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Bilder aus Alt-Rosenheim: Ein bedeutendes Denkmal der Wasserversorgung

Einblick in die Maschinenhalledes städtischen Wasserwerks in Hofmühle im Jahr 1928. stadtarchiv
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Einblick in die Maschinenhalledes städtischen Wasserwerks in Hofmühle im Jahr 1928. stadtarchiv

Der historische Stadtkalender „Bilder aus Alt-Rosenheim“ setzt jeden Monat eine historische Aufnahme in einen geschichtlichen Zusammenhang. Das Oktober-Blatt zeigt die Maschinenhalle des städtischen Wasserwerks in Hofmühle um 1928.

Rosenheim – In der Gründerzeit gelang es dem Magistrat der Stadt Rosenheim, die Lebensbedingungen der Bevölkerung durch umfangreiche Infrastrukturprojekte ständig zu verbessern. Neben der Neupflasterung der Straßen und der Anlage eines Kanalnetzes zeugten zahlreiche neue Versorgungseinrichtungen vom Aufschwung der Stadt. 1863 wurde das Gaswerk an der Färberstraße fertiggestellt, und 1896 ging das Elektrizitätswerk Oberwöhr ans Netz. Zum 1. Januar 1900 nahm das neue Wasserwerk der Stadt in Hofmühle seinen Betrieb auf.

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Schon im späten Mittelalter hatten sich die Rosenheimer Bürger mit Quellwasser aus den Hängen des Schloßbergs versorgt. Die Bevölkerungszunahme im 19. Jahrhundert machte die Erschließung weiterer Quellen an der Hofleiten notwendig. 1898 gelang es der Stadtgemeinde, die kurz vor der Mündung der Sims in den Inn gelegene Hofmühle zu erwerben. Hier plante man ein großes Pumpwerk zu errichten, das mit einem Hochreservoir auf der „Kraglinger Höhe“ verbunden werden sollte. Außerdem erwarb die Stadt weitere Quellen im Bereich Neumühle und Westerndorf.

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Bis Ende 1899 wurden die Arbeiten für die Hochbauten der Anlage und das Leitungsnetz ausgeführt. 630 Gebäude und fünf öffentliche Brunnen wurden an das Wassernetz angeschlossen. Das Wasserwerk in Hofmühle selbst bestand aus einem dreistöckigen Maschinistenwohnhaus und einer angebauten Maschinenhalle. Darin befanden sich die von der Maschinenfabrik Augsburg gefertigten Pumpen, die vom Wasser des Mühlbachs der stillgelegten Hofmühle angetrieben wurden.

Nachdem die Bevölkerung der Stadt Rosenheim und dementsprechend auch der Wasserverbrauch kontinuierlich zunahmen, bemühte man sich um die Erschließung weiterer Trinkwasservorkommen.

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Ab den 50er-Jahren versorgte sich die Stadt zunehmend aus einem Quellgebiet bei Willing im unteren Mangfalltal. Dafür errichtete man 1965 einen neuen Hochbehälter bei Kreut im Norden Schloßbergs. Die Pumpanlage in Hofmühle war für die Versorgung der Stadt nicht mehr notwendig. Nach 70-jähriger Tätigkeit stellte man zum 31. Dezember 1971 den Betrieb des alten Wasserwerks ein.

Einsatz für Erhalt bleibt wirkungslos

Zeitung und Fachleute, die das Werk als „eines der bedeutendsten Denkmäler der Bundesrepublik im Bereich der Wasserversorgung“ bezeichneten, setzten sich für die Erhaltung der noch funktionsfähigen Anlage ein. Das Gelände wurde jedoch verkauft und das Wasserwerk 1982 abgebrochen.

Eine der alten Pumpen war daraufhin einige Jahre in den Rosenheimer Stadtwerken ausgestellt. Noch erhalten ist der 1899 errichtete Hochbehälter zwischen Kragling und Waldering. Er steht unter Denkmalschutz und wird bis heute durch die Stadtwerke Rosenheim genutzt.

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