Bezirkstagspräsident Mederer zu Besuch in Aschau

Haus mit vielen Freiheiten: Junge Menschen mit Behinderung ziehen ins Benedetto-Menni-Nest

Daumen hoch für das Benedetto-Menni-Nest: Bewohner Patrik (Mitte) berichtete dem Präsidenten des oberbayerischen Bezirkstags Josef Mederer (rechts), wie gern er in der Wohngemeinschaft lebt. Darüber freute sich auch der Vorsitzende des Vereins, Dietmar Klemens.
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Daumen hoch für das Benedetto-Menni-Nest: Bewohner Patrik (Mitte) berichtete dem Präsidenten des oberbayerischen Bezirkstags Josef Mederer (rechts), wie gern er in der Wohngemeinschaft lebt. Darüber freute sich auch der Vorsitzende des Vereins, Dietmar Klemens.
  • vonTina Blum
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Seit dem Wochenende, 1./2. August, leben zwölf junge Menschen mit Behinderung im Benedetto-Menni-Nest in Aschau, das die OVB-Leser bei der OVB-Weihnachtsaktion unterstützt haben. Am Freitag, 31. Juli, hatte Josef Mederer (CSU), Präsident des oberbayerischen Bezirkstags, die Einrichtung besucht.

Aschau – Patrik ist neugierig. Denn es steht Besuch an: Der Präsident des Bayerischen Bezirkstags, Josef Mederer (CSU), kommt an diesem Tag in das Benedetto-Menni-Nest in Aschau.

Freiheit hinter der roten Tür

Patrik gehört zu den Bewohnern, die seit der ersten Stunde in der Einrichtung in der Hochriesstraße in Aschau leben. Und er fühlt sich sichtlich wohl. Warum? „Weil ich hier so viele Freiheiten habe“, berichtet er. Zuvor habe er in einem Wohnheim gelebt. Dort sei es anders gewesen.Im Benedetto-Menni-Nest wohnt der 23-Jährige hinter der roten Tür. Zahlreiche Fotos, darunter auch ein Bild von ihm mit dem ehemaligen FC-Bayern-Trainer Jupp Heynckes, hängt an der Tür. Denn Patrik ist Bayern-Fan mit Leib und Seele.

Der Besuch des Politikers bringt Patrik aber nicht aus der Ruhe. Ganz anders sieht es da bei Dietmar Klemens aus, dem Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins, der hinter der integrativen Wohngruppe steht. „Ich bin etwas nervös wegen unseres prominenten Besuchs“, sagt er und lacht. Klemens möchte bei dieser Gelegenheit nicht nur das Haus und Konzept der Einrichtung präsentieren, sondern dem Bezirkstagspräsidenten auch berichten, welchen Herausforderungen sich die Pflegenden täglich stellen müssen.

„Die Einrichtung sollte nicht wie ein Fremdkörper wirken“

Bei der Ankunft betont Josef Mederer, wie wichtig es ihm sei, die Einrichtungen zu besuchen, „über die wir am Schreibtisch in München entscheiden“. Er lobt die Bauweise des Hauses, die sich in das Wohngebiet einfügt. Klemens betont: „Die Einrichtung sollte nicht wie ein Fremdkörper wirken.“

Dann beginnt der Rundgang. Nach einer kurzen Begrüßung wird es Patrik dann zu langweilig und er zieht sich in sein Zimmer zurück. Mederer begutachtet das barrierefreie Pflegebad im Erdgeschoss, begrüßt Bewohnerin Christina und begutachtet den Mehrzweckraum. Klemens betont, wie hilfreich die Spenden aus der OVB-Weihnachtsaktion „OVB-Leser zeigen Herz“ waren.

Die Coronakrise hat den Einzug verschoben

„Dadurch waren wir flüssig, konnten die Einrichtung kaufen“, berichtet er. Ausgaben, die laut Klemens nicht in der Grundsicherung des Sozialsystems berücksichtigt werden, aber durch die Spenden der OVB-Leser geleistet werden konnten. „Mich ärgert es selbst, wie starr unsere Sozialgesetzgebung ist“, entgegnete Mederer.

Dann geht es rauf in den ersten Stock des Neubaus. Dort sollen am darauffolgenden Tag sechs weitere Bewohner die WG verstärken. Eigentlich sei der Einzug schon für März geplant gewesen, Corona zwang die Bewohner, ihren Einzug zu verschieben.

Bewohner sollen selbstbestimmt leben

„Unser Konzept ist so ausgerichtet, wie wir es uns als Eltern wünschen, dass unsere Kinder leben“, erklärt Klemens. Denn die Einrichtung entstand aus einer Initiative von Eltern heraus, die ihren Kinder ein selbstbestimmtes Leben in ihrer Heimat ermöglichen möchten. Dazu gehört auch Dietmar Klemens, in dessen früheren Garten das Haus heute steht.

Lesen Sie auch: Infos zum Bennedetto-Menni-Nest im Überblick

Josef Mederer stellte fest, dass das Konzept des Benedetto-Menni-Nests nur wenig verbreitet ist. „Hut ab für den Mut, den Sie hier bewiesen haben.“ Es müsse mehr solcher „Leuchttürme“ geben.

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