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Reden voller Respekt und persönlicher Erinnerungen

Alle wollen ihm die letzte Ehre erweisen: Bürgermeister Sepp Oberauer in Nußdorf beerdigt

Pfarrer Christoph Rudolph hält den Trauergottesdienst für Sepp Oberauer. Fahnenträger verschiedener Vereine, zum Beispiel von der Feuerwehr und den Trachtlern, flankieren den Altar.
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Pfarrer Christoph Rudolph hält den Trauergottesdienst für Sepp Oberauer. Fahnenträger verschiedener Vereine, zum Beispiel von der Feuerwehr und den Trachtlern, flankieren den Altar.
  • Alexandra Schöne
    VonAlexandra Schöne
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Mit emotionalen Reden und einem langen Trauerzug ist gestern Nußdorfs langjähriger Bürgermeister Sepp Oberauer beerdigt worden. Der 62-Jährige ist vor wenigen Tagen nach schwerer Krankheit gestorben.

Nußdorf – Wie viel Sepp Oberauer den Menschen in Nußdorf und im Landkreis bedeutet hat, haben am Donnerstag (26. August) nicht nur die neun emotionalen Reden vor der Aussegnungshalle auf dem Nußdorfer Friedhof gezeigt. Auch, dass beinahe der gesamte Friedhof voller Menschen war, die trotz strömendem Regen und eisigem Wind dem Verstorbenen die letzte Ehre erweisen wollten, war ein Zeichen dafür. Familienmitglieder, Freunde, Studienkollegen waren gekommen, aber auch Bürgermeister und Mandatsträger aus dem gesamten Landkreis.

Der lange Trauerzug läuft durch den Neuen Nußdorfer Friedhof und anschließend an der Friedhofsmauer entlang. Ziel ist der Alte Friedhof, wo die Urne im Familiengrab beigesetzt wird.

Sie alle wollten sich von dem Mann verabschieden, der 19 Jahre lang die Gemeinde Nußdorf geprägt hat. „Er hat das Dorfbild geschützt und das Dorfleben entscheidend entwickelt“, sagte die Zweite Bürgermeisterin der Gemeinde, Susanne Grandauer. Sie erinnerte an Oberauers vielseitiges Engagement, das unter anderem dazu führte, dass Nußdorf im Jahr 2001 beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ siegte.

Persönliche Erinnerungen an Sepp Oberauer

Nußdorfs Bürgermeister Sepp Oberauer ist am Sonntag, 15. August, im Alter von 62 Jahren gestorben.

Alle Reden vor der Aussegnungshalle waren geprägt von Respekt und Anerkennung. Viele Redner teilten aber auch persönliche Erinnerungen an Oberauer mit der Trauergemeinde. Bernd Fessler, Bürgermeister von Großkarolinenfeld und Sprecher der Rathauschefs im Landkreis, sprach von Bergtouren, Fußballspielen oder auch vom gemeinsamen Singen im Bürgermeisterchor. Oberauer hatte den Part des zweiten Basses im Chor übernommen. „Eine Stimme wird fehlen – jetzt hat der Chor nicht mehr so viel Tiefe“, sagte Fessler und stimmte kurz darauf den Bürgermeisterchor an.

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Landrat Otto Lederer nennt Sepp Oberauer einen „geradlinigen Menschen“, der immer zu seinem Wort stand.

Oberauer sang nicht nur gern, sondern war laut Landrat Otto Lederer auch ein „geradliniger Mensch“. Er lobte die Integrität Oberauers. „Er sagte, was er dachte und machte, was er sagte“, betonte er. Das bestätigte auch Hajo Gruber. Er war als Bürgermeister von Kiefersfelden Arbeitgeber von Oberauer. Dieser hatte in der Gemeinde hauptberuflich das Hoch- und Tiefbauamt sowie die Gemeindewerke geleitet. Bürgermeister von Nußdorf war er all die Jahre ehrenamtlich.

Immer die beste Lösung für ein Problem gesucht

Beruflich sei Oberauer immer ganz anders gewesen als in seiner Rolle als Politiker, sagte Gruber. „Er war nicht kompromissbereit auf der Arbeit. Er hat immer darauf geachtet, die beste Lösung für ein Problem zu finden. Kein Wunder, dass nicht nur Nußdorf trauert, sondern die ganze Gemeinde Kiefersfelden.“

Auch sie erweisen dem verstorbenen Bürgermeister die letzte Ehre: (von links) Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner, Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig und Felix Schwaller, Vorsitzender der CSU-Kreistagsfraktion.

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Dass Sepp Oberauer nicht nur mit den Menschen in seiner Heimat eng verbunden war, sondern auch mit solchen im Ausland, zeigte der Besuch eines französischen Bürgermeisters. Jean-Philippe Guillemont war zur Beerdigung gekommen. Er ist Chef der kleinen Gemeinde Camblanes-et-Meynac, die im Südwesten Frankreichs unweit der Stadt Bordeaux liegt.

„Auf Wiedersehen, mein Freund“

Die französische Gemeinde pflegt seit 1975 eine enge Partnerschaft mit Nußdorf. Guillemont erinnerte sich an seiner Rede, die er auf Französisch vortrug und die seine Begleiterin ins Deutsche übersetzte, an „viele gemeinsame Abendessen mit Sepp in Nußdorf und in Camblanes-et-Meynac“.

Jean-Philippe Guillemont, Bürgermeister von Nußdorfs Partnergemeinde Camblanes-et-Meynac, spricht auf der Beerdigung.

Seit er von dessen Tod erfahren habe, müsse er immer wieder an diese schönen Momente denken. Oberauers Ehefrau Marlies war bei diesen Worten sichtlich bewegt. „Wir sind traurig“, sagte Jean-Philippe Guillemont auf Französisch. „Sepp, wir werden dich vermissen.“ Und auf Deutsch: „Auf Wiedersehen, mein Freund.“

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Sepp Oberauer war bekanntlich jemand, der gut vernetzt war. Und der deshalb auch wusste, was in seinem Dorf vor sich ging. Und auch seine tiefe Verbundenheit zur Heimat und vor allem zu den Traditionen zeichneten ihn aus. Egal ob im Trachtenverein, bei der Nußdorfer Theatergruppe oder bei der Feuerwehr – er war ein Vereinsmensch.

Spalier für die Angehörigen von Sepp Oberauer

Das wurde auch beim Trauerzug deutlich. Vertreter von zwei Schützenvereinen, vom Trachtenverein, von der Feuerwehr und vom Schiffleutverein reihten sich mit ihren Fahnen in den Zug ein. Kurz bevor Oberauers Familie den Eingang des Alten Friedhofs erreichte, wo die Urne beigesetzt wurde, standen die Nußdorfer Trachtler Spalier für die Angehörigen.

Der Trachtenverein hatte Oberauer immer viel bedeutet. 46 Jahre war er Mitglied und lernte dort auch seine spätere Ehefrau kennen. „Sein Plattler-Dirndl war damals schon die Marlies“, sagte Andi Mayer vom Trachtenverein. Nicht nur sie, sondern etliche weitere Menschen aus Nußdorf und der Region werden Oberauer vermissen. Das ist gestern Nachmittag deutlich geworden.

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