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Brenner-Nordzulauf: Repräsentative Umfrage ergibt Mehrheit für Neubautrasse

Jonas Köllner von Forsa stellte die Ergebnisse der Umfrage zum Brenner-Nordzulauf vor. maier

Aller Kritik zum Trotz steht eine Mehrheit der Bevölkerung in der Region einer Bahn-Neubaustrecke für den Brenner-Nordzulauf positiv gegenüber. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Deutschen Bahn. Die Zustimmung ist allerdings gesunken.

Rosenheim – Der Umfrage zufolge sprechen sich 59 Prozent der Bürger für eine Neubaustrecke aus. Die Meinungsforscher befragten zwischen 30. September und 23. Oktober 1502 Personen, die im Planungsraum im Landkreis Rosenheim und in Österreich leben. Insgesamt wohnen hier etwa 192 000 Personen über 18 Jahre.

Zustimmung im Vorjahr höher

Bei einer Befragung im Vorjahr, die vor der Vorstellung der Grobtrassen durchgeführt worden war, hatte die Zustimmung noch 78 Prozent betragen. „Ein derartiger Rückgang der positiven Bewertung ist bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung ganz normal“, erläuterte Jonas Köllner von Forsa bei der Vorstellung der Umfrage. Je konkreter die Planungen würden, desto mehr Betroffene würden sich negativ äußern. Auf die Frage, ob sie für oder gegen einen Neubau der Bahnstrecke wären, antworteten bei der jüngsten Umfrage 28 Prozent der Befragten ablehnend. 13 Prozent waren weder dafür noch dagegen.

„Die Zahl der Gegner einer Neubautrasse ist nicht einmal halb so hoch wie die Zahl der Befürworter. Insofern kann man von einer sehr guten Akzeptanz in der Bevölkerung sprechen“, so Köllner. Auffallend ist, dass im angrenzenden Tiroler Inntal die Zustimmung zur Neubaustrecke mit 84 Prozent deutlich höher ausfällt. Von den insgesamt 1502 Befragten haben 212 Personen ihren Wohnsitz in Österreich.

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In der Umfrage ging es auch um die Informationspolitik rund um das Projekt Mit Abstand am wichtigsten sind der Bevölkerung demnach Informationen zur Streckenführung beziehungsweise zum Verlauf der Neubautrasse. Fast jeder zweite Interviewte gab dies als Priorität an. Als wichtigste Informationsquelle wurde die jeweilige Stadt oder Gemeinde genannt, in der ein Befragter wohnt. Dahinter rangieren Zeitungsartikel, persönliche Gespräche und die Bürgerinitiativen. Soziale Netzwerke waren nur für jeden dritten Befragten „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“.

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In der Erhebung wurde auch gefragt, ob als künftiger Brenner-Nordzulauf die bestehende Bahnstrecke ausreichen würde. Die Hälfte der Befragten stimmte dieser Aussage eher nicht oder überhaupt nicht zu – immerhin 40 Prozent waren jedoch der gegenteiligen Ansicht. „Wir haben unsere Position hierzu schon deutlich gemacht, werden aber vor Jahresende nochmals ausführlich dazu informieren“, kündigte DB-Projektleiter Matthias Neumaier an.

Für eine ertüchtigte Bestandsstrecke treten die Bürgerinitiativen im Landkreis Rosenheim vehement ein. Die Tatsache, dass die Forsa-Umfrage eine Mehrheit für eine Neubaustrecke ergeben hat, lässt Thomas Riedrich als Vorsitzenden der Bürgerinitiative Brennerdialog kalt. „Ich wurde selbst angerufen und weiß daher, wie ungenau und manipulativ manch Fragestellung war“, so Riedrich.

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Um der DB-Umfrage etwas entgegenzustellen, haben die Bürgerinitiativen eine eigene Online-Befragung aufgesetzt. Bislang haben sich nach Riedrichs Angaben mehr als 2400 Personen daran beteiligt. „Uns geht es darum, unsere Sichtweise mit Zahlen zu untermauern und ein Signal an die Politik zu senden, wie wichtig das Thema Brenner-Nordzulauf in der Region ist, gerade mit Blick auf die Kommunalwahlen im nächsten Frühjahr“, so Riedrich weiter. Die Ergebnisse wolle man demnächst öffentlich machen.

„Das ist reine Leuteverdummung“

Forsa-Mann Köllner fand zur Online-Umfrage deutliche Worte: „Ich habe selten einen größeren Käse gesehen als diese reine Leuteverdummung.“ Es gebe keine zufällige Auswahl der Teilnehmer und jeder könne so oft abstimmen, wie er will. „Und zwar ganz egal, wo er oder sie wohnt“, kritisierte Köllner. Zudem würden aus der Luft gegriffene Behauptungen zur Abstimmung gestellt. Sein Fazit: „Die Ergebnisse, die dabei herauskommen, sind das Papier nicht wert, auf dem sie ausgedruckt werden.“

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