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Brenner-Nordzulauf: Belastbare Zahlen müssen endlich her

Norbert Kotter, Chef vom Dienst der OVB-Heimatzeitungen.
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Norbert Kotter, Chef vom Dienst der OVB-Heimatzeitungen.
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Das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens zum Brenner-Nordzulauf steht fest. Allerdings vermissen viele Bürger belastbare Zahlen, die den Bedarf der zusätzlichen Gleise untermauern. Hier ist das Bundesverkehrsministerium nun gefordert, findet Norbert Kotter, Chef vom Dienst der OVB-Heimatzeitungen.

Kommentar – Rechtsverbindliche Auswirkungen auf die künftige Trassenführung des Brenner-Nordzulaufs hat der Abschluss des Raumordnungsverfahrens zwar nicht, ein erster Meilenstein ist dennoch gesetzt. Die Ergebnisse dieser Sondierung können bei der folgenden Planfeststellung nicht einfach übergangen werden. Die Trasse östlich des Inns, die aus dem Rennen genommen wurde, wird in den Überlegungen der Planer fortan keine Rolle mehr spielen. Der Anliegerprotest gegen das Projekt dürfte in diesem Bereich vermutlich sehr schnell an Lautstärke abnehmen.

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Dennoch spricht nach wie vor viel dafür, dass eine wirksame Verlagerung weiter zunehmender Verkehrsströme im Alpentransit nicht ohne den Neubau zweier zusätzlicher Gleise erfolgen kann. Unabhängig vom künftigen Verfahrensverlauf ist das Bundesverkehrsministerium gefordert, endlich belastbare Zahlen für deren Notwendigkeit vorzulegen. Nur so kann vor Ort eine wichtige Zäsur gelingen: Scharfmacher, die sich bei ihrem Widerstand gegen die Neubautrasse in der Rolle der Fundamentalopposition sehen, von jenen zu trennen, deren Sorgen und Skepsis nachvollziehbar sind und ernst genommen werden müssen.

Fotos von der Pressekonferenz zum Raumordnungsverfahren Brenner-Nordzulauf & Proteste

Fotos von der Pressekonferenz zum Raumordnungsverfahren zum Brenner-Nordzulauf in Rosenheim mit Hubert Aiwanger
Fotos von der Pressekonferenz zum Raumordnungsverfahren zum Brenner-Nordzulauf in Rosenheim mit Hubert Aiwanger
Fotos von der Pressekonferenz zum Raumordnungsverfahren zum Brenner-Nordzulauf in Rosenheim mit Hubert Aiwanger
Fotos von der Pressekonferenz zum Raumordnungsverfahren zum Brenner-Nordzulauf in Rosenheim mit Hubert Aiwanger
Fotos von der Pressekonferenz zum Raumordnungsverfahren Brenner-Nordzulauf & Proteste

Ein miserables Zeugnis

Wenn selbst Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer der im Hause ihres Parteifreundes Andreas Scheuer erstellten Szenarienstudie zur Notwendigkeit neuer Gleise nur ein „entschiedenes Vielleicht“ attestiert, dann ist das mehr als ein Weckruf.

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Es ist ein miserables Zeugnis, das den Fortgang des Bürgerdialogs und hartes Ringen auf sachlicher Ebene erschwert. Ein Fiasko, auch wenn man mit einer Prognose wohl kein großes Risiko eingeht. Entschieden wird letztlich nicht im Bundestag, sondern vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

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Und weil sich das erfahrungsgemäß hinzieht, muss die Politik in der Zwischenzeit den Anliegern an der Bestandsstrecke größtmöglichen zusätzlichen Lärmschutz zubilligen. Sie werden nämlich in ein paar Jahren feststellen, dass alles technisch Machbare getan wird, um die Leistungskapazität des bestehenden Schienenstrangs durch das Inntal zu erhöhen. Das ist die einzige Möglichkeit, ein Gefälle zwischen Bayern und Tirol abzuflachen. Während dort die Bauarbeiten längst begonnen haben, nimmt in weiß-blauen Gefilden bisher vor allem die verbale Auseinandersetzung in der Vorplanung an Intensität zu. Bedauerlich!

Schreiben Sie dem Autor:

norbert.kotter@ovb.net

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