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Rosenheimer Greenpeace-Aktivist bei EM in München: Scharfschützen waren zum Schuss bereit

Beinahe-Katastrophe vor EM-Spiel Deutschland - Frankreich

Rosenheimer Greenpeace-Aktivist bei EM in München: Scharfschützen waren zum Schuss bereit

Gerade verliest der Stadionsprecher die Aufstellung Deutschlands vor dem EM-Spiel gegen Frankreich. …
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DAS HANDWERK BRAUCHT PERSPEKTIVEN

Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig spricht mit den Innungen der Region

Laufend neue Verordnungen, hohe Investitionen in Hygiene und Homeoffice, finanzielle Unsicherheiten und Preissteigerungen bei Holz und anderem Material – das Handwerk in der Region Rosenheim sieht sich derzeit mit vielen Problemen konfrontiert.

Rosenheim– Das ist die Bilanz eines Gesprächs der Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig mit Vertretern der Innungen.

„Die ständigen Veränderungen und die Kurzfristigkeit neuer Corona-Verordnungen belasten besonders kleine und mittelständische Unternehmen“, sagte Kreishandwerksmeister Rudi Schiller. „Man kann schon fast über eine Regelungswut reden. Was wir auch feststellen: Die Akzeptanz bei den Menschen sinkt. Wir müssen dringend mehr öffnen.“

Daniela Ludwig steht an der Seite des Handwerks und ist sich mit den Innungen in vielen Punkten einig. „Wir müssen die einseitigen Belastungen verschiedener Branchen beenden. Wenn das Impfen weiter so Fahrt aufnimmt, müssen wir baldmöglichst über weitere Öffnungen reden. Wir müssen jetzt den Betrieben eine Perspektive geben.“

Mit mehr Schwarzarbeit nimmt auch die Nicht-Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen zu

Auch den Friseuren fehlt die Planungssicherheit. Die Testpflicht habe zu einem massiven Umsatzrückgang geführt, beklagte der Obermeister der Friseur-Innung Stefan Mashold. „Wir hören von unseren Mitgliedern, dass die Terminbuchungen teilweise um 50 Prozent zurückgegangen sind. Das fördert doch wieder die Schwarzarbeit und die damit verbundene Nicht-Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen im privaten Bereich.“

Dass den Betrieben die Testpflicht auferlegt wurde, wurmt viele. So meint der Obermeister der Metzger-Innung Hubert Lohberger: „Egal, ob Bäcker, Metzger oder Gastronomie – überall wurden sehr gute Hygienekonzepte erarbeitet.“ Die Metzger leben nicht nur vom Ladengeschäft. Viele beliefern die Gastronomie, bieten Seminare oder Catering an. Gerade hier gibt es laut Lohberger große Lücken bei den Finanzhilfen. „Einnahmeverluste aus Tätigkeiten mit einer Umsatzsteuer von sieben Prozent werden bei den Corona-Hilfen nicht berücksichtigt.“ Das müsse sich ändern.

20-Quadratmeter-Regel sorgt für neuen Ärger

Ärgerlich ist auch die neue 20-Quadratmeter-Regel. „Da hat man 13 Monate lang zehn Quadratmeter pro Kunde, und das geht jetzt plötzlich nicht mehr. Das versteht kein Mensch“, so der Geschäftsführer des bayerischen Fleischerverbands Lars Bubnick. „Diese neue Regel trifft uns hart und sorgt wieder für Warteschlangen vor Metzgereien und Bäckereien.“

Ludwig will einige Themen aus dem Gespräch in Berlin und in der CSU zur Sprache bringen. „Wir werden Mitte Mai evaluieren, was die Bundes-Notbremse gebracht hat, was sie bewirkt hat, und was wir ändern müssen.“ Es sei die CSU gewesen, die für die Befristung auf 30. Juni gesorgt habe. „Uns war wichtig, dass wir nun Mitte Mai alles auf den Prüfstand stellen müssen. Auch die 20-Quadratmeter-Regel, die wir nicht wollten. Aber wir mussten Kompromisse machen.“

Digitalsteuer für Online-Händler laut Ludwig umsetzbar

Einig war sich die heimische Wahlkreisabgeordnete mit den Innungsvertretern beim Thema Digitalsteuer für Online-Händler. „Hier rennen Sie bei uns offene Türen ein“, betonte Ludwig. „Der Gesetzgeber ist sehr wohl in der Lage, eine solche Steuer nur für Firmen einzuführen, die ausschließlich Online-Versand anbieten. Das schützt unsere Betriebe, die nebenbei ihre Waren versenden.“

Eher machtlos ist die Politik bei den Lieferproblemen von Holz und anderen Rohstoffen. „Es sind fünf bis sieben Großkonzerne, die den Weltmarkt beim Holz regeln, und da hängen wir mit dran“, erklärte Kreishandwerksmeister Rudi Schiller. „Was wir noch bemerken: Die Industrie nutzt die Pandemie für eine unverschämte Preistreiberei beim Material. Und wir Handwerker müssen es ausbaden, weil wir mit dem Kunden feste Verträge haben.“

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Insgesamt müsse die Politik viel tun, um das Vertrauen zurückzugewinnen, meinten einige Innungsvertreter. Es seien viele Fehler gemacht worden wie zu langsame Auszahlungen bei den Finanzhilfen. Konzepte wie Überbrückungshilfen oder die Azubi-Prämie können viele Betriebe nicht in Anspruch nehmen, da sie schlichtweg die Anforderungen nicht erfüllen. Man könne jetzt nicht mehr an die Geduld appellieren, diese sei erschöpft.

Daniela Ludwig zeigte Verständnis dafür, betonte aber auch das Dilemma der Politik. „Es gibt Menschen, die ihre Existenz verlieren oder an den Langzeitfolgen von Covid leiden. Das dürfen wir nicht vergessen. Auch uns Politikern raubt das Thema die Energie. Wir schlafen alle schlecht. Aber wir versuchen, diese Pandemie so gut es zu geht zu meistern. Und eines ist auch richtig: Kein einziger Staat der Welt hat den einen, richtigen Königsweg gefunden.“ re

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