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Staus im gesamten Landkreis

Busstreik belastet den Verkehr: Protest trifft Schüler und Pendler aus der Region Rosenheim

Am Schulzentrum in Bad Aibling war aufgrund des Busstreiks deutlich mehr Verkehr als gewöhnlich.
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Am Schulzentrum in Bad Aibling war aufgrund des Busstreiks deutlich mehr Verkehr als gewöhnlich.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Immenser Betrieb rund um die Schulen und ein stark belasteter Berufsverkehr waren am Freitag in der gesamten Region Rosenheim zu beobachten. Auslöser war der bayernweite Streik von rund 20 Busunternehmen, die zwischen 5 und 9 Uhr ihren Betrieb einstellten. Nun reagierte sogar das Bayerische Verkehrsministerium.

Rosenheim – Mit dem provozierten Stau wollen die Fahrer auf die mangelnde staatliche Unterstützung in Zeiten der steigenden Dieselpreise und des geplanten Neun-Euro-Tickets aufmerksam machen. Nachdem bei dem ersten Protest am 27. April laut den Betreibern „noch nichts Zählbares“ herausgekommen war, sorgte der Streik dieses Mal für eine Reaktion im Bayerischen Verkehrsministerium.

„Am Bad Aiblinger Schulzentrum haben wir schon mitbekommen, dass es deutlich mehr Verkehr gab“, berichtet Claudia Hollinger, Busunternehmerin aus Bad Aibling. Generell sei jedoch alles gut organisiert gewesen, wodurch nur wenige Anrufe bei ihr eingegangen seien. Lediglich drei Betroffene hätten sich in der Früh bei ihr gemeldet. „Dabei waren jedoch alle sehr verständnisvoll. Manche habe uns sogar viel Glück gewünscht“, bilanziert die Sprecherin einiger am Streik beteiligten Unternehmen.

Rosenheim und Bad Aibling betroffen

Auch am Schloßberg kam es aufgrund der mangelnden Busfahrten zu einigen Einschränkungen, die Frank Wiens, Fahrradbeauftragter der Gemeinde Stephanskirchen, bei seinem täglichen Rad-Pendelweg zum Rosenheimer Landratsamt zu spüren bekam. „Ich war heute gegen 7.30 Uhr unterwegs und habe deutlich mehr Verkehr als sonst an Freitagen erlebt, vor allem rund um die Innbrücke sowie in der Inn- und der Schönfeldstraße.“

Das Bild am Schloßberg: Wegen der Protestaktion waren viele Pendler auf das Auto angewiesen.

Auch wenn Wiens nicht gleich von einem Verkehrschaos sprechen würde, sah er sich dennoch mit einer angespannten Atmosphäre konfrontiert, da es die Autofahrer eilig hatten durch den ungewohnten Stau zu kommen.

Das Ausmaß an Unfällen aufgrund des stockenden Verkehrs hielt sich laut der Rosenheimer Polizei in Grenzen. „Den Beamten war die Streikaktion bekannt. Allerdings konnten wir keine relevanten Auswirkungen feststellen“, bestätigt Alexander Huber, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Auch beim Landratsamt gingen laut Pressesprecher Michael Fischer bis zum Nachmittag keine Beschwerden ein. „Wie schon bei dem Streik vor zwei Wochen konnten wir die Schulen bereits einen Tag vorher informieren, damit sie die Möglichkeit hatten, sich zu organisieren“, berichtet Fischer.

„Uns steht das Wasser bis zum Hals“

„Ich denke, unseren Streik hat dennoch jeder registriert“, meint Gerhard Reiter vom gleichnamigen Busunternehmen aus Aschau. Auch ihn erreichten rund 15 Anrufer, die jedoch bis auf eine Ausnahme ihr Verständnis ausgedrückt hätten. Weitere Streikaktionen wollte der Busfahrer jedoch nicht ausschließen. „Wenn bis kommende Woche kein Signal kommt, dann bleibt uns nichts anderes übrig. Denn uns steht das Wasser bis zum Hals“, unterstreicht Reiter.

Ein erstes Signal kam nun vom bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter, der den Busfahrern eine einmalige Soforthilfe in Höhe von zehn Millionen Euro zusicherte. „Die Verkehrsunternehmen haben in den letzten zwei Jahren unter schwierigsten Umständen ihr Angebot aufrechterhalten. Umso wichtiger ist es mir, dass wir in der aktuellen Situation schnelle und unbürokratische Hilfe leisten“, wird Bernreiter in einer Pressemitteilung zitiert. Die Hilfszahlungen sollen dabei zunächst an die Kommunen ausgezahlt werden, die diese dann an die Verkehrsunternehmen weiterreichen sollen.

Die Bad Aiblinger Busfahrerin Holligner nimmt die Ankündigung des Bayerischen Verkehrsministeriums als „ein Zeichen, dass es an der richtigen Stelle angekommen ist.“ Dennoch seien bei Weitem noch nicht alle Probleme beseitigt. Gerade für die Ausfälle durch das Neun-Euro-Ticket, das zwischen Juni und August geplant ist, bräuchte es nach wie vor noch eine Lösung. Zudem muss man laut Hollinger abwarten, wie schnell die Hilfe nun wirklich kommt.

Auch Bernreiter betont, dass die Soforthilfe nur ein erster Schritt sein kann. „Jetzt ist der Bund am Zug. Er muss rasch die regionalen Mittel kräftig erhöhen, sonst ist der öffentliche Nahverkehr in den Ländern in ernsthafter Gefahr“, meint der Verkehrsminister.

Weitere Aktionen nicht ausgeschlossen

Je nachdem wie die weitere Reaktion in der Politik ausfällt, wären sowohl Hollinger als auch Reiter bereit, nochmals zu streiken. „Wir haben keine Zeit mehr abzuwarten“, sind beide überzeugt. Auf die Region könnten somit bald noch weitere Belastungen im morgendlichen Berufsverkehr zukommen.

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