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Zeichen gegen Krieg und Hass

Christen und Muslime gehen gemeinsamen Friedensweg in Rosenheim

Seifenblasen als Symbol des zerbrechlichen Friedens: die evangelische Dekanin Dagmar Häfner-Becker (links) und Naciye Karagoz von der Frauengemeinschaft der Ditib-Moschee.
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Seifenblasen als Symbol des zerbrechlichen Friedens: die evangelische Dekanin Dagmar Häfner-Becker (links) und Naciye Karagoz von der Frauengemeinschaft der Ditib-Moschee.
  • VonJohannes Thomae
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Rund 100 Rosenheimer machten sich auf den Weg durch die Stadt, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Für Frieden und ein gesellschaftliches Miteinander. Gegen Krieg und Hass. Muslime und Christen gingen gemeinsam vom Kuko zur Kirche Sankt Nikolaus.

Rosenheim – „Warum dieser Friedensweg? Reicht es nicht, wenn wir in der Kirche und der Moschee für Frieden beten?“ Diese Frage stellte die evangelische Dekanin Dagmar Häfner-Becker an den Anfang einer Veranstaltung, die am Mittwochabend (25. mai)Muslime und Christen gemeinsam vom Kuko zur Kirche Sankt Nikolaus führte. Und sie gab die Antwort gleich mit: „Es reicht nicht, denn sowohl im Christentum als auch im Islam verstehen wir uns als Teil der Gesellschaft und wollen diese mitgestalten mit unserer Haltung.“

Damit war auch schon dargelegt, dass die Organisatoren, die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und die muslimischen Moscheen in Rosenheim, den Friedensweg nicht als politische Veranstaltung im engeren Sinn verstanden: Nicht um Forderungen an andere, an Politik und Gesamtgesellschaft im Sinne von „Ihr müsst“ sollte es gehen, sondern um den eigenen Beitrag eines jeden Einzelnen. Denn das Bemühen um Frieden, so meinte die evangelische Dekanin, fange im ganz kleinen an, im Umgang jedes Menschen mit seinem Nächsten.

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„Friedensarbeit, so glaube ich, ist deshalb zunächst und zuerst immer die Arbeit an sich selbst.“ Die gemeinsame Aktion der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) und der muslimischen Moscheen in Rosenheim war ein deutliches und für alle sichtbares Zeichen: Dass es gelingen kann, über Religionsgrenzen hinweg zusammenzufinden und zusammenzustehen für ein gemeinsames Ziel. Ein Ziel, das Mineta Belic von der bosniakischen Moschee so formulierte: „Gewalt und Hass“, so sagte sie, „gehören zu keiner Religion. Wir bitten gemeinsam darum, auf einen Weg geführt zu werden, der von Vernunft und Versöhnung, von Offenheit und aufeinander Zugehen bestimmt ist.“ Pfarrer André Golob von der Altkatholischen Gemeinde ergänzte dies mit dem diesjährigen ökumenischen Friedensgebet: „Wenn Menschen gegen Menschen ausgespielt werden, wenn Macht ausgenutzt wird, um andere auszubeuten, wenn Tatsachen verdreht werden, um andere zu täuschen, bist du es, Gott, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.“

Für dieses Ziel und in dieser Hoffnung hatten sich rund 100 Rosenheimer auf den Weg durch die Stadt gemacht, darunter auch die stellvertretende Landrätin Marianne Loferer, die in gewisser Weise auch in Vertretung des Oberbürgermeisters und des Stadtrates gekommen war: Diese konnten, wie sie erläuterte, wegen einer zeitgleichen Stadtratssitzung nicht teilnehmen.

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Seinen Abschluss fand der Friedensweg dann vor der katholischen Kirche Sankt Nikolaus, auf deren Vorplatz ein Mosaik eingelassen ist, das ein Labyrinth darstellt: Ein passendes Zeichen, wie Pfarrer Sebastian Heindl meinte, der derzeit den Vorsitz der ACK innehat. Denn der Weg zum Licht und zum Frieden sei eben kein einfacher. Und der Beitrag, den man mit einem solchen Friedensweg leisten könne, auch nur ein bescheidener. Dennoch sprach Naciye Karagoz von der Frauengemeinschaft im Vorstand der Ditib-Moschee wohl für viele, als sie nach der Veranstaltung sagte: „Ich bin glücklich. Dieses Zusammenkommen von Christen und von vielen muslimischen Gemeinden hat mich wirklich froh gestimmt und zuversichtlich. Ich bin überzeugt davon: Unsere Zukunft ist gemeinsam und sie wird friedlich sein.“Johannes Thomae

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