Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Brenner-Nordzulauf: Eigene Umfrage bestätigt Rosenheimer Initiative im Kampf gegen Neutrasse

Signale an die Politiksehen Thomas Riedrich, Peter Margraf und Jürgen Benitz-Wildenberg (von links) in ihrer Umfrage und der Petition. Weiser
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
    schließen

Eine Umfrage gibt der Bürgerinitiative Brenner-Dialog Rückenwind im Kampf gegen eine neue Trasse für den Brenner-Nordzulauf. Kritik an der selbst gemachten Umfrage ficht die Bürgerinitiative nicht an. Das Resultat sei einfach „ein Signal an die Politik“, sagt Vorsitzender Thomas Riedrich.

Vertraue keiner Umfrage, die du nicht selbst in Auftrag gegeben hast: In ihrer eigenen Befragung zur Neubautrasse kommt die Bürgerinitiative Brenner-Dialog Rosenheimer Land zu gänzlich anderen Ergebnissen als die Forsa in ihrer Umfrage im Auftrag der Deutschen Bahn. Laut Umfrage des Brenner-Dialogs sind 84 Prozent gegen den Neubau einer Bahntrasse für den so genannten Brenner-Nordzulauf. „Die Ergebnisse zeigen, dass ein sehr großer Teil der Bürger eine neue Trasse ablehnt und den Ausbau der Bestandsstrecke mit Lärmschutz befürwortet“, sagte Dialog-Vorsitzender Thomas Riedrich bei einer Pressekonferenz in Rosenheim.

Krasse Unterschiede im Resultat

Forsa dagegen hatte in ihrem Meinungsbild Zustimmung für den Neubau der Trasse bestätigt. Demnach äußerten sich 59 Prozent der Bürger positiv. Wie ist das möglich? Forsa hatte Menschen angerufen, Brenner-Dialog die Fragen in ihrem Internet-Auftritt gestellt.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Der Verdacht, dass dort vor allem Gleichgesinnte ihre Zeit investieren, ist nicht von der Hand zu weisen. Der Unterschied zwischen „betroffen“ und „befragt“ könnte die Abweichungen erklären. Sprecher Jürgen Benitz-Wildenburg wollte das nicht ausschließen, sieht aber etwas anderes als entscheidend – „den besseren Informationsstand der Teilnehmer an unserer Umfrage“.

Laut Pressemitteilung des Brenner-Dialogs haben fast 3000 Menschen teilgenommen, ausgewertet worden seien die Fragebögen von lediglich 1250 Teilnehmern. Die anderen hätten sich nicht mit E-Mail-Adresse eingetragen und seien als potenzielle Doppelmeldungen aussortiert worden.

BI beharrt auf Aussagekraft der eigenen Umfrage zum Brenner-Nordzulauf

Die Online-Fragerunde sei „ein bisserl eine Reaktion auf die Forsa-Umfrage“, sagte Benitz-Wildenburg. Was ein bisserl untertrieben klingt. Im Schlagabtausch der Meinungsbildner hatte Brenner-Dialog die Fragen der Berliner Meinungsforscher als manipulativ disqualifiziert.

Forsa wies den Vorwurf als „skandalös“ zurück und äußerte überdies Zweifel an der Online-Umfrage der Bürgerinitiative. Darauf antwortete Thomas Riedrich bei der Pressekonferenz: „Dass unsere Umfrage nicht wissenschaftlich ist, müssen wir gelten lassen.“ Aussagekräftig sei sie trotzdem: „Wir sehen sie einzig als Signal an die Politik.“

Hoffnung auf die Petition gegen Brenner-Nordzulauf

Als solches Signal sei auch die Online-Petition zu betrachten. In seiner Eingabe fordert der Brenner-Dialog, dass für den Nordzulauf nicht ausschließlich eine Neubaustrecke geplant werden darf. Vielmehr seien Ausbau und Modernisierung der Bestandsstrecke als Alternative einzubeziehen. Gestern, 19 Tage vor Ablauf der Frist, hatten knapp 2200 Menschen online unterzeichnet.

Damit ist die Petition zwar weit von der Marke von 50 000 entfernt, die der Bürgerinitiative Rederecht vor dem Petitionsausschuss einräumte. In der Statistik aber liegt die Eingabe damit unter den Top Drei. Peter Margraf vom Bürgerforum Inntal wies darauf hin, dass auch Papierlisten ausliegen. Man rechne daher mit einem fünfstelligen Ergebnis.

Thomas Riedrich sieht darin einen Impuls. „Der Bundestag darf nicht nochmals entscheiden, ohne dass sich die Abgeordneten fundiert mit dem Thema beschäftigt haben“, sagt er. „Wenn sie nach sorgfältiger Auseinandersetzung zu einer anderen Entscheidung gelangen – gut, das werde ich dann akzeptieren.“

Kommentare