5 Bürgermeister aus der Region bringen den Brenner-Widerstand nach München

Bürgermeister Johannes Thusbaß (Prutting), Karl Mair (Stephanskirchen), Christoph Vodermaier (Riedering) und Simon Hausstetter (Rohrdorf) geben die Stellungnahmen ihrer Bürger persönlich ab.
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Bürgermeister Johannes Thusbaß (Prutting), Karl Mair (Stephanskirchen), Christoph Vodermaier (Riedering) und Simon Hausstetter (Rohrdorf) geben die Stellungnahmen ihrer Bürger persönlich ab.
  • Sylvia Hampel
    vonSylvia Hampel
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Am Freitag, den 24. Juli, läuft die Einspruchsfrist zum Raumordnungsverfahren des Brenner Nordzulaufs ab. Die Zusammenfassung darüber, wie die Trassen-Pläne des Bahnprojekts bei den Bürgern ankommen, hat eine besondere Herren-Riege gleich persönlich überbracht.

Update 24. Juli, 18 Uhr

Prutting/Riedering/Rohrdorf/Schechen/Stephanskirchen – Der Auftritt hinterließ Eindruck: Fünf Bürgermeister – Johannes Thusbaß (Prutting), Karl Mair (Stephanskirchen), Christoph Vodermaier (Riedering), Stefan Adam (Schechen) und Simon Hausstetter (Rohrdorf) beluden zwei Autos mit den Stellungnahmen ihrer Bürger zum Raumordnungsverfahren des Brenner Nordzulaufs und brachten diese direkt zur Regierung von Oberbayern in die Maximilianstraße nach München. Die Kollegen aus Neubeuern und vom Samerberg hatten dem Quintett die Stellungnahmen ihrer Bürger auch noch mitgegeben.

Tausende von Stellungnahmen dabei

Allein Karl Mair brauchte eine Sackkarre: knapp 3.000 Stellungnahmen nahm er aus Stephanskirchen mit zur Regierung von Oberbayern. Dicht gefolgt von Simon Hausstetter, dessen Idee es war, die Stellungnahmen höchstpersönlich abzuliefern – etwas über 2000 sind es aus Rohrdorf. Sein Mitfahrer Karl Mair verriet auf der Rückfahrt, dass der Kollege sehr zufrieden aussehe

Bürgermeister treffen Bürgerinitiativen

Vor dem Gebäude der Regierung stießen die Bürgermeister dann auch noch auf Vertreter von Bürgerinitiativen aus dem südlichen Inntal und aus Tuntenhausen, deren Unterlagen sie auch gleich noch mitnahmen, so dass sich die Zahl der Stellungnahmen zum Brenner-Nordzulauf, die zur blauen und violetten Trasse (beide östlich des Inns) bei der Regierung landeten, allein Freitagmittag um deutlich über 10 000 erhöhte. „Und was aus dem westlichen Bereich kam, das wissen wir ja gar nicht“, so Stefan Adam. Christoph Vodermaier erinnerte daran, dass diese gut 10 000 Stellungnahmen ja nur die seien, die nicht per Post oder E-Mail direkt an die Regierung gingen, „die Zahl wird insgesamt deutlich größer sein.“

Warum die Bürgermeister persönlich kamen

„Regierungspräsidentin Maria Els und ihre Mitarbeiter waren von der großen Anzahl schon sehr beeindruckt“, schildert Vodermaier und fügt zufrieden an: „Das war ein gutes Signal.“ Das war, so Mair, auch durchaus die Absicht. „Wir wollten unsere Betroffenheit persönlich zeigen, nicht die Stellungnahmen anonym abliefern.“

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Die Bürgermeister waren positiv überrascht, wie viel Zeit sich Maria Els für sie nahm. Sie habe keine Andeutungen gemacht, was sie von den Trassen zum Brenner-Nordzulauf halte, so Mair, wollte aber sehr wohl wissen, wie die Wahrnehmung der Bürger sei und wie sehr die Gemeinderäte hinter dem Widerstand stehen. Dass die Bürger überrascht wurden davon, wie sehr ihre Orte – alles keine klassischen Inntalgemeinden – betroffen sind, als die Ostumfahrung der Stadt Rosenheim ins Spiel kam, war der Regierungspräsidentin neu. Wie hoch Els dieses Raumordnungsverfahren ansiedelt, erstaunte Johannes Thusbaß: „Das hat für die Regierung von Oberbayern die gleiche Dimension, wie das Verfahren zur dritten Startbahn am Münchner Flughafen.“

Frist für Stellungnahmen endet

Acht oder neun Mitarbeiter der Regierung von Oberbayern werden sich nun, da die Frist für Stellungnahmen am Freitag, 24. Juli, um Mitternacht abgelaufen ist, mit den Stellungnahmen beschäftigen. Sechs Monate plus eine mögliche Verlängerung um zwei Monate sind dafür vorgesehen.

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Erstmeldung

Sie sind unterwegs: Gut gelaunt trafen sich die Bürgermeister Johannes Thusbaß (Prutting), Karl Mair (Stephanskirchen), Christoph Vodermaier (Riedering) und Simon Hausstetter (Rohrdorf) gegen Mittag am Stephanskirchner Rathaus, beluden zwei Autos mit den Stellungnahmen ihrer Bürger zum Raumordnungsverfahren des Brenner Nordzulaufs.

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er fünfte im Bunde, Stefan Adam (Schechen) wurde samt seiner Stellungnahmen auf dem Weg nach München eingesammelt. Heute, Freitag, 24.Juli, läuft die Einspruchsfrist ab.

Knapp 3.000 Stellungnahmen allein aus Stephanskirchen

Simon Hausstetter wollte seinen Rohrdorfern möglichst lange Zeit geben und kündigte schon vor Wochen an, die Post selbst auszuliefern. Die Kollegen fanden’s klasse und machen mit. Karl Mair brauchte eine Sackkarre: knapp 3000 Stellungnahmen nimmt er aus Stephanskirchen mit zur Regierung von Oberbayern.

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Dicht gefolgt von Simon Hausstetter – etwas über 2.000 sind es aus Rohrdorf. Die Bürgermeisterkollegen aus Neubeuern und Samerberg gaben die Einwände ihrer Bürger ordentlich verpackt mit auf den Weg. Die Aktion machte Eindruck bei der Regierung von Oberbayern: Regierungspräsidentin Maria Els empfängt die fünf Bürgermeister um 14 Uhr höchstpersönlich.

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