im Krankenhaus Bad Aibling.

Betroffen sind im aktuellen Fall fünf Patienten und ein Mitarbeiter, die laut Klinikleitung bereits isoliert sind. Die Schließung der Station ist nicht notwendig. Gleichzeitig werden die Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen im Klinikum Rosenheim weiter verschärft.

Hat ein Patient das Virus eingeschleppt?

Die Ursache für den aktuellen Ausbruch im Bettenhaus V? Dazu gibt es laut Klinikleitung bislang eine ganze Reihe Vermutungen – „doch bis zuletzt können wir es noch nicht einordnen“, erklärt Geschäftsführer Dr. Jens Deerberg-Wittram. Fakt ist: Man weiß um einen Mitarbeiter, der selbst erkrankt ist und auch positiv getestet wurde. Weitere Testungen auf der Station hätten insgesamt fünf Positiv-Fälle bei Patienten zutage gefördert, wobei nicht jeder Kontakt zu dem betreffenden Mitarbeiter gehabt habe. Auch ein Patient könnte das Virus eingeschleppt haben.

Neue Patienten müssten eigentlich isoliert werden

Doch wie ist das überhaupt möglich, wenn kein Patient mehr ungetestet ins Klinikum aufgenommen wird? Deerberg-Wittram und seine Hygiene-Experten erklären sich das so: Bei Patienten, die innerhalb eines Intervalls von zwei bis drei Tagen nach Infektion getestet würden, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Test noch nicht anschlägt. „Um das auszuschließen, müsste man im Prinzip jeden Patienten trotz eines negativen Tests isolieren und nach drei Tagen erneut testen, was leider logistisch nicht möglich ist.“

Hygiene-Vorkehrungen werden noch weiter verschärft

Um die Gefahr einer Infektion weiter zu reduzieren, will das Klinikum nun die Vorkehrungen nochmals verschärfen, wie Deerberg-Wittram im Gespräch mit unserer Zeitung ankündigte. Unter anderem sollen ab sofort auch Patienten mit so genannten FFP2-Masken, die vor über Übertragung schützen, ausgestattet werden. Doch insbesondere „körpernahe Tätigkeiten“ wie die Mundpflege oder das Rasieren würden trotz aller Schutzmaßnahmen Risiken bergen. „In so unmittelbarer Nähe ist es einfach schwierig“, weiß der Klinik-Chef.

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Das betroffene Bettenhaus V - Dreibett-Zimmer schuld?

Weitere Maßnahme: eine reduzierte Zimmer-Belegung im Bettenhaus V (eine Normalstation, unter anderem von der Unfallchirurgie belegt), das noch mit vielen Dreibettzimmern ausgestattet ist. „Wir vermuten, dass die Aerosollast in Dreibettzimmern höher ist als bei einer Zweier-Belegung“, so Deerberg-Wittram.

Das Bettenhaus V des RoMed Klinikums in Rosenheim

Bettenbelegung wird reduziert

Die Konsequenz: Durch die neue Maßgabe entfallen nun bis zu 21 Betten, die aktuell nicht mehr belegt werden können. „Womöglich werden wir auch Patienten abweisen müssen.“ Als Ausweichmöglichkeiten kämen dann die Romed-Standorten Bad Aibling, Wasserburg und Prien infrage.

Gefahr liegt in der Dynamik der Virus-Ausbreitung

Das Hauptproblem sehen der Klinik-Leiter und seine Experten in der hohen Prävalenz, also der Ausbreitung des Corona-Virus in der Region, die sich auch in der 7-Tage-Inzidenz widerspiegle. „Die hohe Inzidenz zeigt uns, dass auch die Anzahl derer in der Bevölkerung, die das Virus unerkannt in sich tragen und es in der Folge weiter verbreiten, ansteigt“, erklärt Deerberg-Wittram. In diesem Zusammenhang sei auch das Ausbruchsgeschehen im Bettenhaus V zu sehen. „Die Zahl der Betroffenen ist nicht dramatisch, aber man sieht darin die Gefahr, welche Dynamik entstehen kann.“

Im aktuellen Fall sind nach Romed-Angaben ein Mitarbeiter und fünf Patienten betroffen, darunter eine Person mit schwerwiegenderen Symptomen, jedoch allesamt auf Normalstation in Behandlung.

Doch im Klinikum nimmt man den Vorfall dennoch sehr ernst. „Wir müssen alles versuchen, um das Virus weiter einzudämmen“, so das Credo des Geschäftsführers, der gleichzeitig damit rechnet, „dass uns diese Situation noch Wochen und Monate beschäftigen wird“.

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Klinik rüstet technisch auf

Große Hoffnung setzt Deerberg-Wittram in weiter optimierte Testverfahren - und die könnten sich für Romed schon in Kürze erfüllen. Denn Dienstag dieser Woche sind zwei spezielle Prototypen ins Klinikum Rosenheim eingezogen: sogenannte Point-of-Care-Testgeräte, die Corona-Testergebnisse innerhalb von 45 Minuten liefern (bis dato: 24 Stunden und mehr).

Und das noch dazu im sicheren PCR-Verfahren, also der Genanalyse im Labor – sehr zur Freude des Klinik-Chefs. „Wir sind neben der Charitée in Berlin und dem Uni-Klinikum in Freiburg derzeit die Einzigen, die so ein Gerät im Einsatz haben.“ Die ersten Versuche: „Sehr gut und vielversprechend“, ist Deerberg-Wittram angetan.

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Seine Pläne: Insgesamt fünf dieser Testgeräte anzuschaffen – zwei für das Klinikum Rosenheim, je eines für die Standorte Bad Aibling, Wasserburg und Prien. Denn nur durch schnelle und sichere Tests ließe sich das Virus weiter in Griff bekommen, ist er überzeugt.

Wenig Vertrauen hätten er und seine Experten indes in Antigen-Schnelltests. „Hier ist uns die Unsicherheit zu groß, da nach wie vor im Schnitt einer von vier Tests ein falsches Ergebnis aufweist.“ Im Klinikbetrieb: zu riskant.

Die neuen Corona-Zahlen in der Region:

Die aktuelle Belegung mit Covid-Patienten im Romed-Verbund mit den Corona-Schwerpunktkrankenhäusern Rosenheim, Bad Aibling und Wasserburg: 57 Patienten in Behandlung (+8 zum Vortag), davon elf auf Intensivstation (+2). Die 7-Tage-Inzidenz liegt für die Stadt Rosenheim aktuell bei 190 (Vortag 209), für den Landkreis bei 238 (Stand 18. November 0 Uhr; Vortag 236).

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