Blick in die „kleine Fördergruppe“: Wenn Geschichten spürbar werden

Greifen, malen, das Leben spüren: Fabian mitHeilerziehungspflegerin Monika Huber in der „kleinen Fördergruppe“ im Haus Christophorus.
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Greifen, malen, das Leben spüren: Fabian mitHeilerziehungspflegerin Monika Huber in der „kleinen Fördergruppe“ im Haus Christophorus.

Brannenburg – Seit Beginn der Corona-Krise fällt für viele Kinder und Bewohner im Haus Christophorus der Förderunterricht aus.

Weil sie sogenannte Hochrisikopatienten sind, versucht man, jedes Ansteckungsrisiko, zum Beispiel durch einen Schulbesuch, zu minimieren.

Als Antwort auf diesen pandemiebedingten Förderstillstand hat Monika Huber die „kleine Fördergruppe“ gegründet. Die Heilerziehungspflegerin, für diese Mission extra aus dem Gruppendienst in den Förderbereich gewechselt, kümmert sich dort liebevoll um die Kleinen, um ihnen in Zeiten von Corona den zweiten Lebensbereich zu erhalten.

Die kleine Fördergruppe ist speziell auf die Sinne zugeschnitten, die alle Christophorus-Kinder ansprechen: Geruchs-, Hör-, Tast- und Fühlsinn. Angebote für den Seh- und Geschmackssinn gibt es individuell.

Was passiert in der kleinen Fördergruppe? Viel dreht sich dort um Geschichten. Monika Huber liest den Buben und Mädchen je nach Jahreszeit die passendenGeschichten vor. Dazu gibt es Bilder, Fühlmaterial, Geräusche und Textzeilen von der UK-Taste (vorher aufgenommen). UK steht für Unterstützte Kommunikation. Die UK und der „Powerlink“, an den alle elektrischen Geräte angeschlossen werden können, sind hilfreiche Mittel bei der Förderung.

Da ist zum Beispiel das Bilderbuch „Die kleine Glocke, die nicht läuten wollte“: Beim Drücken auf die Taste ertönen Glockenklänge, das Gurren von Tauben ist zu hören. Das UK-Gerät wird den Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Bewohnern an der passenden Stelle und einer sich in der Geschichte wiederholenden Textstelle angereicht und abgespielt. Und wer kann, läutet selbst die Glocke oder spielt ein Instrument (etwa ein Xylofon).

Stofftiere zum Fühlen und Ansehen werden angeboten, wenn sie in der Geschichte vorkommen. Naturmaterialienwie Zweige, Nüsse oder Moos sind ebenfalls im Einsatz – natürlich auch passend zum Text. Lieder werden vorgespielt und mitgesungen.

Und wenn in der Geschichte der Wind bläst? Dann wird mit dem Power-Link per Tastendruck der Ventilator aktiviert. Und wenn es heiß wird? Dann kommt eben die Wärmelampe ins Spiel.

Malen geht natürlich auch in der „kleinen Fördergruppe“ – mit Rollen (sie haben verschiedene Strukturen), mit Pinseln, mit Fingern und Händen (oft schwierig durch die Beeinträchtigung) oder selbst gemachten Stempeln und Schablonen.

Und Musik? Mit Handführung ist es durchaus zu schaffen, Musikinstrumente zum Klingen zu bringen. Teilweise ist auch selbstständiges Trommeln oder das Anschlagen mit dem Klöppel möglich. ls

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