Mutmaßlicher Geldwäscher von Bundespolizei im Zug gefasst - Bestechungsversuch misslang

Chinese versteckte 600 000 Euro im Koffer

Mit 600 000 Euro, verpackt in über zehn Packerl und mit Folie zugeklebt, wurde ein Chinese in einem Fernzug auf der Strecke Salzburg-Rosenheim erwischt. Foto bundespolizei
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Mit 600 000 Euro, verpackt in über zehn Packerl und mit Folie zugeklebt, wurde ein Chinese in einem Fernzug auf der Strecke Salzburg-Rosenheim erwischt. Foto bundespolizei

Traunstein - Fahnder der Bundespolizei haben in einem Fernreisezug auf der Strecke Salzburg-Rosenheim einen 52-jährigen Chinesen festgenommen, der über 600 000 Euro in seinem Gepäck versteckt hatte. Auf die Bestechungsbemühungen des mutmaßlichen Geldwäschers gingen die Beamten nicht ein. Inzwischen sitzt er in Untersuchungshaft.

Zur Festnahme kam es bereits am vergangenen Freitag. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, gaben die Bundespolizeiinspektion Rosenheim und das Münchner Zollfahndungsamt Details zur Festnahme erst jetzt heraus. Der Chinese wurde auf Höhe Traunstein einer Routineüberprüfung unterzogen und war dabei sichtlich nervös. Im Rahmen einer Bargeldkontrolle wurde ihm erklärt, dass er aus zollrechtlichen Gründen auch Zahlungsmittel über 10 000 Euro angeben müsse. Selbst auf Nachfrage leugnete er, eine höhere Geldsumme mitzuführen. Im Reisegepäck kamen aber über zehn mit schwarzer Folie umwickelte Päckchen zum Vorschein. Inhalt: 600 000 Euro.

Schlüssige Hinweise, woher die Banknoten stammten oder wofür sie verwendet werden sollten, erhielten die Beamten nicht. Der Kontrollierte bemühte sich mehrfach, die beiden Bundespolizisten mit jeweils der Hälfte der Summe zu bestechen, wenn sie ihn nur laufen lassen würden. Statt auf das unmoralische Angebot einzugehen, nahmen die Beamten den Mann fest und zeigten ihn wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Bestechung an.

Die Geldscheine, die zusammen 16 Kilo auf die Waage brachten, wurden dem Zollfahndungsamt München übergeben, das die Ermittlungen führt. Das Geld wurde beschlagnahmt, der Chinese kam in Untersuchungshaft.

Mit Bargeldkontrollen verfolgen Zoll und Bundespolizei das Ziel, die Geldwäsche zu bekämpfen. Im Fokus der Behörden stehen dabei insbesondere Erlöse, die aus Straftaten, wie etwa Drogen- oder Menschenhandel, stammen und in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf eingeschleust werden sollen.

Nach allgemeinen polizeilichen Erkenntnissen werden Gewinne aus solchen Delikten auch im Reiseverkehr von Land zu Land gebracht, um sie mit legalen Geldern zu vermengen. Auf diese Weise soll ihre Herkunft verschleiert und ein Zugriff der Strafverfolgungsbehörden verhindert werden. Zur Bekämpfung der Geldwäsche, die ein Phänomen der organisierten Kriminalität darstellt, überwachen Zoll und Bundespolizei den Bargeldverkehr auch bei Reisen innerhalb der EU. re

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