Brenner-Nordzulauf: CSU-Abgeordnete Ludwig und Rosenheimer Grüne wehren sich gegen Planung

Staatsminister Hans Reichhart, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und die Rosenheimer Abgeordnete Daniela Ludwig (von links): Ludwig fordert eine komplette Neuplaung für den Brenner-Nordzulauf im Norden Rosenheims.
+
Staatsminister Hans Reichhart, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und die Rosenheimer Abgeordnete Daniela Ludwig (von links): Ludwig fordert eine komplette Neuplaung für den Brenner-Nordzulauf im Norden Rosenheims.

"Akzeptabel sind nur Trassenvorschläge, die eine weitreichende Untertunnelung oder Einhausung der Strecke ermöglichen." Mit dieser Forderung hat sich die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig in der Diskussion um den Brenner-Nordzulauf zu Wort gemeldet. Die Grünen im Rosenheimer Stadtrat fordern gar einen Planungsstopp.

Rosenheim - Nur Trassenvorschläge, die eine Untertunnelung oder Einhausung zuließen, sollten überhaupt weiter diskutiert werden, fordert die verkehrspolitische Sprecherin der CSU-Bundestagsfraktion angesichts der anhaltenden Diskussionen um den Brennernordzulauf. Sie warnt bei der Festlegung des Trassenverlaufs vor "übereilten Beschlüssen über eine mögliche Neubautrasse".

Ludwig fordert: Nördlich von Rosenheim soll komplett neu geplant werden

„Seit dem 5. August sind alle Infomärkte der Deutschen Bahn in 16 Orten abgeschlossen“, so die heimische Wahlkreisabgeordnete. „Sie haben gezeigt, dass es in der Bevölkerung noch gravierende Sorgen und Bedenken gibt. Das müssen wir ernst nehmen."

Lesen Sie auch:

Die Verunsicherung ist groß: Raubling zwischen Restoptimismus und Resignation

Den Brenner-Nordzulauf in Stephanskirchen hautnah kennengelernt

Daniela Ludwig kündigt an, den weiteren Dialogprozess eng zu begleiten. Für den Abschnitt nördlich von Rosenheim fordert Ludwig ein komplett neu überarbeitetes Konzept. „Hier verläuft keine der fünf Grobtrassen mehr im Tunnel. Diese Planung lehne ich ab." Es müsse eine neue Planung auf den Tisch, insbesondere auch, was die Lage einer möglichen Verknüpfungsstelle angeht.

Lesen Sie auch:

Flintsbach ist von allen fünf Trassen des Brenner-Nordzulaufs massiv betroffen

Update: 15.50 Uhr

Aktiv geworden ist auch die Rosenheimer Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Sie weist in einem Schreiben an ihren Parteikollegen Cem Özdemir, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur im Bundestag, erneut auf eine vom Stadtrat einstimmig verabschiedete Resolution hin.

Darin wird ein Planungsstopp für eine Neubaustrecke gefordert, solange die Notwendigkeit der Trasse nicht überzeugend dargelegt wurde.

Landtags-Grüne werfen CSU vor, das Projekt zu vertrödeln

Die Grünen im Bayerischen Landtag fordern bisher einen zügigen Ausbau der nördlichen Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel. So teilte Markus Büchler, verkehrspolitischer Sprecher der Landtags-Grünen, vor Kurzem noch mit: „Die CSU-Verkehrsminister haben viele Jahre vertrödelt und Deutschland beim Zulauf zum Brenner-Basistunnel mit ihrem Zaudern und Zögern gewaltig ins Hintertreffen gebracht."

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) fehle der der Mumm, mit klaren Zusagen den Bürgerinnen und Bürgern entgegenzukommen. Büchler fordert ein solides Gesamtkonzept "für Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene, für maximalen Lärmschutz, für großzügige Untertunnelung und einen Quantensprung im Schienennahverkehr für die Region Rosenheim". tt/ki

Mehr zum Thema

Kommentare