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So viele Briefwähler wie noch nie

Am 26. September ist Bundestagswahl: Ein Blick in den Wahlkreis Rosenheim

Das gibt einen neuen Briefwahlrekord: Franz Höhensteiger, Wahlleiter in der Stadt Rosenheim, hütet viele gut gefüllte Kisten, in denen sich tausende rosafarbene Umschläge der Briefwähler stapeln.
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Das gibt einen neuen Briefwahlrekord: Franz Höhensteiger, Wahlleiter in der Stadt Rosenheim, hütet viele gut gefüllte Kisten, in denen sich tausende rosafarbene Umschläge der Briefwähler stapeln.
  • Ludwig Simeth
    VonLudwig Simeth
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Reicht es doch wieder zu einem Zweier-Bündnis? Oder regiert in Deutschland nach der Bundestagswahl 2021 erstmals eine Dreier-Koalition? 60,4 Millionen Stimmberechtigte haben am Sonntag, 26. September, die Wahl – darunter rund 241 000 Menschen im Wahlkreis Rosenheim (222), den Stadt und Landkreis Rosenheim bilden.

Wahlkreis Rosenheim – So viele Wähler wie nie zuvor werden sich bei einer Bundestagswahl den sonntäglichen Gang in die Wahllokale (geöffnet von 8 bis 18 Uhr) sparen werden. Denn sie haben ihre zwei Kreuzerl schon gemacht – ganz gemütlich zuhause, per Briefwahl.

Der Anteil der Briefwähler in der kreisfreien Stadt Rosenheim und den 46 Landkreis-Gemeinden wird diesmal enorm sein. „In jedem Fall über 50 Prozent“, schätzen die Wahlleiter unisono. In Stephanskirchen rechnet Geschäftsleiter Georg Prankl sogar mit einem Briefwahlanteil von 70 Prozent der Gesamtstimmen.

Alle Infos und Ergebnisse rund um die Bundestagswahl finden Sie am Wahlabend in unserem OVB-Dossier.

In Rosenheim haben sich bereits 19 052 von 40 781 Wahlberechtigten die Briefwahlunterlagen ausstellen lassen (Stand: Donnerstagabend). Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2017 waren es 11 211 Anträge. „Der Trend zur Briefwahl war in der Region schon vor Corona erkennbar, die Pandemie dürfte ihn dann noch stark befeuert haben“, sagt Christian Schwalm, Sprecher der Stadt. Den Briefwahl-Rücklauf bis Donnerstagabend bezifferte Schwalm auf 16 205.

Umfragen: Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?

Einfach: Ein Zettel für zwei Stimmen

Gespannt darf man deshalb auch auf die Wahlbeteiligung sein. 2017 lag sie im Wahlkreis Rosenheim bei 79,3 Prozent. Die „klassischen“ Sonntagswähler haben am 26. September leichtes Spiel. Wenn sie wissen, was sie wollen, ist die Angelegenheit in wenigen Sekunden erledigt: Mit nur einem Wahlzettel für zwei Kreuze ist die Bundestagswahl im Vergleich zur „Zettelwirtschaft“ bei Landtags-, Bezirkstags- und Kommunalwahlen eine einfache Sache. Die Erststimme geht an einen Kandidaten aus der Region, die Zweitstimme an eine Partei.

Mit ihrer Erststimme wählen die 40 781 Wahlberechtigten in Rosenheim und rund 200 300 im Landkreis einen von zwölf Erststimmenkandidaten direkt nach Berlin. Klare Favoritin ist wieder die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig (CSU), die sich das Erststimmenmandat schon vier Mal (2005, 2009, 2013, 2017) gesichert hat – jeweils mit großem Vorsprung.

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Ihre Herausforderer sind Pankraz Schaberl (SPD), Andreas Kohlberger (AfD), Michael Linnerer (FDP), Victoria Broßart (Grüne), Ates Gürpinar (Linke), Gerhard Schloots (Freie Wähler), Ludwig Maier (ÖDP), Stephan Fröhlich (Bayernpartei), Nikolaus Starkmeth (Die Partei), Nino Kornhass (Die Basis) und Gerald Strickner (BüSo). Neben Ludwig sind auch Linnerer, Maier und Strickner schon 2017 angetreten, für den Rest ist die Kandidatur eine Premiere.

Bei der Erststimme gilt wie immer das Motto „The winner takes it all“: Die 299 Gewinner in den 299 Wahlkreisen haben ihren Platz im Parlament sicher. Anders als bei der Kommunalwahl müssen sie keine 50-Prozent-Hürde nehmen. Die relative Mehrheit reicht.

+++ Wahlkreis Rosenheim (222): Alle Kandidaten im Überblick +++

Die Zweitstimme ist, anders als ihr Name vermuten lässt, die wichtigere von beiden Stimmen: Denn sie ist entscheidend für die mit Spannung erwartete Sitzverteilung und die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag – und damit maßgebend für die Regierungsbildung. Um die Zweitstimme bewerben sich gleich 26 Parteien und Bündnisse.

Keine 3G-Regel, aber mit Maske

2017 musste die CSU im Wahlkreis Rosenheim – wie in ganz Bayern – hohe Verluste schlucken, dafür jubelten AfD und FDP. Bei den Zweitstimmen kam die CSU in Stadt und Landkreis Rosenheim nur auf 40,5 Prozent (-13,6 Prozent im Vergleich zu 2013), die SPD rutschte auf 11,3 Prozent (-3,5) ab, während sich die AfD mit 13,9 Prozent (+9,1) zur zweiten Kraft aufschwang und ihren Stimmenanteil fast verdreifachte. Die FDP legte mit 11,0 Prozent (+6,0) ebenfalls kräftig zu, Gewinne gab es auch für die Grünen mit 10,0 (+1,6) und die Linke mit 5,1 Prozent (+2,2).

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Die 3G-Corona-Regel gilt im Wahllokal nicht, auch Ungeimpfte oder Ungetestete dürfen ihre Kreuze machen. Doch die AHA-Regeln sind einzuhalten. Alle müssen – wie etwa beim Einkaufen – mindestens eine medizinische Maske tragen. Hygiene- und Schutzkonzept für die Wahllokale wurden erstellt. Das Motto dabei: Abstand halten, lüften, desinfizieren. Wer selbst einen Kugelschreiber mitbringt, erleichtert den Wahlhelfern die Arbeit.

Am Sonntag live dabei auf OVB online

Live-Berichte, Zwischenstände, Endergebnisse, Analysen und O-Töne zur Wahl in der Region – das alles gibt es am Sonntag auf unserem Online-Portal www.ovb-online.de.

Bleiben Sie mit uns den ganzen Wahlabend über auf dem Laufenden!

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