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Herbstfest-Auftakt auf Boarisch

A bissl wos gähd imma: Des wead a ganz bsondane Wiesn in Rosenheim

Lem und lem lassn – a boarisches Urgesetz, des aufm Herbstfest noch zwoa Jahr Pause wieder beischbuihaft umgsetzt wead. Vo 27. August bis Sonntag, 11. September, ko ma se‘s an 16 Wiesndog so richtig guad geh lossn.
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Lem und lem lassn – a boarisches Urgesetz, des aufm Herbstfest noch zwoa Jahr Pause wieder beischbuihaft umgsetzt wead. Vo 27. August bis Sonntag, 11. September, ko ma se‘s an 16 Wiesndog so richtig guad geh lossn.
  • Ludwig Simeth
    VonLudwig Simeth
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A bissl wos gähd imma und oiwei. So sogt ma in Bayern gern. Und füas Rosenheimer Herbstfest guid des erst recht. Des hamma jedenfois olle gmoant – bis auf oamoi gar nix mehr ganga is: Fast nix hod ma mea deafa, zwoa Jahr koa Wiesn – na hawedere. Umso scheena, dass jetz endlich wieda ozapft wead.

Rosenheim – Ned bloß Bierdimpfen, Noagalzuzla und Hoggableiba gfrein se scho narrisch drauf. Aa olle andern kennans kaam no dawartn: Schdodara und Bauernfimfa, Dosige, Eigsessne und Zuagroaste, Breißn und Nordliachtl, Gscheadhammen und feine Maxen, Doagaffn und Schnodabixn.

Ja, füa olle ruck ma zsamm und hamma an Blotz auf da Wiesn. Weil’s bloß hoib so schee waarad ohne de junga Hupfa und de oidn Krampfhenna, ohne de Kaschbalkepf, de koa Diridari ham, und ohne de kniggadn Eigsaamtn, de vui Buifa ham, awa nia de Schbendierhosn oziang.

Bloß Radaubriada und Schtreithammen, de oi damalang an Fetzn Rausch außaziang und in eanam Suri so zinte wean, dass am Trinknachbarn a Sauwane eischenga woin (koa Mass, a Schäin), da deafan se schnäi vazupfa oder soin am liabstn glei dahoambleim.

Qwarantäne und Souschal-Distänzing

Und oans is aa gwies: Des Herbstfest zwanzgzwoarazwanzg wead a ganz a bsondane Wiesn – ned bloß, weil’s de easte Wiesn noch dera saubläädn Loggdaun-, Qwarantäne und Souschal-Distänzing-Gaudi is. Naa, desmoi gibt’s aa so vui neie Sachan und so vui Herbstfest-Bremieren wia scho lang nimma an 16 Wiesn-Dog vo Samstag, 27. August, bis Sonntag, 11. September.

Ewig schod bloß, dass es da Martha Steegmüller, da Senior-Schefin vom Flötzinger, de erst vor a baar Dog füa imma eigschlaffa is, nimma vagunnt gwen is, den Wiesn-Nei-Schtard miderlem zum deafa. Du weast uns sauwa fäin, Martha!

Awa sicher schaut sie heid vo irgendwo do drom owa auf uns olle. Und wer woaß – vielleicht legt‘s ja a guads Wörterl beim Petrus ei. Waarad scho schee, wenn da Wedagod a Eihsähng häd und es ned recht nassln dad beim Wiesn-Einzug um fünf noch äife und beim Ozapfa um zwäife. Awa liaba a bar Drepfal vo om ois wia a so a Rekord-Summahitz wia de letztn Wochan, bei dera ma se ja kaam bäizn kanntad in de Biazäita.

Zumindest zwoa Mordsdrum-Duschara duads awa heid ollawei: Und zwar, wenn da Landrat (im Flötzinger) und da Oberbüagamoasta (im Auer) beim Ozapfa weid aushoin mim Schlegl und den Wechsel mit Karacho ins Fassl einehaun. Vui san scho drauf gschbannt wia a Rengschirm, weil des Ozapf-Schbeggdaggel ja für olle zwoa a Bremiere is.

Vor drei Jahr, bei da letztn Wiesn, san da Lederer Otto (im Landratsamt) und da März Andi (im Rathaus) ja no ned am Ruada gwesn. Do hod no de Bauer Gabi de erste Mass in d‘Häh gschtemmt – ganz ohne Britschlerei, dafüa mit ganz vui Gfui und Zuiwassa.

Schbotznwadl oder Schdiagnack?

Ned bloß de Zwetschgenmandln mid Schbotznwadl und Schdeggalfiaß ham do recht bläd und neidisch dreigschaut. Aa schdiagnackade, keandlgfuadade Kraftlackl mit vui Irxnschmoiz ham eanane Trachtenhiad zong. Ja, des is absolute Ozapf-Dschämpiänslieg gwesn von da Bauer Gabi. Moi schaun, ob de zwoa neian Amtsinhaber äha in da Kreisglass schpuin und an sauwan Biersää produzian.

Bsondas gschpannt deaf ma desmoi aa auf de Auerbräu-Festhalle sei. Do is so guad wia ois noglnei – vo da Außenfassade übers Doch und de Fenster bis zur Küch und da Wiesnwirtsfamilie Heinrichsberger aus Aschau. Im Flötzinger bleibt mit da Familie Kirner zwar festwirtsmassig ois beim Oidn, dafüa schreibt im gräßten Hoiz-Festzäit Europas a achtzähnjähriger Bursch Wiesn-Geschichte: da Schäffner Jakob is de erste männliche Bedienung im Flötzinger überhaupt. Des hods vorher no nia gem.

Nei san aa a bar Fahrgschäfterl. Im „Gladiator“ ko ma si sogar in zwoarasächzg Meter Häh sauwa durchbeidln lassn. Ansonsten wead awa vui so sei, wia ma’s von Zwoatausendundneinzähn no kennt. Des gähd bei da Wuidn Maus los und head bei de Karolinenfelder und da Dreder Musi auf, de in de zwoa Bierburgen wieder sauber Rambazamba machan. An Schambannja und a edles Drepfal gibt’s nadirle aa wieda auf da Wiesn.

Dischputian hoaßt ned „Dischputinian“

Zum Dischputian gibt‘s aa wieda grod gnua in Zeiten wie de jetzigen, wobei – liabe Zuagroaste, passt’s auf! – des boarische Wort „Dischputian“ mid am russischen Kriagsvabrecha nix zum doa hod. Apropos: Bevor uns da Putin an Gashahn no ganz zudrahd, drah ma liaba an Zapfhahn nomoi auf und dring ma a süffige Mass. Schwoamm ma’s owe, häift äh nix. Oans, zwoa, gsuffa!

Boarischer Auftakt

Ob es um Bier, Essen oder Tracht geht – das Herbstfest ist für die Menschen in Rosenheim und Umgebung ein Stück Heimat. Dazu gehört auch die bairische Sprache. Deshalb erscheint der Wiesn-Auftaktbericht der OVB-Heimatzeitungen auf vielfachen Leserwunsch wieder auf „boarisch“. Wir hoffen, Bayern und Nicht-Bayern macht die nicht immer leichte Lektüre gleichermaßen Spaß.

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