Wer macht sowas?

„Der hat doch einen Vogel“: Unbekannter Täter in Bruckmühl schießt auf Kater Merlin - Besitzer geschockt

Die Katze wurde, nachdem sie angeschossen worden ist, von einem Tierarzt behandelt. Es ist unbekannt, ob dies eine gezielte Attacke auf die Katze war oder nicht.
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Die Katze wurde, nachdem sie angeschossen worden war, von einem Tierarzt behandelt. Es ist unbekannt, ob dies eine gezielte Attacke auf die Katze war oder nicht.

Ein verzweifelter Leserbrief erreichte die OVB24-Redaktion, in dem Bruckmühlerin Theresa Rothenaichner von ihrer Geschichte erzählt. Ein vierpfötiges Familienmitglied wurde von einem unbekannten Täter mit einer Waffe angeschossen. Sie will mit diesem Brief vor allem ihre Nachbarn warnen.

Bruckmühl - Der Dienstagabend des 2. Februars verlief in der Familie Rothenaichner so wie sonst auch. Alle entspannten sich am Abend und genossen die gemeinsame Zeit. Nur ein Familienmitglied bereitete sich auf die übliche nächtliche Tour vor. Der geliebte Kater, nach dem Zauberer Merlin benannt. Die ganze Nacht streifte der Stubentiger durch die Straßen des Bruckmühler Ortsteils Heufeldmühle und alles schien soweit in Ordnung, als dieser in der Früh das vorbereitete Frühstück verspeiste.

Doch bereits am Abend merkte die Besitzerin, dass etwas nicht stimmte. „Wir hatten es schon mal, dass der Merlin nichts gegessen hat und dachten er hätte eine Magenverstimmung“, erzählt Theresa Rothenaichner. „Am Donnerstag wurde es aber richtig schlimm und wir sind dann sofort zum Tierarzt gefahren. Dieser konnte aber zu diesem Zeitpunkt nichts feststellen. Es hat ja nichts geblutet.“ Der Kater sollte erst einmal beobachtet werden und wenn am Freitag noch immer keine Besserung in Sicht sei, müsse die Familie noch einmal zum Arzt kommen.

Merlin erholte sich nicht und der Ehemann fuhr gleich am Freitag noch einmal zum Tierarzt. „Das Fell wurde richtig durchgeschrubbt und dann haben wird etwas verklebtes Fell gefunden.“, erzählt Rothenaichner. Bei einer Röntgenaufnahme dann die erschreckende Erkenntnis: Die Aufnahme zeigt, dass in der Bauchhöhle von Merlin das Projektil eines Luftdruck-Gewehres, feststeckte. Der Kater wurde dementsprechend sofort in eine Tierklinik gebracht und notoperiert.

Bei dieser Röntgenaufnahme ist das Projektil des Geschosses sehr gut im Bauchbereich der Katze zu sehen. Glücklicherweise wurde der Fremdkörper noch rechtzeitig entdeckt.

Zwischenzeitlich kritischer Zustand

Auf Nachfrage, wie es Merlin mittlerweile gehe, meinte Frau Rothenaichner, dass das Haustier wohlauf sei. „Toi-Toi-Toi, dass er die OP so gut überstanden hat, obwohl wir zwischendurch echt bangen mussten“ Der Kater erholt sich aber noch von der OP, so die Besitzerin. Sie sei aber immer noch geschockt, dass jemand die Fähigkeit besitzt, so etwas Grausames zu tun.

Bei der Frage, ob solche Vorfälle bereits in der Vergangenheit passiert seien, meinte Frau Rothenaichner, dass weder sie noch die Nachbarn von so einer ekelhaften Tat wüssten. Sie berichtete aber auch, dass ihre Tierärztin vermutet, dass der Schütze gezielt auf die Katze geschossen habe, um den „Lockdown-Frust irgendwo raus zu lassen“.

„Der Täter hat die Situation einfach gezielt ausgenutzt. Merlin hat sich ja in dem Moment, als er geschossen hat, nicht in Gefahr gefühlt. Sonst wäre die Bauchregion ja nicht das Ziel gewesen“, dachte Rothenaichner. „Und normalerweise hätte das Projektil, so die Tierärztin, eigentlich abprallen müssen“. Sie habe aber auch keinen Verdacht, wer den Kater angeschossen haben könnte. „Ich will einfach nur, dass die Katzen stehen gelassen werden und mit meiner Geschichte die Nachbarn der Umgebung warnen, dass sie ihre Tiere nicht aus den Augen lassen sollen. Bei Merlin ist es ja noch glimpflich ausgegangen!“

Mittlerweile hat Theresa Rothenaichner eine Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei Bad Aibling erstattet, in der Hoffnung den Täter finden zu können.

Das Projektil steckte im Bauch der Katze und wurde operativ entfernt. Es ist gerade einmal um die 5 mm groß.

Die Polizei ermittelt nun

Auf Anfrage von mangfall24.de bei der Polizei in Bad Aibling, wie in diesem Falle nun ermittelt werden könnte, meinte der Sprecher, dass die Investigation vermehrt auf Zeugenbefragungen hinauslaufen wird. „Katzen haben kein festes Revier, dafür reicht es meist mehrere hundert Meter weit. Die Suche nach dem Täter könnte sich dadurch schwierig erweisen“, erklärt der Polizeibeamte. Zudem mache das Luftgewehr keinen Knall, weshalb auch keine Lärmquelle und Uhrzeit ausgemacht werden könne. Das Geschoss an sich sei aber ein Flachkopf Diabolo.

Solange muss die Familie warten und hoffen, dass es keine weitere Vorfälle geben wird und der Täter gefasst wird.

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