Brenner-Nordzulauf: Nächster Schritt bei den Planungen für das Inntal steht bevor

Demonstration gegen Brenner-Nordzulauf-Trassenverlauf
+
Demonstration gegen den Brenner-Nordzulauf: Von Anfang an begleiten Proteste der Bürger vor Ort die Planungen.
  • Dirk Walter
    vonDirk Walter
    schließen

Beim Bau des Brennerbasistunnels gibt es Verzögerungen, bei der Planung der Zulauftrasse durch das bayerische Inntal gibt es hingegen einen nächsten Schritt: Die Eröffnung des Raumordnungsverfahrens steht unmittelbar bevor.

Rosenheim/Innsbruck – Seit Jahren streiten Anwohner im Inntal teils erbittert mit der Bahn über den Bau zweier neuer Gleise. Die Brenner-Zulaufstrecke soll Teil eines großen Güterzugkorridors durch die Alpen sein, der bis zum Brennerbasistunnel führt.

Das 56 Kilometer lange Milliardenprojekt zwischen Innsbruck und Franzensfeste ist längst im Bau, doch es gibt Verzögerungen. Statt 2028 dürfte der Tunnel jetzt frühestens 2030 fertiggestellt sein, berichtet der ORF.

Diese möglichen Trassenverläufe für den Brenner-Nordzulauf sollen jetzt ins Raumordnungsverfahren gehen. (Klicken Sie ins Foto für eine vollständige Darstellung von Rosenheim bis Kufstein)

Ein Stück voran geht es hingegen bei der Planung der Zulaufstrecke - dem sogenannten Brenner-Nordzulauf. Kommende Woche wird die Regierung von Oberbayern das Raumordnungsverfahren für fünf, bisher nur grob skizzierte Trassen eröffnen, erfuhr unsere Zeitung aus sicherer Quelle.

Lesen Sie auch:

Bürgerinitiativen fürchten, Bahn-Plan drängt Rosenheim ins Abseits

Brenner-Nordzulauf: Geplante Verknüpfungsstelle schockt Niederaudorfer Bauern

Diese Grobtrassen mit unterschiedlich langen Tunnelanteilen waren im Sommer 2019 vorgestellt worden. Die Bahn hat sie nun so weit präzisiert, dass sie die Unterlagen zur Prüfung an die Bezirksregierung übergeben konnte. In den nächsten Wochen werden die Pläne auch an die Gemeinden im Inntal verschickt, die sie öffentlich auslegen und als sogenannte Träger öffentlicher Belange eine Stellungnahme abgeben können.

Die Pläne der Bahn hatten in der Region für Proteste gesorgt. So kamen unter anderem im Januar 30.000 Unterschriften für eine Petition gegen den Brenner-Nordzulauf zusammen.

Etwa ein halbes Jahr könnte die Prüfung der Unterlagen der Bahn durch die Regierung insgesamt dauern. Anfang 2021 will sich die Deutsche Bahn dann auf eine Trasse festlegen und diese dem Bund empfehlen.

Parallel dazu wird es eine Untersuchung geben, um die bestehenden zwei Gleise mit dem Zugsicherungssystem ETCS auszustatten. Dann könnten Züge in geringeren Abständen fahren. Bisher sind es maximal 200 Züge an einem Werktag, künftig sollen es bis zu 320 sein.

Die beiden neuen Gleise für den Brenner-Nordzulauf sollen einmal eine Kapazität von bis zu 400 Zügen täglich haben.

Kommentare