Für biologische Vielfalt am Straßenrand: Rosenheimer Bauamt arbeitet Konzept aus

Das Bayerische Verkehrsministerium möchte die Pflege von Straßenbiotopen optimieren und investiert in die Erhaltung der Artenvielfalt. Das Staatliche Bauamt Rosenheim arbeitet bereits an einem Konzept.
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Das Bayerische Verkehrsministerium möchte die Pflege von Straßenbiotopen optimieren und investiert in die Erhaltung der Artenvielfalt. Das Staatliche Bauamt Rosenheim arbeitet bereits an einem Konzept.

Grünflächen an Straßen bieten großes Potenzial für biologische Vielfalt. Das Bayerische Verkehrsministerium möchte die Pflege von Straßenbiotopen optimieren und investiert rund 1,2 Millionen Euro in die Erhaltung der Artenvielfalt. In Rosenheim wird dazu gerade ein Konzept ausgearbeitet.

Von Alexandra Schöne

Rosenheim – Das Staatliche Bauamt Rosenheim ist eine von vielen Behörden, die sich um die Umsetzung des Pflege-Konzepts kümmert. Laut Peter Zehentmair, zuständig für Landschaftspflege und Umweltschutz, geht das erarbeitete Konzept auf das infolge des Volksbegehrens „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen!“ beschlossene Gesetz zurück.

Flächen werden durch Raumanalyse erfasst

Ein Landschaftsplanungsbüro hatte im Auftrag des Staatlichen Bauamts in den vergangenen Monat für den Artenschutz geeignete Flächen in der Region gesucht, die Bestandsqualität erfasst sowie Pflegekonzepte erarbeitet. Derzeit werden laut Zehentmair nun geeignete Flächen „identifiziert, priorisiert und ausgewählt“. Dabei würden Straßengrundstücke und in räumlicher Nähe liegende Grundstücke berücksichtigt, die Eigentum des Bundes oder Freistaates sind oder durch Staatliche Bauämter verwaltet werden.

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„Diese Flächen werden auf ihre naturschutzfachliche Qualität durch Raumanalyse und Luftbildauswertung erfasst und bewertet“, erklärt Zehentmair gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. In einem nächsten Schritt werde dann entschieden, welche Flächen am besten „für eine ökologische Aufwertung“ geeignet sind.

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Auf den ausgewählten Flächen solle das Lebensraum- und Nahrungsangebot der Lebewesen erhalten und erhöht werden. Besonders berücksichtigt werden Zehentmair zufolge die Lebensraumansprüche von geschützten oder gefährdeten Arten. Dafür sei insbesondere die Förderung von Magergrünland, blütenreichen Pflanzenbeständen sowie Saumbiotopen wichtig.

Baumreihen und Alleen erhalten

„Wir stellen die Pflege der Flächen um oder optimieren sie“, sagt Zehentmair. „Nach dem abschnittsweisen Mähen wird das Mähgut abtransportiert.“ Derzeit erfolge noch die sogenannte Mulchmahd. Dabei landet das Schnittgut nicht in einem Fangkorb, sondern bleibt auf dem Rasen liegen. Außerdem würden Bäume, besonders Baumreihen und Alleen, erhalten. Die festgelegten Maßnahmen sollen laut Zehentmair ab 2021 dauerhaft umgesetzt werden.

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Die Planungen im Rahmen des Artenschutz-Konzepts werden durch Landesmittel finanziert. Die Kosten der anschließenden Pflegemaßnahmen trägt der jeweiligen Baulastträger der Straße, also in der Regel der Bund oder der Freistaat Bayern. Der Umfang der Haushaltsgelder, die zur Verfügung stehen, sei aber noch ungewiss, so Zehenmair.

Bund Naturschutz begrüßt die Pläne

Der Vorsitzende der Rosenheimer Kreisgruppe des Bundes Naturschutz, Peter Kasperczyk, sagt, er begrüße die Pläne des Verkehrsministeriums. Für die Kreisgruppe sei es schon immer ein Dorn im Auge gewesen, dass das Straßenbegleitgrün oft intensiv abgemäht wird. Er fordert vor allem, dass an Straßen nicht mehr so häufig und tief gemäht wird. „Man sollte die Blumen blühen lassen, bis sie ausgesamt haben“, sagt Kasperczyk.

Schwierigkeiten bei der Mulchmahd

Außerdem weist er auf die Schwierigkeiten bei der Mulchmahd hin. Durch diese Art des Mähens werden die Böden von Wiesen Kasperczyk zufolge nährstoffreicher. Blumen würden zum Wachsen oftmals jedoch einen nährstoffarmen Boden benötigen.

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