Collie-Dame unter den Traktor geraten: Felis grausamer Tod

Trauer und Wut: Inge H. erinnert mit diesem Transparent an ihren Hund. Foto: privat
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Wer trägt Schuld am Tod von Feli? Inge H., Besitzerin der Collie-Dame, wirft einem Landwirt Rücksichtslosigkeit vor. Und mahnt mit einem Transparent vor ihrem Haus in Angelsbruck. Eine Geschichte von Verlust und dem Versuch, über die Wut hinwegzukommen.

Emmering –Zehn Tage ist es her, dass Feli grausam gestorben ist. Feli, die Collie-Dame, für ihr Frauchen ein „Engerl auf vier Pfoten“, zutraulicher Blick, schwarzgeränderte Ohren. 16 Monate war sie alt, als sie unter die Reifen eines Traktors mit Anhänger kam.

Besitzerin ist traurig und wütend

Ihre Besitzerin Inge H. kommt über den Verlust nicht hinweg. Und sie ist wütend, auf den Landwirt, der keine Anstalten gemacht habe, für ihren Liebling zu bremsen. „Er hat den Hund gesehen“, sagt sie, „aus bestimmt 30 Metern Entfernung. Und er ist nicht stehen geblieben.“

Inge H. hat jetzt vor ihrem Haus im Weiler Angelsbruck in Emmering (Landkreis Ebersberg) ein Transparent aufgestellt. Ihr Hund sei gestorben „durch rücksichtslose Raserei“, steht darauf. „Keinen Augenblick Zeit, für ein Hundeleben anzuhalten. Silo einfahren hatte Vorrang.“

„Ich bin ein harter Knochen“

Die Frau, Chefin einer Firma für Event-Management, sagt, dass sie „ein harter Knochen“ sei. Als Geschäftsfrau wohlgemerkt. Das Sterben ihres Hundes aber macht sie fassungslos und traurig, sagt sie. So sehr, dass sie das Transparent auch als Ventil für ihre Gefühle sieht.

Hielt der Fahrer sich ans Tempo?

Es gibt keinen Film von dem Vorfall, nur ein Foto vom übel zugerichteten Hund. Und Menschen, die den Vorfall jeweils anders sehen, Inge H. erzählt von einem Gespräch unmittelbar nach dem Unfall. Der Bauer habe zu ihr gesagt: „Tut mir leid, aber ich bin eh bloß 25 Stundenkilometer gefahren.“

Der Landwirt schweigt auf Anfragen

Eine Erklärung, die H. auf die Palme bringt: „Er schaut auf den Tacho, ob er im Recht ist. Ob da ein Hund steht, ist ihm wurscht.“ Was der Bauer dazu sagt? Die OVB-Heimatzeitungen riefen den Landwirt ein Dutzend Male an, um seine Sicht des Vorfalls zu erfahren und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

Anfangs wurden sie von der Frau noch vertröstet, der Mann sei grad unterwegs. Schließlich ging überhaupt niemand mehr ans Telefon.

Der Zwist hielt schon länger an

Josef Bodmaier, Rosenheimer Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, weiß um Konflikte etwa zwischen Spaziergängern und Landwirten. Es gebe schon Hundebesitzer, die sich nicht einwandfrei benehmen. Die etwa ihre Tiere nicht anleinen. Auch der eine oder andere Bauer schlage vielleicht auch mal über die Stränge. „Aber das ist nicht die Regel“, betont Bodmaier.

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Inge H.s Familie und ihr Nachbar leben schon länger im Zwist. Ihre Tochter Laura B. weiß von einem Vorfall zu berichten, der fünf Jahre zurückliegt.

Mit ihrem Freund sei sie nahe dem Haus spazieren gegangen. Der Bauer fuhr mit seinem Traktor vorbei, viel zu schnell, wie sie meint. Ihr Hund, ein Welpe, sei damals zwischen die Räder des Traktors geraten. „Ich hab geschrien, bin gesprungen, wurde nicht gesehen, der ist einfach weitergefahren. Dann bin ich auf ihn zugerannt. Der kam einen Meter vor mir zum Stehen.“

Den Hund konnten sie hinter Dettendorf wieder einfangen, verstört, aber unverletzt.

Als sie den Hund rennen sah, war es zu spät

So viel Glück hatte Feli nicht. Inge H. war bei dem Vorfall nicht alleine, sie wurde begleitet von ihrer Freundin und Mieterin. Angelika S., Chefin eines Supermarktes in Rosenheim, äußert sich schockiert. „Das war das Schlimmste, was ich je gesehen habe.“

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Es sei bis dahin ein schöner Tag gewesen, blauer Himmel, nur in der Ferne ließen Wolken vermuten, dass es am Abend vielleicht regnen könnte. Vielleicht, so mutmaßt S., habe es dem Landwirt ja pressiert. Sie saß bereits auf dem Pferd, Inge H. machte sich am Boden noch am Sattel zu schaffen, als Feli auf einmal losrannte. Als ihre Besitzerin sah, dass sie auf den Traktor zulief, war es bereits zu spät. Der Hund war nicht angeleint, das räumt Inge H. ein.

Kreisobmann mahnt zur beiderseitigen Rücksichtnahme

Josef Bodmaier sagt: „Es braucht beiderseitige Rücksichtnahme.“ Auch beim Maschinenring, über den Bauern Geräte wie etwa Häcksler verleihen und ausleihen, mahnt man zur Vernunft. Im „Fahrerknigge“ des Maschinenrings liest man: „Die hohe Akzeptanz, die die Landwirtschaft in der Bevölkerung genießt, wird gelegentlich bis an die Grenzen strapaziert.“ Es folgt die Mahnung an die Landwirte, das Tempo doch freiwillig zu reduzieren.

Manche Hundehalter benehmen sich daneben

Ihre Gemeinde sei ein eher „landwirtschaftlich geprägter Ort“, sagt Emmerings Bürgermeisterin Claudia Streu-Schütze. Von größeren Konflikten zwischen Bauern und Menschen anderer Berufe sei ihr nichts bekannt. Wohl aber, dass es in Einzelfällen mal Streit geben kann. „Manche Landwirte zum Beispiel sind sauer, weil Hundebesitzer den Dreck liegen lassen.“

Die Versicherung will wohl zahlen

Wie die Sache ausgeht? Die Versicherung des Landwirts wird wohl zahlen. Das Geld interessiert Inge H. nicht, sie will es einem Tierheim zukommen lassen. Sie wolle die Bauern nicht pauschal verurteilen, sagt sie im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Sie wolle vielmehr ihrer Trauer und Wut Ausdruck verleihen. Und für Rücksicht werben. Sie fragt: „Was wäre, wenn ein Kind dort gewesen wäre?“

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