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Comeback alter Bahnstrecken in der Region Rosenheim wird nicht leichter

Da fuhr sie noch: Die Wasserburger Altstadtbahn war von 1902 bis 1987 in Betrieb. Seit 30 Jahren kämpft Pro Bahn für die Wiederbelebung der vier Kilometer langen Zugverbindung zwischen Altstadt und Reitmehring. Stadtarchiv
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Raus aus dem Dornröschenschlaf: Das wünschen sich viele Bahnfans für stillgelegte Strecken. Doch der Landtag bleibt dabei: Eine Reaktivierung muss ökologisch und ökonomisch Sinn machen.

Wasserburg/Obing//Bad Endorf/Rohrdorf/Rosenheim – Die Hoffnung auf Erleichterungen bei der Reaktivierung alter Bahngleise wurde im Landtag nicht erfüllt. CSU, Freie Wähler und AfD lehnten einen entsprechenden Antrag von Alexander Muthmann (FDP) mehrheitlich ab.

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Auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen teilte CSU-Abgeordneter Otto Lederer mit, dass die Frage nach einer möglichen Wiederbelebung alter Eisenbahnen angesichts der Diskussion um neue Mobilitätskonzepte zwar mehr Präsenz in der politischen Diskussion erhalten habe. Doch es bleibe dabei, dass jede Strecke, die wieder in Betrieb genommen werden solle, vor einer Entscheidung genau nach zwei Aspekten untersucht werden müsse: Macht eine Wiederbelebung ökonomisch und auch ökologisch Sinn? 

Die hier orange eingezeichneten Bahnstrecken wurden still gelegt – und könnten gegebenfalls reaktiviert werden.

Fest stehe, dass viele alte eingleisige Strecken nicht elektrifiziert seien und Dieselloks einen viermal so hohen CO2-Ausstoß hätten. Bei einer Entscheidung müsse außerdem stets die Einbindung einer neuen alten Bahn in das weitere ÖPNV-Netz berücksichtigt werden. Nur Hand in Hand mit dem Bus ergebe es einen Sinn.

Altstadtbahn, Leo und Wiesn-Express

Die Fahrgast-Prognose bleibt also ein wichtiges Entscheidungskriterium, wenn es um das Comeback alter Landbahnen geht. 1000 Reisende je Werktag sollen nachgewiesen werden. Das war bisher oft ein K.-O.-Kriterium für viele Strecken.

Fahrgastprognose oft ein K.-O.-Kriterium

Beispiel Altstadtbahn Wasserburg: Der Freistaat hat mehrfach bekräftigt, aufgrund des zu geringen prognostizierten Fahrgastaufkommens keine regelmäßigen Zugleistungen auf den Gleisen zu bestellen. Die Stadt, in deren Besitz die vier Kilometer lange Strecke zwischen der Altstadt und dem Bahnhof im Ortsteil Reitmehring ist, hatte deshalb die Stilllegung beim Freistaat beantragt, dieser zugestimmt. Dagegen klagt ein Konsortium aus Bürgern mit Vertretern von Pro Bahn. Entschieden wird nach jahrelangem Rechtsstreit in höchster Instanz – in Leipzig beim Bundesverwaltungsgericht.

Auch bei der Chiemgauer Lokalbahn (Leo), die zu touristischen Zwecken zwischen Bad Endorf und Obing fährt, gibt es Bestrebungen, die 1996 von der Deutschen Bahn für den regelmäßigen Personenverkehr stillgelegte Strecke wieder täglich zu benutzen. Bisher fährt Leo an sechs Monaten im Jahr an den Wochenenden und an Feiertagen – die Lokführer steuern den Zug im Ehrenamt.

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Auch zwischen Rohrdorf und Rosenheim gibt es eine Bahnstrecke. Hier findet seit 15 Jahren jedoch nur zum Herbstfest Personennahverkehr statt – mit dem Wiesn-Express. 2019 wurden auch diese Fahrten vorübergehend ausgebremst, das Eisenbahnbundesamt hatte die Bedingungen für Hobby-Bahner verschärft. Denn auch der Wiesn-Express wird im Ehrenamt gesteuert. Das Gleisstück gehört zu einer Bahnstrecke zwischen Rosenheim und Frasdorf, der aktive Teil wird regelmäßig nur noch als Güterstrecke genutzt.

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