Blitzeinschläge und überflutete Straßen: Die Bilanz des Unwetters in der Region

Da braut sich was zusammen: Dunkle Wolken über Aschau kündigten am Samstagabend das Unwetter an.
+
Da braut sich was zusammen: Dunkle Wolken über Aschau kündigten am Samstagabend das Unwetter an.

Die gute Nachricht: Bei den teils heftigen Gewittern mit Starkregen am Samstag, 1. August, in den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf und Traunstein sind keine Menschen verletzt worden. In erster Linie hatten die Feuerwehren mit Bränden durch Blitzeinschläge und enormen Wassermassen zu kämpfen.

Von Mathias Weinzierl

und Heike Duczek

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf – Teils heftige Gewitter mit Starkregen haben am Samstagabend in der Region die Einsatzkräfte der Feuerwehren beschäftigt. Vor allem im Altlandkreis Wasserburg hatten die massiven Regenschauer für vollgelaufene Keller und überflutete Straßen gesorgt. Zudem mussten die Feuerwehren mehrmals ausrücken, nachdem Blitze Dachstühle in Brand gesetzt hatten.

Gut 30 Einsätze im Kreis Rosenheim

Ein Dutzend gewitterbedingte Einsätze hatten die Feuerwehren im Landkreis Traunstein zu verzeichnen, von30 bis 35 Einsätzen durch Blitzschlag und Starkregen im Landkreis Rosenheim spricht Kreisbrandrat Richard Schrank. „Es war schon was los, aber nichts Dramatisches“, zog der Kreisbrandrat trotzdem eine positive Unwetterbilanz. Laut Schrank hatten die Wassermassen beispielsweise bei Bad Aibling Straßen überflutet, zudem drohte bei Tuntenhausen, ein Baum umzustürzen. Drei Mal binnen weniger Minuten mussten die Feuerwehren in Edling und Ramerberg ausrücken, nachdem Blitze in Häuser eingeschlagen hatten.

Lesen Sie auch: Wetter in Deutschland – Nach Rekord-Hitze kommt der Regen - Heftige Gewitter drohen

Innerhalb von drei Minuten – um 19.34 und 19.37 Uhr – erreichten alleine die Feuerwehr Ramerberg zwei Alarmierungen: aus dem Ortsteil Zellereit, wo in der Hochriesstraße ein Ein-Familien-Haus getroffen worden war, und aus dem Ortsteil Sendling, wo Am Gries der Blitz in einen Hof eingeschlagen hatte. Beide Male entstand kein Brand, aber deutlich sichtbarer Schaden am Dach, so Ramerbergs Kommandant Sebastian Wachter.

Offenes Dach mit Plane abgedeckt

In Zellereit hatte der Blitz einen Teil des Dachfirstes so beschädigt, dass er in Fetzen herunterhing. Mit Unterstützung der Drehleiter aus Rott deckten die Einsatzkräfte das offene Dach mit einer Plane ab, so Wachter. In Sendling war der Blitz nach seinen Angaben vermutlich durch die Dachrinne eines Nebengebäudes bis in die Küche des Austragshauses geraten, hatte dort eine Stromleitung getroffen. Nach einem gewaltigen Knall folgte die Bescherung: Lampen fielen von der Decke, Putz kam herunter, Leitungen rissen aus der Wand. Die Schaden beläuft sich laut Polizeiinspektion Wasserburg auf mehrere tausend Euro. Verletzt wurde niemand.

Entwarnung nach Einsatz der Wärmebildkamera

Ebenfalls mit dem Schrecken davon kamen die Bewohner eines Bauernhauses am Pfarrer-Huber-Weg in Edling. Der Blitz schlug gegen 20 Uhr im Dach ein, zu einer Brandentwicklung kam es jedoch nicht. Die Feuerwehr Edling konnte nach Einsatz der Wärmebildkamera Entwarnung geben. Beschädigt wurde nach Polizeiangaben die Telefonanlage des Gebäudes.

Lesen Sie auch: Unwetter – Welche Versicherung für welchen Schaden aufkommt

Auf rund 20 000 Euro bezifferte die Polizei den Schaden an einem Wohnhaus in Chieming, bei dem der Blitz gegen 20.45 Uhr eingeschlagen hatte. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich nach Angaben der Traunsteiner Polizei keine Personen im Einfamilienhaus im Ortsteil Kainrading, rund 70 Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren konnten den Brand des Dachstuhls schnell unter Kontrolle bringen und somit ein übergreifen der Flammen verhindern.

Nicht mit Feuer, dafür mit jeder Menge Wasser sahen sich die Einsatzkräfte unter anderem bei Gars im Altlandkreis Wasserburg konfrontiert. Keller standen unter Wasser, Straßen wurden überflutet. Doch nach Angaben der Kommandanten Klemens Greißl aus Gars und Michael Grasser Mittergars gingen die Einsätze glimpflich ab. Niemand wurde verletzt. Nach zwei Stunden war der Spuk vorbei.

Gullideckel hochgedrückt

Maximal zehn Zentimeter hoch stand das Wasser in zwei Kellern im Garser Zentrum. Die Feuerwehr war mit drei Fahrzeugen und 20 Personen im Einsatz beim Abpumpen, unterstützt von den Kollegen aus Mittergars. Vier Straßen wurden außerdem in Gars Bahnhof überschwemmt. Der Starkregen hatte Gullideckel hochgedrückt, die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen.

Kfz-Kennzeichen von Autos gerissen

Probleme, mit denen auch die Feuerwehr in der Stadt Rosenheim zu kämpfen hatte: Dort musste gegen 22 Uhr eine der Haupteinfahrtsstraßen, die Kufsteiner Straße, gesperrt werden, nachdem der Starkregen die dortige Bahnführung überflutet hatte. Eine Durchfahrt war nach Angaben von Polizeisprecher Robert Maurer nicht mehr möglich. Hier sorgte die Feuerwehr nach Angaben von Stadtbrandrat Hans Meyrl durch die Reinigung der Regenabläufe dafür, dass das Wasser letztlich wieder kontrolliert ablaufen konnte. Überbleibsel waren zehn Kfz-Kennzeichen. „Die Kennzeichen dürften von durchfahrenden Autos aus den Halterungen weggespült oder weggerissen worden sein“, vermutet Maurer.

Boot kentert auf dem Chiemsee

Eher um- statt weggerissen wurde ein kleines Boot, zu dem die Wasserwacht am Samstagabend gegen 20.45 Uhr auf Höhe Seeon-Seebruck eilen musste. Das Boot war auf dem Chiemsee gekentert und wurde mithilfe der Wasserwacht wieder aufgerichtet. Personen kamen nach Angaben der Polizei nicht zu Schaden. Ob das Boot aufgrund des Starkregens gekentert war oder andere Gründe zum Unglück geführt hatten, konnten die Ermittler bislang nicht aufklären.

Kommentare