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Julias großes Kämpferherz: Die Geschichte von einer tollen Frau und dem „besten Kinderarzt der Welt“

Ein starkes Team: Julia (im Gardasee) und Dr. Christian Brückmann (mit Namenspatron vor dem Haus Christophorus). Die junge Frau hat früh Mutter und Vater verloren. Seither ist der Mediziner viel mehr ist nur ihr Arzt.
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Ein starkes Team: Julia (im Gardasee) und Dr. Christian Brückmann (mit Namenspatron vor dem Haus Christophorus). Die junge Frau hat früh Mutter und Vater verloren. Seither ist der Mediziner viel mehr ist nur ihr Arzt.
  • Ludwig Simeth
    vonLudwig Simeth
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Offenherzig, emotional, ausdrucksstark: Das ist Julia. Es gibt wohl kein zweites Mädchen, keine zweite junge Frau, die sich so stimmgewaltig freut, wenn der Arzt kommt. „Brüüüückmann“ ruft sie schon von Weitem, wenn sie ihn sieht. Kein Wunder: Dr. Brückmann ist für sie viel mehr als nur ein Arzt.

Rosenheim/Brannenburg – „Für unsere Buben und Mädchen ist Dr. Christian Brückmann fachlich und menschlich einfach der beste Kinderarzt der Welt“, sagt Alexandra Huber, die Leiterin des Christophorus-Hauses. Im Fall von Julia ist „Brüüüückmann“ aber noch viel mehr. Er kümmert sich nicht nur medizinisch um ihr großes Kämpferherz, er erledigt auch ihren Papierkram: Als Julia nach dem Tod ihrer Eltern auf einmal allein da stand, übernahm der Brannenburger Kindermediziner sowohl Vormundschaft als auch Betreuung.

Schon eine außergewöhnliche Geschichte, aber irgendwie auch typisch. Denn es ist diese Nähe zu den Buben und Mädchen, die das Haus Christophorus so einzigartig und wertvoll macht.

Die Zeit steht nie still, ein Menschenherz aber schon

Julia ist 2009 als zwölfjähriges Mädchen nach Brannenburg gekommen, heute ist sie eine junge Frau mit 23. Ja, die Zeit vergeht wie im Flug. Sie steht nie still, ein Menschenherz schon. Im Fall von Julia sogar dreimal: erst ihr eigenes, dann das Herz der Mutter, schließlich das des Vaters.

So viele Schicksalsschläge und Tragödien in einer Familie – eigentlich unfassbar. Julia kommt im November 1997 zur Welt, im Zeichen des Skorpions und der Sklerose – eine Erbkrankheit mit Fehlbildungen im Gehirn, angeborener Epilepsie, angeborenem Herzfehler.

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Trotzdem wächst das Mädchen heran, leider auch die gutartigen Tumoren an Herz und Nieren. Immer wieder muss Julia operiert werden. Einmal kommt es dabei zu einem längeren Herzstillstand. Schließlich wird Julia erfolgreich reanimiert, aber das Gehirn nimmt erneut Schaden.

2009 dann der Einzug ins Haus Christophorus. Eigentlich soll es nur für kurze Zeit sein. Die Mama ist an Krebs erkrankt. Vielleicht schlägt die Therapie ja an und die Tochter kann bald wieder heim.

Julia fühlt sich auf Anhieb sehr wohl in Brannenburg. Die Betreuerinnen weichen nicht von ihrer Seite, selbst wenn das Mädchen zum Arzt oder ins Krankenhaus muss – und das kommt bei ihm wegen der langen und komplexen Krankengeschichte häufig vor.

Kinderarzt kennt alle Stärken und Schwächen

Also bleibt Julia da. Zumal das Schicksal daheim erbarmungslos zuschlägt: 2011 stirbt die Mutter. Da ist sie 14. Drei Jahre später liegt der Vater tot in der Wohnung – Herzinfarkt. Mit 17 ist Julia Vollwaise.

Das Schicksal des Mädchens lässt niemanden kalt im Haus Christophorus – auch nicht den „Hauskinderarzt“. So kann man Dr. Christian Brückmann ruhig nennen. Jeden Dienstag kommt er zur Visite, im Notfall ist er Tag und Nacht für sie da, seit 29 Jahren.

Brückmann, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, kennt alle Höhen und Tiefen der Kinder, Stärken und Schwächen, ihre Vorlieben, Marotten, Besonderheiten. Längst sind sie ihm ans Herz gewachsen. Julia sogar besonders.

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Kein Wunder, denn mit der aufmerksamen und höflichen jungen Frau, die mit ihrem Rollstuhl erstaunlich mobil und flott unterwegs ist, kann man wunderbar-witzige Gespräche führen. Ist ein Vorschlag nach ihrem Gusto, sagt sie: „Guuuter Plan.“ Die Bitte, das Herumtrödeln einzustellen, weil andere auf sie warten, kontert sie mondän-international mit „Time is moooney“. Wenn dagegen beim Essen etwas daneben geht, tickt sie eher im bodenständig-bayerischen Sprachmodus: „Ooomeeeiomei.“

Schön und gut. Aber die Vormundschaft und Betreuung für ein fremdes Kind übernehmen? Das ist eine große Verantwortung und viel Bürokratie dazu. Brückmann weiß das. Aber Julia ist ihm ja alles andere als fremd. So überlegt er nicht lang. Er macht es. Sechs Jahre ist das her. Drei volle Leitz-Ordner hat der Arzt nun daheim stehen: die Korrespondenz mit Krankenkassen und Behörden.

Endlich hat Julia einmal Glück

Für Julia ist das ein Segen. Das Wichtigste: Sie kann im Haus bleiben, alle haben sich erfolgreich dafür eingesetzt. Sie besucht die Philipp-Neri-Schule im Rosenheimer HPZ. Aber das Ende der Schulzeit im Juli 2019 – Julia ist längst eine junge Frau – bedeutet auch, dass sie ausziehen muss.

Auf einmal irgendwo anders zurechtkommen müssen? Ohne die anderen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen im Haus Christophorus? Ohne ihre vertrauten Betreuerinnen? Ohne Brückmann, nicht nur Arzt und amtlich bestellter Alleskümmerer, sondern auch Fürsprecher und Papa-Ersatz? Man muss kein Psychologe sein, um sich vorstellen zu können, dass da eine Welt zusammengebrochen wäre. Aber diesmal hat Julia Glück. Genau zum richtigen Zeitpunkt wird ein Platz im Erwachsenenbereich frei.

Tolle Resonanz auf „Bernhards süße Welt“

Glück haben damit auch alle anderen. Julia ist mit ihrer sozialen, ausgleichenden Art ein Gewinn für jede Gemeinschaft. Sie übernimmt Botengänge, rollt von einer Wohngruppe zur anderen – Mobilität ist Lebensfreude. In „Bernhards süße Welt“ – die gleichnamige Reportage vom vergangenen Samstag hat eine weitere Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst – dringt Julia dabei nicht ein. „Sie mag nur herzhafte Sachen, Bernhards Pudding oder Joghurt rührt sie nicht an“, lacht Brückmann.

Weitere Hobbys von Julia: reiten, Gesellschaftsspiele, tanzen, Musik hören, Bücher lesen, Fernsehen. Und die Förderstätte der Caritas-Wendelsteinwerkstätten in Raubling, die sie seit Sommer 2019 besucht, ist auch nur fünf Autominuten weg.

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Dr. Brückmann empfindet sein Engagement übrigens nicht als emotionale Einbahnstraße: „Es ist immer wieder bereichernd und faszinierend, wenn man sieht, was für ein unglaublich lebenswertes Leben die Kinder und erwachsenen Bewohner hier führen können.“ Spätestens am kommenden Dienstag wird er sich davon wieder überzeugen können. Wenn es wieder heißt. „Brüüückmann.“

Ein Zuhause für noch mehr Kinder - auch aus Mühldorf

Das Haus Christophorus in Brannenburg soll größer werden. Die Zahl der Plätze für Kinder mit schwersten Beeinträchtigungen wird von 13 auf 20 erweitert, zudem soll dort eine interne Klasse entstehen, mit Beschulung durch die Philipp-Neri-Schule in Rosenheim. Auch davon können Kinder und deren Familien aus ganz Oberbayern profitieren, also auch aus dem Raum Wasserburg und Mühldorf. Insgesamt leben 13 Kinder und 28 Erwachsene mit Schwerstmehrfachbehinderungen im Haus Christophorus.

Auto zu gewinnen

Auch ein Auto gibt es bei der Weihnachtsaktion zu gewinnen. Unter allen Spendern und Teilnehmern wird ein Mazda 2 verlost. Den Wagen im Wert von rund 16 000 Euro hat City-Autopartner Kolbermoor, ein Unternehmen der Auto-Eder-Gruppe, kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Gewinn wird also nicht mit Spendengeldern finanziert.

Das sind die Nummern der Spendenkonten

Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling ---- IBAN DE61 7115 0000 0020 1598 77 (Sparkasse) ---- BIC BYLADEM1ROS

meine Volksbank Raiffeisenbank eG ---- IBAN DE91 7116 0000 0100 9200 29 ---- BIC GENODEF1VRR

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Jede Spende ab 10 Euro automatisch im Lostopf

Jede Spende ab zehn Euro nimmt automatisch an der Verlosung des Mazda 2 teil. Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Wer nicht mit seinem Namen erscheinen will, vermerkt dies bei der Überweisung mit dem Zusatz „Anonym“ oder „Keine Namensnennung“. Mitarbeiter des OVB-Medienhauses und der Auto-Eder-Gruppe sowie Angehörige können nicht an der Verlosung teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ihre Betroffenenrechte und Datenschutzinfos finden Sie unter https://www.ovbabo.de/datenschutz. Aus rechtlichen Gründen sind wir verpflichtet, auch Nicht-Spender am Gewinnspiel teilnehmen zu lassen. Diese schicken eine Postkarte mit dem Kennwort „Weihnachtsaktion: Ich will ohne zu spenden gewinnen“ ans OVB.

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